Nicht meisterlich: Eisbären kassieren dritte Niederlage in FolgeBerlin – Wolfsburg 1:3

Wolfsburgs Sebastian Furchner (rechts) schickte Meister Berlin mit zwei Treffern auf die Verliererstraße. (Foto: jay)Wolfsburgs Sebastian Furchner (rechts) schickte Meister Berlin mit zwei Treffern auf die Verliererstraße. (Foto: jay)
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„Die Eisbären sind immer gefährlich. Das ist bekannt seit Jahren“, resümierte Wolfsburgs Doppeltorschütze Sebastian Furchner sichtlich zufrieden, „aber wir hatten ein Chancenplus und haben das in verdiente drei Punkte ummünzen können. Heute hat es für uns gepasst.“ Nach Christoph Höhenleitners Pfostentreffer und den von ihm vergebenen Penalty im Anfangsabschnitt, holten Brett Palin (25. Spielminute) und nur wenig später Sebastian Fürchner (26.) das zuvor Versäumte nach. Julian Talbot (54.) traf für die Eisbären im Schlussdrittel noch zum Anschluss. Die Wolfsburger ließen sich davon aber nicht beirren, hielten die von ihrem Chefcoach Pavel Gross vorgegebene Spur. Die Eisbären kamen den Gästen durch ihr zerfahrenes, von immer neuen Fehlern geprägten Spiel entgegen. Ausgerechnet in der Schlussphase kassierten sie zudem unnötige Strafen. Bei zwei Mann mehr auf dem Eis manövrierten die Grizzly Adams die Berliner schließlich gekonnt aus und Furchner (56.) traf zum zweiten Mal. Die Entscheidung. Gäste-Coach Pavel Gross konstatierte erfreut: „Ich glaube, erstmals seit ich in Wolfsburg Trainer bin, haben wir nach sechzig Minuten das Eis als Sieger verlassen. Klar, am Ende sind wir noch einmal unter Druck geraten. Aber unsere Defensive hat funktioniert. Wir freuen uns sehr über diese drei Punkte.“

Von Zufriedenheit kann im Berliner Lager derzeit absolut keine Rede sein. Die Eisbären kassierten ihre dritte Niederlage am Stück. Ganze zwei eigene Torerfolge sprangen für sie dabei heraus. Schon vorm Freitagabendspiel gegen Wolfsburg hatte Chefcoach Jeff Tomlinson konstant harte Arbeit von allen seinen Spielern eingefordert. Aber: „Erst im Schlussdrittel wurde es besser. Das ist aber nicht unser Anspruch“, übte Tomlinson nüchtern Kritik. „Unser Anspruch ist es, über sechzig Minuten konzentriert nach vorn und defensiv zu spielen.“ Kein Kopfzerbrechen bereitet dem Trainer dagegen die momentane Torflaute seiner Mannschaft. Trotz insgesamt schlechtem Spiel erarbeitete sie sich Einschussgelegenheiten. Eher hat Tomlinson eigenem Bekunden nach den Eindruck, dass der Titelerfolg der vergangenen Saison noch nicht in allen Köpfen abgehakt ist: „Wir dürfen nicht denken, wir sind Meister und alles läuft von allein.“ Dass die Eisbärenfans Mitte des Schlussabschnitts „Wir wollen die Eisbären sehen!“ und „Aufwachen!“ skandierten, kam insofern nicht von ungefähr. Auch Kapitän André Rankel sprach die große Anzahl individueller Fehler an und forderte auch im Hinblick auf das Heimspiel gegen Vizemeister Köln am kommenden Sonntag: „Wir müssen aus unseren Fehlern lernen, anstatt sie zu wiederholen.“ Florian Busch legte noch eins drauf: „Wir müssen körperlich robuster spielen und unser Zweikampfverhalten um hundert Prozent verbessern.“ Theoretisch scheint demnach bei den Spielern also doch Klarheit zu herrschen. Woran es krankt, ist die Umsetzung. Ob der praktische Durchbruch ausgerechnet gegen die Kölner Haie gelingt, bleibt abzuwarten.

Eisbären Berlin – Grizzly Adams Wolfsburg 1:3 (0:0; 0:2 1:1)

Tore: 0:1 (25.) Palin – Pohl/Mayer; 0:2 (26.) Furchner – Haskins/Dzieduzycki; 1:2 (54.) Talbot – Mulock, TJ/Sharrow; 1:3 (56.) Furchner – Miley/Dzieduzycki PP2

Schiedsrichter: Klau/Schukies
Strafen: 16/14
Zuschauer: 12.900

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