Marcel Müller: „Es ist Mist, dass es mich erwischt hat!"Der Ex-Haie und aktuelle Stürmer der Krefeld Pinguine im Interview

Marcel Müller - Foto: STOCK4pressMarcel Müller - Foto: STOCK4press
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Für Marcel Müller glichen die letzten Wochen einer Achterbahnfahrt. Das Abrutschen mit den Kölner Haien in die unteren Tabellenregionen der Deutschen Eishockey Liga (DEL), der damit verbundene Trainerwechsel von Uwe Krupp zu Niklas Sundblad - die Freistellung von den Kölner Haien und letztendlich der Umzug nach Krefeld zu den Pinguinen.

Dort traf er auf Rick Adduono, dem Chefcoach der Pinguine, der mit dem Stürmer so einiges vor hat: „Ich sehe Marcel Müller zusammen mit Daniel Pietta und Adam Courchaine in unserer ersten Reihe spielen!“. Um mehr über Müller zu erfahren, nutzte Adduono seine Kontakte nach Nordamerika. „Die Toronto Marlies, in der Marcel während seiner Zeit in Nordamerika hauptsächlich spielte, konnten mir sehr helfen. Ich weiß, dass er ein guter Spieler ist. Warum er in Köln entlassen wurde, ist für mich nicht wichtig. Meine ersten Eindrücke haben sich bestätigt. Ich kann mit ihm gut und hart arbeiten.“, sagte der Trainer nach dem Spiel seiner Pinguine bei den Eisbären Berlin.

Der Stürmer scheint in Krefeld angekommen zu sein. Im Interview mit Hockeyweb sprach Müller über seine Freistellung in Köln, die Entlassung von Uwe Krupp und seinem „Neustart“ in Krefeld.

Marcel Müller,  wie lief ihre Freistellung bei den Kölner Haien ab?

Ich hatte in der Deutschland-Cup-Pause den Anruf bekommen, dass ich vom Spiel- und Trainingsbetrieb freigestellt wurde. Und dann ging es für mich sofort darum, für alle Beteiligten die beste Lösung zu finden. Jetzt bin ich in Krefeld und versuche, der Mannschaft zu helfen.

Wie überraschend kam denn die Freistellung bei den Haien?

Ich hatte mit dem neuen Trainer, Niklas Sundblad, keine Gespräche im negativen Sinne. Wo er den Trainerposten übernommen hatte sprachen wir darüber, dass wir dort wieder hinkommen wollen, wo wir 2010 waren. Daran haben wir gearbeitet. Dann kam der überraschende Anruf. Überraschend auch daher, weil ich nur vier Spiele unter dem neuen Trainer absolvieren -, bzw. mich zeigen konnte.

Sie sprechen vom Jahr 2010?

Das war die Saison, in der ich mich für Nordamerika empfehlen konnte und dann auch dorthin wechselte.

Denken Sie, dass ihre Freistellung im Zusammenhang mit der Beurlaubung von Uwe Krupp steht?

Das weiß ich nicht. Aber wenn der Trainer entlassen wird, und es bei der Mannschaft noch schlechter läuft, dann müssen Spieler fliegen. So ist das Geschäft. Es ist aber Mist, dass es mich erwischt hat. Aber aus einem anderen Blickwinkel gesehen, kann es auch ein Neustart für mich sein. Ich denke, dass ist mir auch bisher in Krefeld recht gut gelungen.

Noch einmal auf die Entlassung von Uwe Krupp angesprochen: Hatten Sie als Spieler irgendwelche Vorzeichen gemerkt oder etwas geahnt?

Überhaupt nicht. Wir kamen Nachts von einem Champions-League-Spiel wieder. Um Mitternacht wurde noch einmal ein kurzes Meeting in der Kabine anberaumt. Dort hatte Uwe Krupp von seiner Beurlaubung gesprochen. Meines Erachtens nach war es die falsche Entscheidung, Krupp zu entlassen.

Warum?

Es waren viele verletzte Spieler da, Spieler waren gesperrt. Im Endeffekt hatte Uwe immer nur einen halben Kader zur Verfügung.

Wie schätzen Sie denn als Spieler den Trainer Uwe Krupp ein? Als Clubtrainer war er ja doch noch recht unerfahren.

Vielleicht als Trainer in einem Club, aber er hatte ja einige Jahre die Nationalmannschaft trainiert und Erfolge mit ihr gefeiert. Auch die beiden Finalteilnahmen hintereinander muss man ihm hoch anrechnen. Ich denke, er ist ein sehr guter Trainer.

Noch einmal zurück zu Ihnen: Wie sieht es mit Ihrere Zukunft aus? Ist Krefeld erst einmal die Zwischenlösung bis zum Saisonende?

Ich möchte jetzt erst einmal Eishockey spielen, mich empfehlen und dann schauen wir weiter. Auch wie es nach den Play-offs aussieht.

Und der Nationalspieler Marcel Müller? Zuletzt wurden Sie im Nationalmannschafts-Kader nicht berücksichtigt. Gab es Gespräche mit Bundestrainer Pat Cortina?

Wir haben nicht miteinander gesprochen. Sozusagen Funkstille. Da bin ich aber nicht der einzige Spieler. Aber wie gesagt, es ist für mich im Moment alles gut so wie es ist und ich fühle mich wohl.

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