Müder Auftakt im Halbfinale: Düsseldorf macht es in der OvertimeIngolstadt - Düsseldorf 1:2 n.V.

Ingolstadts Petr Taticek verpasst knapp den Puck. (Foto: Imago)Ingolstadts Petr Taticek verpasst knapp den Puck. (Foto: Imago)
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Beide Mannschaften nahmen sich nach den aufreibenden Viertelfinalserien über jeweils sieben Spiele zunächst eine kleine Auszeit. Die ersten Gelegenheiten hatten die Ingolstädter, mussten aber nach etwas mehr als sechs Minuten den ersten Rückschlag verkraften: Beinah aus dem Nichts erzielten die Düsseldorfer durch Thiel auf Zuspiel von Fischbuch den Führungstreffer, nachdem sie zuvor gerade einmal einen Torschuss abgegeben hatten – und danach nicht viel mehr. Demgegenüber standen fünf Versuche der Panther.

Kurz nach der Führung hatte Vorlagengeber Fischbuch eine sehr gute Chance, als er Pielmeier schon umkurvt hatte, der aber im letzten Moment den rechten Schoner ausfuhr und den zweiten DEG-Treffer verhinderte. Erst nach 14 Minuten kamen die Panther wieder gefährlich vor das Tor der Düsseldorfer, dann aber gleich mit einer Dreifachchance durch Taticek, Buck und Picard. Dann musste DEG-Stürmer Sparre in die Kühlbox. Bis auf eine sehr gute Chance von MacMurchy auf Zuspiel von Buck brachten die Panther aber nicht viel zu Wege – und hatten noch Glück, in eigener Überzahl nicht noch weiter in Rückstand zu geraten. Im direkten Gegenzug hatten erneut Buck und Taticek die Führung auf dem Schläger, kamen aber bei ihrem 2:1-Konter nicht zum Abschluss. So gingen die Panther mit einem Rückstand in die erste Drittelpause.

Ingolstadt mit vielen Schüssen, aber ohne Treffer

War es Phlegma oder schlicht die Müdigkeit in den Knochen? Die Panther jedenfalls gingen das Unternehmen Ausgleich eher gemächlich an. So etwas wie Play-off-Atmosphäre kam erst nach etwa 25 Minuten auf, als Düsseldorfs Shawn Belle lautstark gegen seine Zwei-Minuten-Strafe protestierte und damit den Unmut der Panther-Fans auf sich zog. Im folgenden Powerplay brachten die Ingolstädter nicht arg viel zustande und hatten ihre beste Chance erst gegen Ende der Strafe durch einen Schuss von Hager. Zur Mitte des Spiels erhöhten die Panther den Druck und erarbeiteten sich einige gute Situationen, ohne jedoch klare Torchancen herauszuarbeiten. Nach 33 Minuten zuckte sehenswert die Fanghand von Pielmeier nach einem ebenso sehenswerten Handgelenkschuss von DEG-Stürmer Rob Collins, der ja mit den Panthern noch eine Rechnung offen hat von der letztjährigen Finalserie, als er in Diensten der Kölner Haie stand. Kurz darauf musste Michael Davies auf Seiten der DEG auf die Strafbank. Die einzig nennenswerte Aktion vollbrachten die Panther wieder erst gegen Ende der Strafe bei einem Direktschuss von MacMurchy aus halblinker Position. Kurz nach Ablauf der zwei Minuten musste jedoch Drew Schiestel auf DEG-Seite in die Kühlbox. Doch auch dieses Überzahlspiel verpuffte. Trotz eines durchaus bemerkenswerten Schussverhältnisses von 17:3 im Mitteldrittel gingen die Panther weiter mit einem Tor Rückstand in den Schlussabschnitt.

Die Panther tun sich schwer, aber Greilinger gleicht aus

Darin passierte zunächst wenig, bis auf zwei halbwegs gute Gelegenheiten für die Panther durch Patrick Hager. Doch dann musste erneut der Düsseldorfer Sparre auf die Strafbank, wodurch die Panther durch MacMurchy, einen versuchten Tip-in durch Szwez und einen Schuss von Buck zu guten Gelegenheiten kamen. Wieder zur Drittelmitte erhöhten die Ingolstädter weiter den Druck und hätten durch John Laliberte fast den Ausgleich erzielt, als er sich die Scheibe aus der Luft mit der Hand zurechtlegte und sie dann aus der Drehung aus zentraler Position an den rechten Pfosten des Düsseldorfer Tores nagelte. Ebenso sehenswert war die Parade von Düsseldorfs Torhüter Beskowarany sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit: Taticek hatte von hinter dem Tor auf MacMurchy gepasst, der vom rechten Bullykreis direkt abzog, aber dem DEG-Keeper direkt in die Fanghand schoss.

Wie eng Hoffen und Bangen in den Play-offs beieinander liegen können, zeigte sich sechs Minuten vor Ende: Jubelten die Ingolstädter Fans zunächst über den Ausgleich durch den zuletzt immer wieder kritisierten Thomas Greilinger, mussten sie nur wenige Sekunde später den Atem anhalten, als Hager erneut auf der Strafbank Platz nehmen musste. Erst kurz nach Ablauf der Strafe hatte Ex-Panther Turnbull die große Chance zur erneuten DEG-Führung, scheiterte aber nach einem präzisen Querpass aus kurzer Distanz an Meister-Goalie Pielmeier. 151 Sekunden vor Ende rückte ein anderer Ex-Panther in den Blickpunkt: Jakub Ficenec konnte Benedikt Kohl nur mit einem regelwidrigen Halten stoppen und musste demzufolge in die Kühlbox. Die Panther kombinierten im Powerplay routiniert und geduldig, konnten jedoch kaum Druck entwickeln. Einzig ein Schuss von Greilinger brachte ein wenig Gefahr – und so kam es, wie es angesichts von Panthern, die nicht alles riskierten, und Düsseldorfern, die womöglich nicht mehr konnten, kommen musste: Verlängerung.

In der Overtime waren die Düsseldorfer das aktivere Team und wurden nach dreieinhalb Minuten belohnt: Kreutzer überlief auf rechts die Abwehr der Panther, legte zurück auf Kristopher Sparre, der vom Bullykreis mit ein wenig Glück direkt abschloss zum Siegtreffer der Düsseldorfer.       

Tore:
0:1 (6:15) Alexander Thiel (Thomas Dolak)
1:1 (53:55) Thomas Greilinger
1:2 (63:28) Kris Sparre (Daniel Kreutzer, Bernhard Ebner)

Strafen: Ingolstadt 8, Düsseldorf 16
Zuschauer: 4.639


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