München erleidet schwarzen Freitag in MannheimMannheim - München 9:0

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Zunächst die nüchternen Fakten:

Drittel eins – 3:0: Tore durch Markus Kink (Assists Nicolai Goc, Simon Gamache) 8. Minute, Christoph Ullmann im Power Play (Assists James Sifers, Jonathan Rheault), Jonathan Rheault (Christoph Ullmann, Jochen Hecht) 15. Minute. 12:12 Schüsse aufs Tor.

Drittel zwei – 2:0: Frank Mauer (Matthias Plachta, Yanick Lehoux) 39. Minute, Ronny Arendt (Mirko Höfflin, Felix Brückmann) 40. Minute, 12:13 Schüsse aufs Tor.

Drittel drei – 4:0: Münchens Ersatztorhüter Kevin Reich ersetzt Stammkeeper Jochen Reimer. Matthias Plachta (Frank Mauer, Yanick Lehoux) 48. Minute, Ronny Arendt (Denis Reul, Marc El-Sayed) 55. Minute, Marcus Kink (Steven Wagner, Yanick Lehoux) 57. Minute im Powerplay, Yanick Lehoux (Jochen Hecht, Michael Vernace) 58. Minute in doppelter Überzahl. Schüsse aufs Tor 21:5. Felix Brückmann feiert seinen dritten Shutout nacheinander in der heimischen SAP-Arena, garniert mit einem Assist zum 5:0.

„Das war heute nicht meine Mannschaft“ und „hoffentlich hat Harry Kreis nicht den Respekt vor dieser Münchner Mannschaft verloren“ ,sagte ein sichtlich konsternierter Red-Bull-Trainer Pierre Pagé mit maskenhaft starrem Gesichtsausdruck nach dem Spiel und auch Helmut de Raaf, sein Assistenztrainer, hat sich die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte sicher anders vorgestellt. Grund für diese Niederlage war eine von Harold Kreis perfekte taktische Einstellung seiner Mannschaft sowie die perfekte Umsetzung seiner Vorgaben durch seine Spieler auf dem Eis und zwar von allen vier Reihen.

Defensiv wurden die Schusswege geblockt, der scheibenführende gegnerische Spieler wurde sofort attackiert, während die anderen Spieler die möglichen Passbahnen besetzten. Das minderte die Qualität vieler abgegebener Schüsse auf Felix Brückmann, der jedoch sowohl diese, als auch die Schüsse, bei denen das nicht gelang, souverän meisterte.  Die Passgeschwindigkeit und die Präzision der Zuspiele aus dem eigenen Drittel heraus waren ein weiterer Punkt. So entgingen die Adler der Puckeroberung durch die Münchner Spieler, die meist versuchten, gegenüber dem Puckführenden eine Überzahlsituation herzustellen, manchmal mit bis zu drei Spielern. Bevor sich dieses Schwarmverhalten verdichten konnte und zum „Mehrkampf“ führen würde, kam schon ein schneller Pass in die Räume, die durch das Verschieben des Gegners entstanden. Klappte bei den Münchnern im Angriff das Rotieren auf verschiedene Positionen noch ab und an, ging das in der Rückwärtsbewegung gestern mehr als schief. In der Regel ersetzte der Mitspieler die Position des Rotierenden zu spät oder sie verschoben zu langsam, das eröffnete den Adlern viel Platz sowohl in der neutralen Zone, als auch im generischen Drittel, inklusive der Slotzone. Weitere Kleinigkeiten kamen hinzu, zum Beispiel jede Reihe der Adler platzierte gestern Abend einen Spieler vor den gegnerischen Torhütern Jochen Reimer und Kevin Reich. Stellvertretend sei hier Marcus Kink erwähnt, der das sonst zwar konsequent macht, gestern aber nicht zu dicht vor dem gegnerischen Torhüter stand und somit mehr Bewegungsfreiheit für Schläger und Körperbewegung hatte, zwei Tore waren sein verdienter Lohn. Selbst das bis jetzt noch nicht so funktionierende Powerplay zeigte Tendenz nach oben. Die Adler sind ja bist jetzt durch ihre Torausbeute bei Fünf gegen Fünf (damit ist nicht die Anzahl der ausgelassenen Chancen gemeint, sondern die Ergebnisse) nicht unbedingt auf das Powerplay angewiesen und da gibt es durchaus Vorbilder wie z.B. Boston im Stanley-Cup-Jahr. Schädlich kann es aber nicht sein, wenn die Torproduktion bei gleicher Anzahl Spielern auf dem Eis mal nicht klappt, ein funktionierendes Überzahlspiel zu haben. Und daran arbeiten sie. Ein, zwei Veränderungen in der Zusammensetzung der Formationen ließen das Powerplay gestern nicht nur flüssiger und schneller werden,  sondern auch der Zug zum Tor war deutlich verbessert. Drei von neun Möglichkeiten genutzt, darauf lässt sich aufbauen. Der Rest ist schnell beschrieben. Im letzten Drittel gaben sich die Münchner Spieler auf, einige bewältigten ihren Frust in tätlicher Form, andere stellten die Präsenz auf dem Eis ein. Das dürfte wohl die ernüchterndste Erkenntnis des Red-Bull-Trainerteams gewesen sein.

