Nach 76 packenden Minuten schlägt Köln Ingolstadt mit 1:0

Ivan Ciernik erzielte den Siegtreffer. (Foto: Martin Hebgen - www.stock4press.de)Ivan Ciernik erzielte den Siegtreffer. (Foto: Martin Hebgen - www.stock4press.de)
Lesedauer: ca. 3 Minuten

In der Play-off-Viertelfinalserie der Deutschen

Eishockey Liga zwischen den Kölner Haien und dem ERC Ingolstadt siegten

die Haie nach 76 dramatischen Minuten mit 1:0 (0:0/0:0/0:0/1:0) nach

Verlängerung. In der Serie steht es nun 3:1 für Köln, das noch einen

Erfolg benötigt, um das Halbfinale zu erreichen.

 Mit

dem vierten Spiel der bis zu sieben Partien umfassenden

Viertelfinal-Serie boten beide Teams endlich packendes, spannendes,

aber vor allem faires Eishockey auf Augenhöhe. Ingolstadt war gegenüber

der schwachen Vorstellung vom vergangenen Sonntag an gleicher Stelle

nicht wiederzuerkennen, in der 6. Minute hatten die Gäste sogar die

erste große Torchance, als Christoph Melischko in Unterzahl ein Break

fuhr, doch Kölns Torhüter Adam Hauser wehrte ab. Hausers Kollege Jimmy

Waite bot ebenfalls eine überragende Leistung, der Kanadier hielt selbst

die aussichtsreichsten Schüsse der Kölner und ließ auch im Powerplay

der Gastgeber nichts anbrennen.
Im

zweiten Drittel blieb die Partie weiter torlos, doch an Spannung war

das Spiel nicht zu überbieten. Bereits nach zehn Sekunden hatte Ivan

Ciernik ein große Chance zum Führungstreffer, doch er vergab knapp. Das

Powerplay der Haie kam zunächst nicht wie gewünscht zum Zug, selbst 52

Sekunden bei doppelter Überzahl blieben ungenutzt, im Gegenzug kam

Ingolstadt zu gefährlichen Kontern. In der 29. Minute ging John Tripp

nach einer Unachtsamkeit in der Kölner Abwehr alleine auf und davon,

konnte nur unfair gebremst werden. Schiedsrichter Daniel Piechaczek

entschied auf Penalty Shot.
 
Tripp trat unter den gellenden Pfiffen der

16.000 Zuschauer selbst an und scheiterte an Adam Hauser. Die zweite

Hälfte des Mittel-Abschnitts gehörte komplett den Kölnern. Dreimal

wanderten Ingolstädter Spieler auf die Strafbank und Köln belagerte

minutenlang den gegnerischen Torraum. Die Haie schossen, stocherten,

kämpften, doch Jimmy Waite war nicht zu bezwingen, manchmal zischte die

Scheibe auch nur um Haaresbreite am Ingolstädter Tor vorbei. Das

Torverhältnis betrug im zweiten Drittel 28:3 für Köln, der Spielstand

blieb aber unverändert bei 0:0. Insgesamt wehrte Jimmy Waite 65 Schüsse ab.

Im

Schlussabschnitt ließ der Kölner Druck etwas nach, Ingolstadt kam zu

einer guten Chance durch Daniel Tkaczuk, im Gegenzug verfehlte Ivan

Ciernik nach einem Fehler von Jimmy Waite das leere Tor. Als es fünf

Minuten vor Ende der regulären Spielzeit immer noch 0:0 stand, begann

praktisch schon die "Sudden Death"- Phase: Das erste Tor würde das

Spiel entscheiden. Drei Minuten vor Schluss mussten die Gäste eine

Strafe hinnehmen, doch Köln nutzte die Gelegenheit nicht, Ingolstadt

rettete sich in die Verlängerung. Nun machte sich ein leichtes

Beklemmen auf den Rängen breit, denn die Haie hatten als einziges Team

der Liga in der abgelaufenen Saison kein einziges Spiel in der Overtime

gewonnen.

Auch in der Verlängerung

ließen die Kölner wieder ein Überzahlspiel verstreichen Mit

jedem Angriff stockte den Zuschauern der Atem, doch sie mussten bis zur

76. Minute warten: Daniel Rudslätt eroberte links neben dem Tor im

Liegen den Puck von Jeff Tory, plötzlich war Ivan Ciernik frei vor Waite und spielte

den Torhüter aus, als befände er sich im Training. Die Kölnarena stand

Kopf. Einziger Minuspunkt in einem fantastischen Spiel:  Michael Bakos checkte Philip Gogulla von hinten in die Bande, der Kölner musste ins Krankenhaus gebracht werden. Piechaczeks Arm blieb unten.

Ron Kennedy: "Das war ein Play-off-Spiel! Beide Torhüter waren super, Köln war vor allem im zweiten Drittel besser, aber wir hatten auch unsere Möglichkeiten. Der letzte Fehler wurde dann schwer bestraft."

Doug Mason: "Ingolstadt hat ein perfektes Auswärtsspiel gespielt. Wir haben Druck gemacht, sie haben auf Konter gesetzt. In der Pause nach der Vorrunde haben wir viel das Overtime-Spiel mit Vier gegen Vier geübt und die Jungs haben viel Geduld bewiesen, das macht sich jetzt bezahlt.  Jimmy Waite war überragend, aber auch Adam Hauser.  Der hatte nicht so viel zu tun wie Waite, musste aber einige Breakaways und einen Penalty Shot halten."

Alexander Brandt
Foto: Sportfoto-Cologne

Das Tor: 1:0 Ciernik (76.) Strafminuten: Köln 22, Ingolstadt 32 + 10 Holland Zuschauer: 16.245