Nach dem Erfolg ist vor dem Umbruch in IngolstadtTeamcheck: ERC Ingolstadt

Der ERC Ingolstadt in der DEL-Saison 2015/16. Hinten von links: Stephan Kronthaler, Thomas Pielmeier, Brian Lebler, Tomas Kubalik, Petr Taticek, Benedikt Schopper, Marc Schmidpeter. Mitte von links: Fitnesstrainerin Maritta Becker, Simon Schütz, Björn BarDer ERC Ingolstadt in der DEL-Saison 2015/16. Hinten von links: Stephan Kronthaler, Thomas Pielmeier, Brian Lebler, Tomas Kubalik, Petr Taticek, Benedikt Schopper, Marc Schmidpeter. Mitte von links: Fitnesstrainerin Maritta Becker, Simon Schütz, Björn Bar
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Die Ansprüche und die Ziele des ERC Ingolstadt sind hoch, aber der Qualität des Kaders durchaus angemessen. Doch in der Vorbereitung konnte das Panther-Team nicht in allen Spielen überzeugen: Bislang funktionierte nur die Reihe mit Buck, Taticek und Laliberte so richtig, die restlichen umgestellten Formationen müssen sich noch finden.

Die Geschichte scheint sich zu wiederholen in Ingolstadt: Dem sportlichen Erfolg folgt der Umbruch. Wie schon im Meisterjahr 2014 verließen der Trainer und einige wichtige Spieler den Verein: Larry Huras ging nach nur einer Saison nach Schweden, die deutschen Leistungsträger Gawlik und Hager wechselten nach Düsseldorf und Köln, MacMurchy nach Mannheim – und auch in der Verteidigung wurden erfahrene Spieler wie Michel Periard (Iserlohn) oder Aaron Brocklehurst (EBEL) abgegeben. Das Potenzial der neuverpflichteten Spieler zeigte sich schon, noch aber fehlt die Konstanz. Der neue Cheftrainer Manny Viveiros sagt lapidar: „Wir verbessern uns von Tag zu Tag!“

Und so ganz wiederholt sich die Geschichte doch nicht: Larry Huras kam aus der Schweiz neu in die DEL, Viveiros hingegen rückte im Sommer vom Assistenz- zum Cheftrainer der Panther auf, insofern ist man hier schon deutlich konstanter – und es wurden Schlüsselspieler gehalten. Allen voran Top-Stürmer Brandon Buck, der mit einem „Rentenvertrag“ bis 2020 ausgestattet wurde. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass dieser keine Ausstiegsklausel für die KHL enthält.

Pielmeier als klare Nummer 1 in Tor – dafür Fragezeichen in Abwehr und Sturm

Die Panther gehen mit dem jungen, aber erfahrenen und ehrgeizigen Timo Pielmeier als klare Nummer eins in die Saison. Seine Qualitäten hat „Pille“ in den letzten beiden Jahren mehr als deutlich bewiesen und spielte folgerichtig im Mai seine erste Weltmeisterschaft. Vor ihm steht eine Abwehr, der mit Brooks, Periard und Brocklehurst drei Stammkräfte aus dem vergangenen Jahr fehlen. Ersetzt werden sie unter anderem durch die neuen Kontingentspieler Brian Salcido und Patrick McNeill. Während Letzterer bereits zu überzeugen wusste, fehlt der Erstgenannte wegen einer Verletzung beim Saisonstart – sicher keine Wunschkonstellation von Coach Manny Viveiros.

Im Sturm müssen sich die neuformierten Reihen noch finden. Auf die Top-Reihe der letzten Saison, Buck, Taticek, Laliberte scheint bereits wieder Verlass zu sein. Umso schwerer könnte es daher wiegen, dass mit Brandon Buck der beste Scorer der Panther beim Saisonstart verletzt ausfällt. Denn die Neuzugänge wie Irmen und Lebler benötigen wohl noch etwas Anlaufzeit. Auch die jungen Deutschen agierten bislang eher unauffällig.

Auch wenn es nicht gleich rund laufen sollte: Die Panther sind ein Spitzenteam

Und auch wenn das Team vermutlich noch nicht sein volles Potenzial gezeigt hat: Es ist in allen Mannschaftsteilen überdurchschnittlich gut besetzt, erfahren, und nach der Vizemeisterschaft hungrig auf Erfolg. Und dass sie in schwächeren Phasen nicht die Nerven verliert, haben die letzten beiden Jahre gezeigt. Aber genau hier kommen wieder die Abgänge ins Spiel: Gawlik, Hager und auch der einsatzfreudige Boucher waren Spieler, die in solchen Momenten vorangegangen sind. Dies wird vielleicht noch schwerer zu kompensieren sein als der Abgang spielstarker Stürmer Ryan MacMurchy oder Derek Hahn. Dennoch ist mit den Panthern definitiv zu rechnen – auch wenn sie womöglich etwas Anlaufzeit benötigen. Entscheidend wird es ohnehin erst im Frühjahr, und da waren die Schanzer zuletzt immer voll da.