Neustart für die Kölner HaieKEC will wieder oben mitspielen

Haie-Goalie Gustav Wesslau - Foto:imagoHaie-Goalie Gustav Wesslau - Foto:imago
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Die Kölner Haie stehen nun auch daheim wieder auf dem Eis. Nach drei Auftaktsiegen beim Trainingslager in der Schweiz startete der KEC auch ins heimische Turnier um den Köln-Cup mit einem 4:2-Sieg gegen die SC Langnau Tigers aus der NLA. Zuvor hatten die Malmö Redhawks aus Schweden den Schweizer NLA-Club HC Lugano mit 2:0 besiegt.

Dieser Heimauftakt ist für Haie-Trainer Niklas Sundblad und seinen Stab mit den Co-Trainern Franz Fritzmeier und Petri Liimatianen sowie Torwarttrainer Jonas Forsberg auch ein tatsächlicher Neuanfang. „Wir müssen einen Schlussstrich ziehen und neu starten“, sagt Sundblad mit Blick auf die vergangene Spielzeit. „Wir haben ein gutes Trainerteam, zudem haben wir durch viele Neuverpflichtungen ein talentiertes Team zusammengestellt. Wir sind bestens aufgestellt.“
Auf der Torwartposition kristallisiert sich zwar eine Nummer eins heraus, doch Sundblad sagt: „Es werden alle drei Torhüter zu Einsätzen kommen. Auch wenn Gustaf Wesslau unsere Nummer eins ist, werden auch Daniar Dshunussow und Hannibal Weizmann eingesetzt. Somit haben wir hinten ein breit aufgestelltes Team.“

Die Saison begann für die Haie früh, bereits am 20. Juli startete das Team zum off-ice Training, um an der körperlichen Fitness zu arbeiten. Seit vier Wochen steht die Mannschaft bereits auf Schlittschuhen und bereitet sich auf die kommende Saison vor. „Ich bin sehr zufrieden mit den Jungs, wir wollen alle diese Saison zeigen, was in uns steckt. Wir haben uns hohe Ziele gesetzt. Wir wollen mit den besten mitspielen, die Play-offs erreichen und dann gucken, was passiert.“
Der Kader der Haie ist stark verändert – und besonders Spieler aus dem Land des neunmaligen Weltmeisters haben den Weg nach Köln gefunden: Gleich sechs Spieler stammen aus Schweden. Im Trainergespann sind zudem gleich drei Schweden zu finden. Also eine neue Kabinensprache in Köln? „Nein, natürlich nicht“, sagt Sundblad mit einem Lächeln. „Es stimmt, wir haben viele schwedische Spieler. Das war aber nicht unser primäres Ziel. Es ging darum, gute Spieler zu finden. Und das ist uns gelungen“, so Sundblad. „In anderen Clubs spielen ähnliche oder gar mehr Kanadier. Hier sind es halt Schweden.“ Persönliche Kontakte sind dabei durchaus von Vorteil: Denn Jonas Forsberg arbeitete schon bei Djurgarden Stockholm mit Goalie Gustav Wesslau – auch ein Grund für den Keeper, nach Köln zu kommen.

Zu den Überraschungen der bisherigen Vorbereitung dürfte wohl Maximilian Faber zählen. Der Förderlizenz-Verteidiger macht seine Sache bislang so gut, dass sich Sundblad durchaus einige DEL-Einsätze für den jungen Mann vorstellen kann. „Es ist der logische Schritt für Max. Er muss aber weiter hart an sich arbeiten“, sagt Co-Trainer Franz Fritzmeier, der Faber schon in Duisburg gecoacht hatte.
Internationale Gegner sind zurzeit beim KEC an der Tagesordnung. „Es ist schade, nicht in der Champions Hockey League mitzuspielen“, bedauert Sundblad. „Das ist ein Turnier mit den besten europäischen Teams auf hohem Niveau. Jedoch haben wir zum Ausgleich viel im Ausland gespielt und Wert auf internationale Gegner gelegt. Auch der Köln-Cup diese Woche ist ein Teil davon. Es werden drei harte aber gute Spiele mit hohem Niveau. Für uns gilt es, offensives und schnelles Eishockey zu spielen.“

Mit diesem Vorhaben starteten die Kölner Haie am Mittwoch gegen die SCL Tigers in die Partie. Das erste Drittel begann schnell, beide Teams spielten offensiv und versuchten die Scheibe schnell zu spielen und vor das gegnerische Tor zu bringen. Einige Fehlpässe und eine zu schnelle, hektische Spielweise führten in der elften Spielminute zum 0:1 in Überzahl durch Anton Gustafsson.
Im zweiten Drittel zeigte sich besonders die körperliche Präsenz der Mannschaften. Hartes Forechecking und der ein oder andere Faustkampf kurbelten das Spiel an und führten zu einigen Strafen. Die beiden Hintermänner Wesslau und Ciaccio unterbanden jedoch jegliche Torchancen.
Mit neuer Energie starteten die Haie in den Schlussabschnitt, so schaffte es in der 43. Minute schließlich Patrik Hager den wohlverdienten Ausgleich . Keine anderthalb Minuten später nutzte Sebastian Uvira seine Chance und erzielte die 2:1-Führung für den KEC. Langnaus stetiger Druck auf das Kölner Tor wurde belohnt. In der 47. Minute traf Nils Berger in Überzahl zum vorzeitigen Ausgleich. Im Powerplay waren es allerdings wieder die Haie, die in der 57. Minute durch Ryan Jones zum 3:2 vorlegten. Kurz vor Schluss setzte Langnau alles nach vorn und Hager konnte das Empty-Net-Goal zum 4:2-Endstand erzielen.

Stürmer Alexander Weiss sagte: „Im ersten Drittel kamen wir kaum in Fahrt, wir merkten die schweren Beine. Der zweite Abschnitt wurde dann ruppiger, wir kamen besser ins Spiel und zeigten, dass wir als Mannschaft physisch präsent sind. Schließlich wurde unser Zusammenhalt belohnt und wir konnten im letzten Abschnitt gutes Eishockey spielen und verdient gewinnen.“

Neuzugang Patrik Hager über den Heimauftakt: „Man merkt wie das Niveau in der Vorbereitung steigt, je länger die Teams zusammenspielen. Wir fingen schlecht an und haben hektisch und zu kompliziert gespielt. Im letzten Abschnitt kamen wir gut und konzentriert aus der Kabine und haben unsere Chancen ausgespielt und genutzt. Es zählt am Ende der Sieg und das uns der Auftakt vor heimischem Publikum trotz Nervosität gelang.“

Ex-DEL Spieler Kevin Clark über das Spiel und seine neue Heimat in der Schweiz: „Wir sind gut in die Partie gestartet, haben dann jedoch nicht diszipliniert genug gespielt. Es war ein gutes Vorbereitungsspiel und nächstes Mal müssen wir einfach enger stehen und weniger zulassen. Wir haben ein gutes Team und ich fühle mich sehr wohl, Langnau war für diese Saison meine erste Wahl und ich bin sehr glücklich hier zu spielen.“
Tore:
0:1 (11.) Gustafsson (Koistinen, Hecquefeuille)
1:1 (43.) Hager (Salmonsson, Latta)
2:1 (44.) Uvira (Hager, Lüdemann)
2:2 (47.) Berger (Murray)
3:2 (57.) Ryan Jones
4:2 (60.) Hager

Strafen: Köln 9 + 10 (Müller, Weiss, Stevens), Langau 20 + 10 (DiDomenico, Wyss) +5 + Spieldauer (Lindemann)

Von Sophie Esters

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