Millimeter entscheiden

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Wie nah Glück und Pech nebeneinanderliegen mussten die Nürnberg Ice Tigers im ersten Heimspiel der neuen Saison feststellen. In einer ausgeglichenen Partie mussten sie sich den Hamburg Freezers geschlagen geben, weil das Torgestänge an diesem Abend nicht auf Nürnberger Seite stand.

Die Freezers-Führung im ersten Drittel hatte allerdings nichts mit Glück oder Pech zu tun. Eher mit Adam Svoboda, der bei eigener Überzahl hinter dem Tor die Scheibe nicht konsequent genug zum eigenen Mann brachte. Richard Mueller spritzte dazwischen und Alex Barta war zur Stelle. Die Freezers gingen mit dem 1:0 in die Pause, auch weil JM Pelletier bis dahin sehr solide arbeitete.

Im Mittelabschnitt brachten die Ice Tigers noch mehr Energie aufs glatte Parkett und wurden belohnt. Florian Keller nutzte einen Abstauber zum Ausgleich. Mehr und mehr übernahmen die Hausherren die Initiative und Grygiel konnte vielleicht vom einzigen Fehler des Hamburger Keepers profitieren. Sein Schlagschuss rutschte Pelletier über die Fanghand ins Netz.

Im Schlussabschnitt wurden die Freezers wieder aktiver, hatten bei ihrem Ausgleichstreffer allerdings den Pfosten auf ihrer Seite. Karalahtis Schuss sprang vom Innenpfosten auf die Kelle von Mueller - 2:2. Jetzt war für beide Teams alles möglich, aber es blieb beim durchaus gerechten Unentschieden. Den einheimischen Fans verstummte vor allem in den letzten Sekunden der Torschrei. Bei Überzahl lag der Siegtreffer mehrmals in der Luft.

Weniger Glück mit dem Torgestänge hatte Dan Spang in der Verlängerung. Sein Handgelenksschuss sprang von der Latte zurück ins Feld. Die Entscheidung im Penaltyschießen war ebenfalls Millimetersache. Jason King gelang der einzige und entscheidende Treffer, auch weil Nürnbergs Chouinard und Keller an Latte bzw. Pfosten scheiterten.

"Das Spiel hätte in jede Richtung kippen können. Es war ein hart umkämpftes Spiel und es ist immer schade, wenn das Penaltyschießen entscheidet. Aber wir nehmen die zwei Punkte gerne mit und sind happy", analysierte Paul Gardner auf der Pressekonferenz.

Nürnbergs Coach Andreas Brockmann war mit seiner Truppe durchaus zufrieden: "Man hat gesehen, dass die Mannschaft alles gibt und bis zum Schluss kämpft. Leider haben wir wie schon am Donnerstag enorm viele Chancen gebraucht, um zu treffen."

Mit dem Einstand von Eric Chouinard war Brockmann ebenfalls zufrieden. "Obwohl er erst seit Donnerstag auf Eis trainiert, hat man gesehen, welches Potenzial er hat", ließ Brockmann wissen. "Er hat heute sehr gut gespielt. Ich habe ihm als erstes gesagt, dass es mich nicht interessiert, was in Straubing vorgefallen ist. Eric freut sich hier zu sein und sieht das als Neuanfang", so Nürnbergs Trainer weiter.

Tore:
0:1 (07.04) Barta (Mueller, Biron) 4:5
1:1 (24.02) Keller (Savage, Ask)
2:1 (36.52) Grygiel (Leask, Mayr)
2:2 (47.21) Mueller (Karalahti, King)
2:3 (65.00) King (Penalty)

Strafen: Nürnberg 10 min. - Hamburg 12 min.
Zuschauer: 3853
Schiedsrichter: Oswald

(Foto: www.foto.hm)