Marcel Müller: „Dort weitermachen, wo die Pinguine aufgehört haben“Krefelds Rückkehrer sieht das Team auf einem guten Weg

Zuletzt spielte Marcel Müller mit den Hamburg Freezers noch gegen die Krefeld Pinguine, kehrte nach dem Aus der Norddeutschen aber in die Seidenstadt zurück. (Foto: Imago)Zuletzt spielte Marcel Müller mit den Hamburg Freezers noch gegen die Krefeld Pinguine, kehrte nach dem Aus der Norddeutschen aber in die Seidenstadt zurück. (Foto: Imago)
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Seit Mitte Juni sind Sie jetzt wieder in Krefeld. Wie ist die Stimmung?

Bisher läuft es ganz gut. Wir haben die ersten Trainingstage sehr gut gearbeitet. Alle Jungs ziehen prima mit, und die Stimmung ist gut.

Ein ganz kurzer Rückblick auf Ihre Hamburger Zeit. Wie erklären Sie es, dass Hamburg trotz guter finanzieller Ausstattung in den letzten Jahren wenig erreicht hat?

Mit Geld kauft man keine Meisterschaft. Mannheim hatte in den letzten Jahren immer den höchsten Etat und hat die Meisterschaft nicht gewonnen. Hamburg hat bis auf letztes Jahr gute Hauptrunden gespielt, aber in den Play-offs gehört auch immer etwas Glück dazu. Es kann so gehen, dass die „guten“ Mannschaften Pech haben und „schlechtere“ den Erfolg.

Was ist in Krefeld anders als in Hamburg, Köln und Berlin, wo Sie schon gespielt haben?

Es ist nicht ganz so groß. Wenn man allein die Geschäftsstelle sieht – bei den großen Clubs gibt es viel mehr Mitarbeiter, und es ist nicht so familiär wie hier in Krefeld, wo jeder jeden kennt.

Wie war Ihre persönliche, individuelle Vorbereitung auf die neue Saison?

Letztes Jahr war ich ja leider verletzt, was ich auch in der Saison gemerkt habe, aber dieses Jahr konnte ich wieder voll angreifen. Ich habe meinen persönlichen Trainer in Berlin, mit dem ich jede Woche hart gearbeitet habe. Wir haben alles gemacht, was so ein Fitness-Studio hergibt, Kraft- und Mobilitäts-Übungen. Es macht immer wieder Spaß, und ich merke in den ersten Tagen, dass  ich gut im Saft stehe.

In der Tagespresse wurde  ein Spieler zitiert, demzufolge in den ersten Trainingstagen schon mehr geleistet wurde als früher in der ganzen Vorbereitung. Wie schätzen Sie die Trainingsbelastung ein?

Für die anderen mag es ein wenig höher sein, ich bin es so gewohnt. Ich kenne es eigentlich so, wie es jetzt ist. Es gehört dazu, dass man jetzt noch einmal eine Schüppe drauf legt und den Grundstein legt für eine gute Saison. Was der Franz (Fritzmeier) hier  auf dem Eis und außerhalb des Eises alles auf die Beine stellt, ist hervorragend. Der kniet sich da richtig rein, und für mich kann ich sagen, es macht  Spaß und hat eine gute Intensität.

Als Sie voriges Jahr in Hamburg gespielt haben, konnten Sie die Pinguine sozusagen als neutraler Beobachter wahrnehmen. Was war Ihres Erachtens ihre größte Schwäche in der vorigen Saison?

Krefeld hat viele Spiele mit nur einem Tor Unterschied verloren. Ich weiß natürlich nicht, woran das gelegen hat, aber man muss ehrlich sagen, dass sie in der zweiten Saisonhälfte eine der besten Mannschaften der Liga waren. Betrachtet man nur die zweite Hälfte, ist Krefeld nicht Vorletzter geworden. Die jetzige Mannschaft wird von Spieltag 1 an versuchen, daran anzuknüpfen und dort weiterzumachen, wo die Pinguine letzte Saison aufgehört haben.

Was ist Ihr persönliches Ziel in der neuen Saison?

Mein Ziel ist es, der Mannschaft so gut wie möglich zu helfen. Ich weiß, dass dies bei mir daran gemessen wird, dass ich Tore  schieße und vorbereite. Ich habe mir vorgenommen, mein Bestes zu geben. Gewinnen tut die Mannschaft, und wenn jemand anderes die Tore macht, ist das auch in Ordnung, der mannschaftliche Erfolg ist das Wichtigste.

