Mit "Moral" zum AuswärtsdreierAugsburg – Wolfsburg 3:4

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Grund für den Unmut: der Unparteiische Roland Aumüller, der einen Großteil der 3.432 Zuschauer sowie AEV-Coach Larry Mitchell gegen sich aufbrachte. Doch wie es das Schicksal bzw. der Spielplan will, haben die Fuggerstädter bereits kommenden Freitag die Chance auf Revanche. Dann sind die Grizzlies erneut am Lech zu Gast.

Wütende Pantherfans und siegreiche Grizzlies

„Ich gratuliere Pavel Gross und seinem Team, danke!“ Mehr hatte Larry Mitchell am Freitagabend nach der Niederlage nicht zu sagen. Doch nicht nur dem Augsburger Trainer platzte beinahe der Kragen, auch das Publikum protestierte mit „Aumüller raus!“-Rufen. Neben einigen Entscheidungen, mit denen die Pantheranhänger nicht zufrieden waren, sorgte vor allem die Strafe gegen Peter Flache in der 57. Spielminute für Missstimmung unter den Fans. Der Stürmer bekam eine kleine Strafe wegen Hakens sowie eine zehnminütige Disziplinarstrafe aufgebrummt.

3:2 führten die Fuggerstädter zu diesem Zeitpunkt durch Tore von Kapitän Daryl Boyle (22.) sowie die Rückkehrer Stephen Werner (45.) und T.J. Trevelyan (49.) und wer weiß – vielleicht hätten sie das Ergebnis bis zum Ende halten können. Doch die Wolfsburger, für die zuvor Ex-Panther Greg Moore (42.) und Matt Dzieduszycki (50.) trafen, hatten einen guten Tag und nutzten ihr Überzahlspiel: Aaron Brocklehurst glich mit einem Schlagschuss zum 3:3 aus (57.). Als dann nur wenige Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit Sebastian Furchner noch mit dem vierten Gäste- und damit Siegtreffer nachlegte (60.), ertönte ein gellendes Pfeifkonzert von den Tribünen. Sogar der Nikolaus war wütend, wedelte mit seiner Rute und forderte den Unparteiischen auf: „Schiri, ab in den Sack!“

„Selbst auch einiges falsch gemacht“

Duanne Moeser drückte seine Meinung zum Spielverlauf etwas zurückhaltender aus: „Man sollte auf die Schiedsrichter nicht schimpfen, aber sagen wir mal so: Die Vier hatten heute Einfluss auf das Ergebnis“, so der Standpunkt des AEV-Sportmanagers. „Solche Entscheidungen entscheiden nun mal die Partie, gerade wenn es im späten Spiel passiert und man nur noch schwer zurückkommen kann.“ Michael Bakos wollte den Schwarzen Peter nicht alleine Roland Aumüller und dessen Kollegen zuschieben. „Ja, es gab schon zwei fragwürdige Situationen, aber wir haben auch selbst einiges falsch gemacht und müssen daher vor der eigenen Tür kehren. Schließlich haben wir drei Tore in zehn Minuten kassiert und eine 3:1-Führung sollte eigentlich zu einem Sieg reichen“, erklärte der Verteidiger, der auch zugab: „Wolfsburg hat es uns sehr schwer gemacht.“

Déjà-vu am 14. Dezember

Dass die Grizzlies ganz und gar nicht wie ein Schlusslicht auftraten, fand auch Augsburgs Backup-Goalie Leo Conti. „Bären“-Coach Pavel Gross war stolz auf seine Jungs: „Sie haben Moral bewiesen, auch wenn das viele im Stadion anders sehen. Wir haben einen 1:3-Rückstand aufgeholt und dann sogar 4:3 gewonnen. Das kennen wir so nicht, normalerweise ist es umgekehrt. Glückwunsch an meine Mannschaft, die nie aufgegeben hat.“ Zwar trägt Wolfsburg noch immer die Rote Laterne mit sich herum, aber die Gäste feierten ihren Auswärtstriumph. Immerhin ist der letzte Dreier bereits drei Wochen her. Am 16. November war es, als die Niedersachsen in Nürnberg 2:1 gewannen. Doch egal, was die Tabelle spricht – laut Ex-Panther Benedikt Kohl sei in der Kabine immer gute Stimmung.

Die Schwaben, die ihre letzten beiden Partien gegen Berlin (3:2) und Straubing (3:1) für sich entschieden hatten, rutschten nach der jüngsten Pleite vom sechsten auf den achten Rang. Schon am kommenden Freitag können die Augsburger ihre Niederlage gegen Wolfsburg allerdings wieder gut machen und diesmal gegen die Grizzlies punkten.

Die Torschützen im Überblick:

Augsburger Panther
1:0 22. Daryl Boyle (Derek Whitmore, Brian Roloff)
2:1 45. Stephen Werner (Peter MacArthur, Nick Ross)
3:1 49. T.J. Trevelyan

Grizzly Adams Wolfsburg
1:1 42. Greg Moore (SH1)
3:2 50. Matt Dzieduszycki (Tyler Haskins, PP1)
3:3 57. Aaron Brocklehurst (Matthew Dzieduszycki)
3:4 60. Sebastian Furchner (Norman Milley, Kai Hospelt)

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