Mike Rosati: Freue mich auf die Schule

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Im Februar kam das Angebot und die Familie Rosati überlegte hin und her.

Eine Eishockeyschule für Goalies wollte Mannheims Co-Coach, eine Schule, fünf

Minuten von seinem Haus in Barrie entfernt.

Rosati, der ein Adler aus Überzeugung war und wohl auch immer in seinem

Herzen bleiben wird, geht mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Weinend,

weil er an Mannheim hängt, lachend, weil er "ungemein

positiv-aufgeregt" ist wegen des neuen Jobs. Ganz klare Überlegungen

spielten hier eine Rolle: "Im Coaching musst Du immer damit rechnen

umzuziehen, oder man kündigt Dir im Januar den Job und Du musst eine neue

Wohnung suchen, neue Schulen für Deine Kinder, neue Freunde. Das ist nicht das,

wie ich mir mein Leben vorstelle. Ich möchte mich niederlassen, meine Töchter

werden älter, sie sollen Wurzeln haben. Alles, was wir besitzen, ist in

Kanada." Patty Rosati, eine Italienerin, wird keine Probleme mit der

Umstellung haben, "sie hatte erst die Idee dazu", sagt ihr Mann.

Die Schule in Barrie ist das ganze Jahr über geöffnet und international.

Und da schlägt dann gleich wieder das Adler-Herz in Rosati: "Ich könnte

mir vielleicht vorstellen, dass die jungen Torleute im Sommer bei mir trainieren

könnten", träumt er ein wenig vor sich hin. Rückblickend möchte er

seine Zeit in Mannheim nie und nimmer missen, sagt Rosati. Nicht die aktive auf

dem Eis, aber auch nicht die hinter der Bande: "Ich weiß, dass die Saison

teilweise schrecklich war, aber ganz persönlich muss ich sagen, dass ich nur

gute Erinnerungen mitnehmen würde. Es hat großen Spaß gemacht, mit Stephane

zu arbeiten, es war gut mit dem ganzen Umfeld." Ein wenig Schwierigkeiten hätte

er höchstens gehabt, weil er auf einmal auf der anderen Seite stand, "und

wenn Du dann Jungs, mit denen Du gespielt hast, sagen musst, dass sie auf der

Bank sitzenbleiben in einem Spiel, dann ist das schon happig".

Mike Rosati wird jetzt noch das Abschiedswochenende im Friedrichspark genießen,

die alten Freunde nochmal treffen und darauf bauen, dass man sich wiedersieht,

in Kanada oder in Europa, man ist ja nicht aus der Welt. Tochter Jessica wird

noch bis zu den Pfingstferien in die Oststadtschule gehen, dann jettet man über

den großen Teich. "Das wird eine neue Erfahrung für uns alle, fest in

Kanada zu leben, aber wir freuen uns darauf", sagt Rosati.  

(Angelika von Bülow - Foto: City-Press)

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