Mason muss wohl gehen

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Fünfmal angetreten, fünfmal verloren! Die Kölner Haie,

von Ex-Trainer Hans Zach einst als FC Bayern München des Eishockeys bezeichnet,

sorgen nur noch für Hohn und Spott in der Liga. Auch gegen den Neuling aus

Nordhessen bezogen die Stars um Mirko Lüdemann eine Niederlage. Ein paar

Busladungen aus der Fuldastadt feierten ihre Lieblinge frenetisch und sorgten

wenigstens ein bisschen für Stimmung in der nicht einmal zur Hälfte gefüllten

Arena.

„Wir ha´m die Schnauze voll!“ skandierten die

enttäuschten Haie-Fans, nachdem der Ex-Kölner Sean Tallaire eine 5:3-Überzahl

ausnutzte und den Domstädtern mit dem vierten Treffer den endgültigen K.o.

verpasste. Das 0:5 war geradezu lächerlich in seiner Entstehung. Jetzt wurde gar

jeder Angriffsversuch der Heimmannschaft von Pfiffen begleitet. Ob Chefcoach

Doug Mason am nächsten Freitag beim Heimspiel gegen Hamburg noch an der Bande

steht, darf zumindest angezweifelt werden.

Die Gastgeber, bis dahin mit Nürnberg sowie den

Außenseitern Duisburg und Straubing in  punktloser Gesellschaft, mussten neben

Nationaltorwart Robert Müller auch auf Angreifer Philip Gogulla verzichten, der

von „seinem“ NHL-Klub Buffalo Sabres zu einem Trainingslager zitiert wurde. Der

gebürtige Düsseldorfer wird den Domstädtern außerdem in zwei weiteren Spielen

fehlen. Insider vermuten, dass Gogulla in dieser Saison noch nicht auf der

anderen Seite des Atlantiks seine Zelte gänzlich aufschlagen wird, da er über

einen Ein-Wege-Kontrakt mit Buffalo verfügt und somit nicht in ein Farmteam

abgeschoben werden kann. Daher dürfte eine Bindung an die Sabres zum jetzigen

Zeitpunkt eventuell zu früh sein. Beim Gast aus Nordhessen fehlten Routinier

Jacek Plachta (Schulterverletzung) sowie Shawn McNeil (Rheuma).


„What´s goin´ on?“ dröhnte es aus den Lautsprechern

vielsagend im ersten Drittel. Ja, was ging da eigentlich ab? Nachdem die

Gastgeber ein mehr als harmloses Überzahlspiel hinlegten, brachte dem

selbstbewussten Neuling die erste Chance die Führung. Eine wunderschöne

Kombination schloss Ryan Gaucher erfolgreich ab. Rund sieben Minuten später

schaffte es derselbe Akteur nicht, die Scheibe über die Torlinie zu schubsen.

Besser machte es Dustin Wood. Als Mirko Lüdemann die Initiative ergriff, einen

Angriff inszenierte und dabei die Scheibe verlor, war es der Gästeverteidiger,

der entschlossen einen Break fuhr und Tor Nummer zwei erzielte. „Aller guten

Dinge sind drei“, dachte sich wohl Ex-Haie Sean Tallaire, der eine Verwirrung in

den Kölner Reihen ausnutzte und in Überzahl nicht nur für das 0:3, sondern auch

für eine Auszeit der Mason-Schützlinge sorgte.

Die Kölner, von der übersichtlichen Kulisse mit Pfiffen

zum Mittelabschnitt empfangen, mussten sich zunächst der Kasseler Angriffe

erwehren. Besonders die Reihe Klinge/ Leavitt/ Kraft setzte Akzente, ohne den

entscheidenden vierten Treffer zu setzen. Und Lüdemann, der einen rabenschwarzen

Tag erwischte, gab das Seine hinzu. Ab der zweiten Hälfte der Begegnung waren

die Gastgeber wenigstens in der Lage, Torchancen zu kreieren, wenngleich sie

ebenfalls nicht zum Erfolg führten. In der 31. Minute setzte der wieder einmal

schwerfällige und pomadige Mike Johnson Oldie Dave McLlwain gut in Szene, doch

für den Kapitän war der Winkel zu spitz, um Boris Rousson in die Bredouille zu

bringen. Eine Minute später traf ein abgefälschter McLlwain-Schuss nur den

Pfosten. Gegen Ende des Drittels hatte Moritz Müller das Pech, dass sein

Versuch, erneut abgefälscht, von oben auf die Latte prallte. „An dem Dilemma“,

so ein Scherzbold, seien in erster Linie die Trikots schuld. Sie erinnerten mit

ihrer Farbe sehr an Senf, und zwar an jenen aus Düsseldorf.

Kölner Haie – Kassel Huskies 1;5 (0:3, 0:0, 1:2)

Tore: 0:1 (4;22) Gaucher (Auger, Kosick), 0:2 (11;47)

Wood, 0:3 (14;50) Tallaire (Wood, Bartek), 0:4 (47;56) Tallaire (Bannister,

Bartek), 0:5 (50;00) Boisvert (Tallaire, Bartek), 1:5 (51;42) Piros (Adams). –

Zuschauer: 8.183. – Strafminuten: Köln 8 + 10 Moritz Müller, Kassel 12. –

Schiedsrichter: Kadow (Eppelheim).