München mit Last-Minute-Derbysieg in der Olympiahalle Mannheim schafft Befreiungsschlag, Eisbären verlieren bei Flynn-Abschied

Die Olympiahalle erlebte ein Derby-Spektakel. (Foto: picture alliance/ Sven Hoppe/dpa)Die Olympiahalle erlebte ein Derby-Spektakel. (Foto: picture alliance/ Sven Hoppe/dpa)
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Es war ordentlich was los, vor der Jahreswechsel. Im finalen Spieltag 2017 gelang Meister EHC Red Bull München ein Last-Minute-Derbysieg gegen Spitzenreiter Nürnberg Ice Tiegers vor 10000 Fans in der ausverkauften Olympiahalle, in Berlin wurde Eisbären-Legende Billy Flynn verabschiedet, der eine Pleite seines Klubs gegen Düsseldorf mitansehen musste, die Adler Mannheim schafften die Befreiungsschlag. Die DEL-Zusammenfassung.

Adler Mannheim - Fischtown Pinguins 5:1 (4:1; 1:0; 0:0)

Endlich. Die mehr als arg gerupften Adler Mannheim haben den Killerinstinkt wiedergefunden. Nach fünf Niederlagen in Serie krallen sich die Adler Mannheim mal wieder drei Punkte. Am Samstag feierte der siebenfache Meister in der SAP Arena den ersehnten zweiten Sieg unter Coach „Kill“ Bill Stewart. Vor 13024 Zuschauern gewannen die Kurpfälzer, bei denen die Stars Christoph Ullmann und Ryan MacMurchy erneut nicht im Kader standen, souverän mit 5:1 gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven. War es der erhoffte Befreiungsschlag? Das Ende der Mega-Krise? Zumindest war es ein versöhnlicher Jahresabschluss für das gebeutelte Starensemble. „Schon die letzten Partien waren gut von uns. Was wir dort in Ansätzen bereits richtiggemacht haben, haben wir heute 60 Minuten durchgezogen. Es war wichtig, dass wir trotz der Niederlagen immer weiter an uns geglaubt haben und nie aufgegeben haben. Der Sieg ist ein schöner Jahresabschluss, der auch für das Selbstvertrauen wichtig war. Nun haben wir einen Tag, um wieder Energie zu tanken. Dann geben wir in München weiter Vollgas“, freute sich Adler-Kapitän Marcus Kink. Für die Pinguine war es übrigens die sechste Pleite in Folge. Tore: 1:0 Plachta (1.), 2:0 Setoguchi (6.), 3:0 Hungerecker (7.), 4:0 Kolarik (11.), 4:1 Lampl (14.), 5:1 Sparre (25.).

Schwenninger Wild Wings – Straubing Tigers 1:2 (0:2, 1:0, 0:0)

Die Euphorie im Schwarzwald wurde abrupt gebremst. Nach dem überraschenden 4:2-Sieg gegen Meister EHC Red Bull München am Donnerstag setzte im finalen Spiel des Jahres vor 6215 Fans in der restlos ausverkauften Helios Arena eine ernüchternde 1:2-Heimpleite gegen die Straubing Tigers. Die  Niederbayern schafften dagegen nach dem 4:3-Last-Minute-Sieg in Wolfsburg den zweiten Auswärtserfolg in Folge. In Schwenningen nutzten Jeremy Williams (10.) und René Röthke (19.), sein drittes Tor in den letzten beiden Partien, Überzahlspiele zur Führung. Der Anschlusstreffer von Schwäne-Kapitän Will Acton war zu wenig. Das Schlusslicht holt somit weiter auf. Tore: 0:1 Jeremy Williams (9.), 0:2 René Röthke (19.), 1:2 William Acton (29.).

EHC Eisbären Berlin – Düsseldorfer EG 2:3 (2:0, 0:1, 0:2)

Zu Beginn gab es bei den Eisbären und deren Fans Tränen der Rührung. Billy Flynn, der einst vom Stadtrivalen BSC Preussen nach Hohenschönhausen kam, wurde in der Mercedes-Benz-Arena am Ostbahnhof in den Ruhestand verabschiedet, mit 67 Jahren. Trainer, Manager, Marketing-Chef und Geschäftsführer im Klub war er. „Das ist wirklich ein großer Teil meines Lebens, der da zum Ende kommt. 23 Jahre Eisbären, in schlechten und in guten Zeiten. Das ist schon etwas. Es war das wichtigste Kapitel in meinem Berufsleben. Es war die beste Entscheidung meines Lebens, bei den Eisbären angefangen zu haben,“ sagte Flynn. „Danke, Billy“, donnerte es von den 14200 Fans durch die ausverkaufte Halle. Zudem gab Nationalverteidiger Frank Hördler (Leiste) sein Comeback. Alles war bereitet, um die Tränen ob des Abgangs des Diplom-Psychologen aus Boston zu trocknen. Aber es ging traurig weiter. Denn der DEL-Rekordmeister vergeigte ausgerechnet zum Flynn-Abschied mit 2:3. Schlimm! Dabei war der EHC mit 2:0 durch Marcel Noebels und Sven Ziegler in Führung gegangen. Alles sah nach einem klaren Sieg aus. Doch die DEG tat den Bären und Flynn weh. Spencer Machacek, John Henrion und Manuel Strodel drehten die Partie. Tore: 1:0 Marcel Noebels (14.), 2:0 Sven Ziegler (19.), 2:1 Spencer Machacek (35.), 2:2 John Henrion (46.), 2:3 Manuel Strodel (54.).  

