Mit Saisonbestleistung zum SiegStraubing – Köln 3:2

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Kurios begann das Spiel am Pulverturm, denn einer der Linienrichter verspätete sich aufgrund einer Autopanne. So spielte man die ersten Minuten kurzerhand im Drei-Mann-System. Im Spiel zeigten die Tigers vom Eröffnungsbully an, wem das Eis am Pulverturm gehört. Es war ein Schussfeuerwerk, wie man es diese Saison von den Niederbayern noch nicht gesehen hat. Dafür gab es auch von DEL-Rückkehrer Rob Collins Lob: „Straubing spielte sehr gut, sie sind stark aus der Kabine gekommen.“ Insgesamt war es mehr als verdient, als Tommy Brandl zur Führung in Überzahl einnetzen konnte. Straubings Verteidiger René Kramer sah man nach dem Spiel die Freude über die gute Leistung an: „Wir hatten ein sehr gutes erstes Drittel. Wir sind mit viel Feuer rausgekommen, man hat gesehen, dass wir auch gegen die sehr guten Mannschaften aufspielen können.“ Bei Straubing klappte diesmal viel, was sonst nicht klappen wollte. Die Tigers spielten die Powerplay-Situationen mit schnell laufender Scheibe, bewiesen Übersicht und gaben viele gute Schüsse ab, zudem konnte man die blaue Linie halten. Köln hingegen spielte bereits im Play-off-Modus, was ihnen im Hauptrundenspiel aber einige Strafen bescherte. Kramer meint dazu: „In den letzten Spielen waren wir ein bisschen mehr in Unterzahl, heute war es mal anders. Da kann man natürlich offensiv mehr Druck machen und auch ein Tor schießen.“ Die häufige Unterzahl ließ die Gäste nur schwer ins Spiel finden. Mehr als einmal musste Youri Ziffzer den Feuerwehrmann geben. Trotz der klaren Straubinger Überlegenheit gelang es Olympiateilnehmer Rok Tičar, eine der wenigen Chancen zum schmeichelhaften ausgeglichenem Drittelzwischenstand zu nutzen.

Im Mittelabschnitt machten es die Haie besser und blieben von der Strafbank fern. Somit war es auch nicht wunderlich, dass die Rheinländer besser im Spiel waren. Nun war es ein Spiel auf Augenhöhe, indem beide Teams gute und sehr gute Chancen hatten. René Kramer über das Drittel: „Zu dem Zeitpunkt hätte es auf jede Seite umschlagen können. Die Kölner haben getroffen, es hätte aber auch andersrum sein können.“ Chris Minard war es, der mit einem Schlagschuss die Führung besorgte.

Am Schlussdrittel hatte Kramer wieder seine helle Freude: „Im dritten Drittel sind wir rausgekommen und haben gezeigt, dass wir richtig gut spielen können.“ Straubing legte wieder einen Gang zu und setzte die Gäste mächtig unter Druck. Der Ausgleich durch Marcel Brandt war inzwischen hochverdient und konnte auch von einem sehr guten Youri Ziffzer nicht verhindert werden. Coach Dan Ratushny verteilte „Extralob an die junge Reihe Brandl, Brandt und Schönberger, sie haben das Spiel gedreht.“ Jordan Hendry meint: „Das war eine gute Teamleistung.“ Rob Collins trauert jedoch den ausgelassenen Chancen hinterher: „Wir hatten im Schlussdrittel eine Ein-Tor-Führung, aber wir haben es nicht über die Zeit geschafft.“ Für die Hausherren kam es jedoch zu noch einem besonderen Moment: „Das war auf jeden Fall ein besonderer Moment. Sully (Sean Sullivan, Anm. d. Autors) hat das über außen super gemacht, ist nach vorne, hat sich eingeschaltet, hat dann den Puck in die Mitte gebracht und Beech hat ihn rein gemacht. So kurz vor Schluss natürlich super“, erzählt ein strahlender Kramer. „So knapp vor Ende zu verlieren ist sehr hart, aber das ist Hockey“, muss ein enttäuschter Rob Collins sagen. „Wir müssen einen Weg finden, solche Spiele zu gewinnen.“

Kölns Trainer Uwe Krupp fast das Spiel zusammen: „Straubing hat über drei Drittel konstant gespielt und nie den Faden verloren. Wir haben sie ein paar Mal in Bedrängnis gebracht. Als wir 2:1 vorne lagen, hatten wir ein paar Chancen, das 3:1 zu machen, aber die Scheibe ist dann auf der Torlinie liegen geblieben oder Bacashihua hat einen guten Save gemacht. Aber dann hat Straubing mit Energie das 2:2 und dann das 3:2 gemacht. Es war ein enges Spiel. Wir sind natürlich nicht zufrieden, heute keine Punkte gemacht zu haben, aber das lag an einer guten Straubinger Mannschaft. Dan Ratushny zeigte sich nach dem Sieg zufrieden: „Das ist natürlich ein gutes Gefühl, nach dem Heimsieg über eine der besten Mannschaften der DEL.“

Tore:
1:0 04:20 Thomas Brandl (Florian Ondruschka, Alex Dotzler) PP1
1:1 06:41 Rok Tičar (Marcel Müller, Andreas Holmqvist)
1:2 32:49 Chris Minard (Charlie Stephens)
2:2 53:42 Marcel Brandt (Thomas Brandl, Jordan Hendry)
3:2 59:03 Kris Beech (Carsen Germyn, Sean Sullivan)

Strafen: Straubing 8; Köln 12
Schiedsrichter: Stephan Bauer, Eric Daniels; Linienrichter: Markku Büse, Stefan Velkoski
Zuschauer: 4.551