Nach 0:4-Rückstand gelang Nationalteam noch ein7:5

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Der Nationalmannschaft gelang ein guter letzter Test auf deutschem Boden vor dem morgigen Abflug nach Salt Lake City. Nach Startproblemen und einem 0:4-Rückstand kämpfte sich das Team von Hans Zach nicht nur heran, sondern konnte noch mit 7:5 gegen die All-Stars der DEL vor der Rekordkulisse für ein All-Star-Spiel mit 5254 Besuchern gewinnen.

16. Minute Doppelschlag der All-Stars: In nur elf Sekunden zur 2:0-Führung. Beim 1:0 der All-Stars gewann Brad Purdie ein Bully, der Puck kommt über Chris Snell und Terry Yake zu Alex Hicks und der Kölner Stürmer überwindet Nationalmannschafts-Torhüter Christian Künast mit einem halbhohen Schuss ins lange Eck.

Beim 2:0 der All-Stars konnte Andy Schneider hinter dem DEB-Tor auf den vor dem Gehäuse von Christian Künast freistehenden Derek Plante passen. Der spielte den chancenlosen DEB-Goalie aus und schoss per Rückhand zum 2:0 ein.

Im zweiten Drittel waren zunächst die All-Stars wieder tonangebend und treffsicher. Fredrik Öberg kann vom rechten Bullykreis schießen und trifft halbhoch ins Netz zum 3:0 der All-Stars. Einen feinen Pass von Jeff Tory nimmt Alexander Serivanov direkt und es steht 4:0 (31.) für das DEL-All-Star-Team. Beide Mannschaften wechseln nun verabredungsgemäß den Torhüter.

Das erste Tor der Nationalmannschaft erzielt Klaus Kathan. Nach feiner Einzelleistung verzögert er den Schuss und trifft genau unter die Latte zum 1:4 (32.) Andy Loth kann knapp vier Minuten später ein Anspiel vom hinter dem All-Star-Gehäuse stehenden Wayne Hynes zum 2:4-Zwischenstand nutzen und Erich Goldmann erzielt mit einem Schuss durch die Beine von Robert Müller den 3:4-Anschlusstreffer (37.). Die Zuschauerzahl mit 5254 Besuchern ist übrigens Rekordbesuch beim bisher dreimaligen Aufeinandertreffen der Nationalmannschaft gegen die DEL-All-Stars. Zuvor war der Besuch von 4900 Fans am 5. September 1998 in Frankfurt (3:2-Sieg n.P. der Nationalmannschaft) die Höchstmarke.

Auch die Nationalmannschaft kann es per Doppelschlag. Dem Routinier Mark MacKay gelang aus dem Gewühl heraus per Stocherer über die Linie der 4:4-Ausgleich (44.), 38 Sekunden später - ebenfalls in der 44. Minute - gab es eine 2:1-Situation der angreifenden Nationalstürmer Andreas Morczinietz und Leonard Soccio. All-Star-Goalie Robert Müller wurde mit Querpass ausgespielt und Andreas Morczinietz konnte ins leere Tor zur 5:4-Führung einschießen.

Ein Schuss von Dennis Seidenberg in der 52. Minute konnte Robert Müller nur abprallen lassen. Der Abpraller ging an den Schlittschuh von Andreas Loth und von dort direkt ins Tor zur ersten Zwei-Tore-Führung der Nationalmannschaft. Christian Ehrhoffs platzierter Schuss so drei bis vier Meter hinter der blauen Linie brachte die 7:4-Führung Deutschlands, den Schlusspunkt setzten die All-Stars mit dem Tor von Jeff Tory (Schlagschuss) zum 7:5-Endstand für das Team von Bundestrainer Hans Zach.


Stimmen zum Spiel:

Nationalmannschaftskapitän Jürgen Rumrich: „Wir waren 0:4 hinten, das sagt eigentlich schon alles. Wir sind schwer ins Spiel gekommen und haben viele Fehler gemacht. Danach sind wir immer besser ins Spiel gekommen. Wie wir uns zurückgekämpft haben zeigt, dass die Mannschaft Charakter hat. Am Ende hat man gemerkt, dass die All-Stars schon fast eine Woche Pause haben, aber das war heute sicher noch keine Standortbestimmung für uns. Es hat viel Spaß gemacht heute, ich war von der Kulisse und der Stimmung sogar ein wenig überrascht. Wir haben eine schwere Gruppe bei Olympia, vom ersten bis zum letzten Platz ist alles möglich.“


All-Star Trainer Gunnar Leidborg: „Wir haben ganz gut angefangen. Ich habe gehofft, dass viele schöne Tore fallen, was auch eingetreten ist. Am Ende hat man gemerkt, dass das Spiel für die Nationalmannschaft wichtiger ist als für die All-Stars. Hoffentlich hat die deutsche Mannschaft ein wenig Selbstvertrauen für Salt Lake City tanken können. Ein gutes Olympiaergebnis wäre für das deutsche Eishockey sehr wichtig. So kann man am besten neue Zuschauer und Sponsoren gewinnen.“


Bundestrainer Hans Zach: „Wir sind in der ersten Spielhälfte von den technisch starken All-Stars überfahren worden. Das Spiel war zu Beginn vollkommen körperlos und wir waren technisch nicht in der Lage mitzuhalten. Danach haben wir mehr Wert auf das Läuferische und unser Positionsspiel gelegt. Das hat uns mehrere Konterchancen und Tore ermöglicht. Insgesamt war es aber hauptsächlich ein Spiel für die Zuschauer. Es gibt noch viel Arbeit für unser Team, vor allem in der Verteidigung haben wir noch Probleme. Die Reihen werden auch in Salt Lake City in etwa so aussehen wie heute. Bei den nächsten beiden Testspielen gegen Frankreich und die Ukraine wollen wir stabil spielen und wenig Gegentore bekommen. Ich erwarte von meiner Mannschaft Disziplin, Kampfkraft und guten Zusammenhalt bei Olympia. Wir sind den meisten anderen Teams technisch unterlegen, aber mit unserer Kontertaktik können wir sicher den ein oder anderen Gegner ärgern. “


Tore:

0:1 (15:36) Alex Hicks (Terry Yake, Chris Snell)

0:2 (15:47) Derek Plante (Andy Schneider)

0:3 (21:50) Fredrik Öberg (Chris Snell, Alexander Serivanov)

0:4 (30:04) Alexander Serivanov (Jeff Tory)

1:4 (31:47) Klaus Kathan (Andreas Morczinietz, Len Soccio)

2:4 (35:38) Andy Loth (Wayne Hynes, Mark Makcay)

3:4 (36:17) Erich Goldmann (Jürgen Rumrich, Martin Reichel)

4:4 (43:20) Mark Mackay (Andreas Loth, Wayne Hynes)

5:4 (43:58) Andreas Morczinietz (Leonard Soccio)

6:4 (51:51) Andreas Loth (Dennis Seidenberg, Mark Mackay)

7:4 (56:46) Christian Ehrhoff (Klaus Kathan, Leonard Soccio)

7:5 (59:11) Jeff Tory (Paul Stanton, Alexander Serivanov)

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Dienstag 28.01.2020
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