Das Spiel gestern Abend, „Old School Hockey“, modern aufbereitet, gegen das Zentrum des Eishockey-Avantgardismus in München hat diesem seine Grenzen aufgezeigt, was sicher nicht an den Ideen von Pagé und de Raaf liegt, sondern an der Umsetzung durch schläfrig wirkende Münchner Spieler. Können sie das in Ansätzen gesehene mit den passenden Spielern konstanter aufs Eis bringen, verspricht das für die Zukunft offensiv geführte Spiele mit vielen Toren und Spektakel, eigentlich eine erfreuliche Vision.


Du willst die wichtigsten DEL-News, Spielpläne und Live-Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die Hockeyweb-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple​  und Android​.
Verteidiger von Tappara Tampere
Kölner Haie holen Brady Austin vom finnischen Meister

​Die Kölner Haie haben Verteidiger Brady Austin verpflichtet. Der 29-jährige Kanadier kommt vom finnischen Meister Tappara Tampere. ...

Vertrag bis 2025
Grizzlys Wolfsburg verlängern vorzeitig mit Ryan Button

​Die Grizzlys Wolfsburg haben den Vertrag mit einem ihrer zuverlässigsten Verteidiger vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 2025 verlängert. Ryan Button wird auch in d...

54-jährige Kanadier kehrt von den Iowa Heartlanders zurück nach Deutschland
Gerry Fleming wird neuer Cheftrainer der Löwen Frankfurt

Die Löwen Frankfurt haben ihren neuen Trainer gefunden: Der neue Head-Coach der Hessen heißt Gerry Fleming und kommt von Iowa Heartlanders. Zuvor war der Kanadier dr...

Verteidiger kommt aus der Organisation der Anaheim Ducks
Eisbären Berlin verstärken sich mit Brendan Guhle

Die Eisbären Berlin haben einen neuen Verteidiger verpflichtet. Brendan Guhle wechselt aus der Organisation der Anaheim Ducks nach Berlin und komplettiert die Defens...

Neuzugang kommt aus Finnland
Nick Baptiste verstärkt die Kölner Haie

Der Haie-Kader 2022/2023 nimmt weiter Form an. Die Kölner Haie haben sich die Dienste von Stürmer Nick Baptiste gesichert. Der 26-jährige Kanadier wechselt aus Finnl...

Neuzugang aus Iserlohn
Straubing Tigers verpflichten Luke Adam

​Der Kanadier Luke Adam wird die Offensive der Straubing Tigers verstärken. ...

Auftaktspiel zwischen Kölner Haie und EHC Red Bull München am 15.09.22
DEL veröffentlicht Spielplan für die Saison 2022/23

Die Eishockey-Fans haben sehnsüchtig darauf gewartet. Jetzt steht der Spielplan für die kommende Spielzeit in der DEL fest. Und das Auftaktspiel der neuen Saison fin...

Schussstarker Verteidiger für die Löwen-Defensive
Löwen Frankfurt holen Simon Sezemsky aus Iserlohn

Der läuferisch und technisch versierte Abwehrspieler Simon Sezemsky kommt vom DEL-Club Iserlohn Roosters nach Frankfurt. ...