EHC Red Bull München – Nürnberg Ice Tigers 3:2 n.V. (1:1, 0:1, 1:0, 1:0)

Hockey HALLEluja! So feiert sich der Meister selber. Zum Auftakt der Serie mit drei Spielen in der Münchener Olympiahalle stieg der ultimative Kracher. Die Red Bulls empfingen den Tabellenführer aus Nürnberg. Das Duell war mit 10000 Fans  ausverkauft. Münchens perfekter Dezember bekam am Donnerstag nach neun Siegen in Folge bei der 2:4-Niederlage in Schwenningen einen Kratzer. Gegen die Tiger gab es einen Last-Minute-Derbysieg unterm Zeltdach! Der Meister rang den Liga-Primus nieder. Das Tor fiel 1,5 Sekunden vor dem Ende der Overtime durch Brooks Macek. Was für eine dramatische Schlacht. Die Olympiahalle kochte. Das Zeltdach bebte. Die Red Bulls rücken hinter Nürnberg auf Rang zwei vor.  Tore: 1:0 (09:14) Jon Matsumoto, 1:1 (09:52) Taylor Aronson, 1:2 (37:26) Brett Festerling, 2:2 (53:23) Yannic Seidenberg, 3:2 (64:59) Brooks Macek. 

Kölner Haie – Grizzlys Wolfsburg 3:4 (1:3, 2:1, 0:0)

Was für ein dramatischer Jahresabschluss in der Domstadt vor 14571 in der Lanxess-Arena. Die Kölner Haie lagen nach 25. Minuten gegen gnadenlos effektive Grizzlys schon 1:4 zurück. Doch die Rheinländer gaben nicht auf, kämpften sich noch vor dem Schlussdrittel auf 3:4 heran. Doch die Wölfe retteten den Sieg clever über die Zeit. Für die Niedersachsen ein wichtiger Sieg beim direkten Verfolger im Kampf um Platz 4. Ex-Hai Marcel Ohmann erzielte ausgerechnet an alter Wirkungsstätte sein erstes Tor im Dress der Grizzlys. „Natürlich bin ich happy über mein erstes Tor für die Grizzlys. Dass es ausgerechnet in Köln passiert, ist sicher kurios. Wir haben heute drei wichtige Punkte erkämpft und können nun ins neue Jahr rutschen“, so Ohmann. Tore: 0:1 Haskins (6.), 1:1 Schütz (7.), 1:2 Weiß (14.), 1:3 Voakes (20.), 1:4 Ohmann (25.), 2:4 Schütz (36.), 3:4 B. Jones (38.).     

ERC Ingolstadt – Augsburger Panther 5:4 n.P. (1:1, 1:1, 2:2, 0:0, 1:0)

Der ERC Ingolstadt hat das Derby gegen die Augsburger Panther vor 4815 Fans, die die ausverkaufte Saturn-Arena bei einem Eishockey-Spektakel in ein Tollhaus verwandelten, mit 5:4 nach Penaltyschießen gewonnen. In der Tabelle der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bleibt für Augsburg der Rückstand auf Platz zehn, der zur Teilnahme an den Pre-Play-offs berechtigt, unverändert: Sechs Punkte sind es auf die zehntplatzierten Adler Mannheim. Ingolstadt dagegen steht mit dem Sieg auf Rang neun und hat 50 Zähler auf dem Konto. Tore: 0:1 (15:28) Schmölz, 1:1 (19:37) Olver, 1:2 (29:30) Lamb, 2:2 (31:23) Collins, 2:3 (43:10) White, 3:3 (44:34) Elsner, 4:3 (47:17) Pelech, 4:4 (56:48) Cundari, 5:4 (Penalty) Greilinger.

Krefeld Pinguine – Iserlohn Roosters 4:5 n.V. (1:1, 0:1, 3:2, 0:1)

Im Kampf darum, den Anschluss an die Play-off-Plätze zu halten, wäre das ein wichtiger Sieg für Krefeld gewesen – wäre. In der 51. Minute trafen die Pinguine zum 4:2, verloren aber noch in der Overtime. Zweimal legte Iserlohn vor: Erst traf Luigi Caporusso in der 14. Minute zum 1:0 für die Roosters, dann Jake Weidner zum 2:1 (22., Überzahl). Zwischendurch hatte Justin Feser für Krefeld ausgeglichen. Das letzte Drittel gehörte dann aber zunächst den Pinguinen: Alex Trivellato drehte die Partie per Doppelschlag, ehe die Fans beim 4:2 von Dragan Umicevic wegen eines lang andauernden Videobeweises Geduld brauchten: Zwar hatte Krefelds Marcel Müller den Roosters-Goalie Mathias Lange behindert – aber nur weil er von Verteidiger Dieter Orendorz in ihn hinein geschubst worden war. Daher gaben die Unparteiischen den Treffer.  Doch sechs Minuten vor Ende verkürzte Kevin Schmidt; 53 Sekunden vor Ultimo glich Jack Combs aus, als Iserlohn gerade mit sechs Feldspielern agierte. In der Verlängerung traf schließlich Chad Costello für die Roosters. Tore: 0:1 (13:01) Caporusso, 1:1 (18:23) Feser, 1:2 (21:42) Weidner, 2:2 (45:03) Trivellato, 3:2 (47:06) Trivellato, 4:2 (50:50) Umicevic, 4:3 (54:02) Schmidt, 4:4 (59:07) Combs, 4:5 (62:22) Costello.


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