Meister schlägt Vize-Meister - Rautert schwer verletzt

Markus Jocher bleibt ein "Löwe"Markus Jocher bleibt ein "Löwe"
Lesedauer: ca. 3 Minuten

In der Neuauflage des Finales aus der vergangenen Saison begegneten sich am Sonntagnachmittag die Frankfurt Lions und die Eisbären aus Berlin. Nach

packenden, spannenden und nicht immer ganz fairen 60 Minuten setzten sich, wie auch in der Finalserie, die Frankfurt Lions mit 4:3 (2:2, 2:1, 0:0) durch.

Von Beginn an waren viele Emotionen im Spiel. Dabei erwischten die Lions den besseren Start, denn gleich ihr erster Torschuss fand sein gewünschtes Ziel und es hieß nach genau 100 Sekunden 1:0. Der Vize-Meister keineswegs

geschockt. Nur 70 Sekunden nach dem Rückstand staubte Fairchild aus kurzer Distanz ab, als Ian Gordon einen Schuss nicht festhalten konnte. Was folgte waren übertrieben harte Stockfouls der Gäste. Hauptschiedsrichter Willy Schimm hatte alle Hände voll zu tun, und schickte nach fünf Minuten gleich zwei Berliner fast zeitgleich auf die Strafbank. Die Lions brauchten lange, um in eine gute Powerplay Aufstellung zu kommen, und

als Berlin gerade wieder zu viert auf dem Eis stand, traf Bouchard zur

erneuten Lions Führung.


Die Eisbären benötigten aber wieder nicht lange Zeit, um auszugleichen.

Kurios dabei, dass kein Berliner den Treffer erzielte, sondern Lions Verteidiger Mikael Magnusson. Bei einem Klärungsversuch rutschte ihm der Puck unglücklich vom Schläger genau in den Schlittschuh von Torwart Gordon, und von dort ins Tor. Da es beim Eishockey keine Eigentore gibt, wurde der Treffer André Rankel gutgeschrieben. Kurz vor dem Ausgleich lieferten sich Markus Jocher auf Lions Seite und der Eisbär Derrick Walser einen harten Faustkampf, woraufhin Willi Schimm beide Spieler mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe belegte. Eine

Spieldauerdisziplinarstrafe hätte auch Berlins Stürmer Denis Pederson kassieren müssen. Mit einem harten Angriff checkte Pederson Lions Spieler Neville Rautert zu Boden, der zunächst blutend in die Kabine, später ins Krankenhaus eingeliefert wurde. „Rautert hat eine sehr schwere Gehirnerschütterung. Genaueres ist noch nicht bekannt. Außerdem wurde er mit 7 Stichen genäht“, berichtete Manager Lance Nethery nach dem Spiel.


War im ersten Drittel übertriebene Härte Trumpf, hielt sich das im

Mitteldrittel weitestgehend in Grenzen. Für den ersten Höhepunkt in den zweiten 20 Minuten sorgten die Berliner Eisbären. In Unterzahl liefen sie einen super Konter, den am Ende Micki DuPont vollendete. Die Gäste damit zum ersten Mal in Führung, die Erik Cole beinahe ausgebaut hätte. Der von den Carolina Hurricanes verpflichtete Amerikaner traf die Querlatte. Doppeltes Unglück für die Eisbären, dass im direkten Gegenzug Jason Young zum 3:3 ausgleichen konnte. Lions Trainer Rich Chernomaz hatte kurz vorher die Sturmreihen geändert, und zu Pat Lebeau den Kapitän der Lions Jason Young und Dwayne Norris gestellt. Norris und Lebeau lieferten das Zuspiel für das zweite Saisontor des 31-jährigen Kanadiers.


Eine Schlüsselszene für den Spielausgang dann nach 36 Minuten: Ein von der Bande unkontrolliert abspringender Puck landete genau auf dem Schläger von Eisbären Stürmer Florian Busch, der aber überrascht von der Situation aus fünf Meter das leere Lions Tor verfehlte. Nur eine Minute später war auf der anderen Seite DEL Top-Scorer Pat Lebeau zur Stelle, um im Nachschuss für die 4:3 Führung der Lions zu sorgen.


Im letzten Drittel konzentrierten sich die Lions auf eine gute Abwehrarbeit

und ließen lange keine nennenswerte Torchance der Gäste zu. Erst als die

Eisbären nach 56 Minuten noch eine Überzahlchance hatten, geriet der Lions Sieg noch einmal in Gefahr. Ian Gordon im Tor der Lions verhinderte gegen Heins den Ausgleich. Zum Abschluss noch eine unschöne Aktion vom bis dato besten Berliner Spieler Micki DuPont. Ein hoher Stock gegen Jason Young bescherte DuPont eine Spieldauerdisziplinarstrafe.


Eisbären Trainer Pierre Pagé war nach dem Spiel sichtbar sauer auf seine

Mannschaft: „Frankfurt hat verdient gewonnen. Wir hatten keine Disziplin, das war der Unterschied.“ Lions Trainer Rich Chernomaz äußerte sich stolz über seine Mannschaft, der es erstmals in der Saison gelungen war, die volle Punkteausbeute einzuholen. (Frank Meinhardt)


Tore:

1:0 (01:40) Hackert (Sulkovsky, Reichel)

1:1 (02:50) Fairchild (Leask, Walker) 5-4 PP

2:1 (05:50) Bouchard (Ratchuk, Lebeau) 5-4 PP

2:2 (07:37) Rankel

2:3 (23:56) DuPont (Ustorf) 4-5 SH

3:3 (27:28) Young (Norris, Lebeau)

4:3 (37:05) Lebeau (Norris, Ratchuk)


Strafzeiten:

Lions: 13 Minuten + Spieldauerdisziplinarstrafe für Markus Jocher

Berlin: 28 Minuten + Spieldauerdisziplinarstrafe für Derrick Walser und

Micki DuPont

Zuschauer: 6.600

Schiedsrichter: Willi Schimm