Nethery: "Ich bin verzweifelt"

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Zeit, Manager und Geschäftsführer Lance Nethery ein paar Fragen zu stellen.

Herr Nethery, bis zum nächsten Spiel sind noch acht Tage Zeit. Ein Vorteil, um zu regenerieren oder ein Nachteil, weil der kommende Gegner im Spielrhythmus bleibt?

Nethery: Wir haben eine lange Vorrunde hinter uns. Allein in den vergangenen 20 Tagen waren neun Spiele zu absolvieren. Wir konnten zwar stets mit allen Akteuren auflaufen, weil wir glücklicherweise von Verletzungen verschont geblieben sind. Aber die Pause tut jetzt gut, auch wenn natürlich trainiert wird.

Und danach steht dann das Viertelfinale an. Wen wünschen denn Sie sich dort als Gegner?

Nethery: Ganz klar Köln.

Warum?

Nethery: Weil wir trotz Platz Zwei ein finanzielles Minus von acht Prozent gemacht haben.

Eigentlich unerklärlich, oder?

Nethery: Das ist völlig unverständlich. Wir haben alles so gemacht, wie es sich die Fans gewünscht haben. Wir haben eine junge Mannschaft mit vielen Deutschen, spielen offensiv und dadurch attraktiv. Dazu haben wir die beste Heimbilanz aller Teams.

Woran könnte der geringe Zuschauerzuspruch denn dann liegen?

Nethery: Ich habe keine Idee. Wenn jemand eine Idee hat, dann soll er mir eine E-Mail schreiben. Ich bin einfach nur verzweifelt. Zumal eine volle Halle für die Spieler mental sehr wichtig ist, denn Begeisterung auf den Rängen setzt Kräfte frei.

Was ist, wenn es gegen Köln vor mindestens zweimal ausverkauftem Haus ginge, die DEG aber ausscheiden würde?

Nethery: Finanziell wäre das wahrscheinlich besser als gegen einen anderen Gegner zwei weitere Heimspiele im Halbfinale zu bekommen. Aber natürlich wollen wir ins Halbfinale.

Was auch gegen Mannheim und München nicht einfach ist, oder?


Nethery: In dieser engen Liga kann alles passieren. Zumal, wenn schon drei Siege zum Weiterkommen reichen. Da ist eine Heimniederlage zum Auftakt kaum noch zu reparieren. Aber selbst, wenn wir es nicht schaffen sollten, dann wäre die Saison insgesamt doch okay gewesen.

Und dann heißt es die nächste zu planen. Wie sieht es mit offenen Spielerverträgen aus?

Nethery: Ich werde noch mal mit Tyler Beechey und Rob Collins (ist laut Hamburger Morgenpost ein Kandidat für die Freezers/Anmerkung des Autors) reden. Schön, dass wir mit Andy Roach schon einig geworden sind. Der dient mit seiner vorbildlichen Einstellung den jungen Spielern als echte Leitfigur. Aber ich kann eben nur Ein-Jahres-Verträge anbieten.

Weil das Engagement der Metro 2012 ausläuft. Wann wird es Gespräche geben?

Nethery: Ich hoffe bald. Und ich hoffe positive. Es wäre schön, wenn Sie weitermachen würde. Dann wäre ich auch sofort bereit, dem einen oder anderen Spieler seinen Wunsch nach einem Zwei-Jahres-Vertrag zu erfüllen.

Sollte die Metro aussteigen, wäre Air Berlin als neuer Hauptsponsor denkbar?

Nethery: Nein. Das glaube ich eher nicht.