Ihr Kommentar zur neuen ersten Reihe der Pinguine (Pietta – Müller – Umicevic)?

Ob das die neue erste Reihe ist, weiß ich nicht. Dragan – das sieht man in seiner Vita – hat schon überall gespielt und auch sehr gut. Auch letztes Jahr hat er einen guten Eindruck hinterlassen, ich weiß nicht, warum  er nicht mehr in Köln spielt. Wir sind jetzt froh, dass so ein guter Spieler bei uns ist. Nach drei Einheiten hat es bei uns in der Reihe schon ganz gut funktioniert, und wir haben noch jede Menge Zeit, uns weiter aneinander zu gewöhnen.

Ein Wort zu den Fans bzw. zur Stadionatmosphäre. Wie ist das, wenn die Fans – so wie zum Beispiel früher in Hamburg – die Mannschaft nicht mit Gesängen anfeuern, sondern pausenlos mit den Papierpritschen Lärm machen. Stört Sie das?

Nein – es ist halt anders. Ich habe zwei Jahre in Toronto gespielt, da wird gar nicht geklatscht, da kommt nur beim Tor oder Check ein wenig Stimmung auf. Im Endeffekt ist es für jeden Spieler schön, wenn es laut ist. Für einen Spieler macht das –glaube ich – keinen Unterschied. Hauptsache, es ist viel Stimmung da.

Aufgrund des neuen Spielplans gibt es mehr Spiele unter der Woche. Ist das in Bezug auf den Rhythmus der Spieler eher ein Nachteil oder ein Vorteil?

Für uns Spieler ist es auch mal schön, wenn wir den Sonntag mit der Familie verbringen können. Mir ist es ziemlich egal, ich nehme es so, wie es kommt.

Was halten Sie von der „Zusammenlegung“ von Auswärtsspielen, so dass man beispielsweise Freitag und Sonntag in Bayern spielt und dort übernachtet, anstatt freitags in Straubing und dienstags in München  spielen zu müssen?

Als ich in Toronto spielte, war ich mal vier Wochen am Stück nicht zu Hause, also wären drei, vier Tage für mich in Ordnung, aber ich kann auch andere verstehen, die Familie haben und zwischendurch wieder nach Hause wollen. Für mich wäre es Jacke wie Hose.

Wie reagieren Sie auf die Berichterstattung der Medien über Ihre Leistung?

Natürlich wird man damit konfrontiert und hat auch eine eigene Meinung – genau wie der Journalist. Wenn sie nicht übereinstimmen und  der Trainer meine Meinung teilt, dann ärgert einen ein negatives Urteil schon. Ich versuche dann, mit dem Journalisten ins Gespräch zu kommen und zu erfahren, wie er zu seiner Ansicht gekommen ist.

Wie schätzen Sie es ein, wenn Journalisten anstatt der erfahrenen und bekannten „Leistungsträger“ jüngere und weniger auffällige Spieler interviewen?

Ich denke, die Jungen fänden es cool, wenn sie auch einmal zu Wort kämen. Ich kann auch die Medien verstehen, wenn sie mehr das Wort der Älteren hören wollen, aber die Jungen haben ggf. andere Ansichten und man bekommt von ihnen andere Informationen als von älteren Spielern.

Wie beurteilen Sie die Bestrafungspraxis im Hinblick auf „hohen Stock“ und „Check gegen Kopf und Nacken“? Als zu nachsichtig, angemessen oder zu streng?

Ich muss sagen, der Check gegen den Kopf- und Nackenbereich wird gut bestraft. Bei „Hohem Stock“  bin ich mir uneins. Bei einem klaren Cut gibt es keinen Zweifel, aber ich würde mir eine Regelwerkänderung für minder schwere Fälle und etwas mehr Fingerspitzengefühl wünschen. Jedoch verstehe ich bei der jetzigen Regelauslegung auch die Schiedsrichter, die die Vorgabe haben, eine große Strafe zu verhängen, wenn Blut zu sehen ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

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DEL Hauptrunde Gruppe

Freitag 26.02.2021
Fischtown Pinguins Bremerhaven
5 : 3
Eisbären Berlin Berlin
Augsburger Panther Augsburg
3 : 6
Straubing Tigers Straubing
Samstag 27.02.2021
Schwenninger Wild Wings Schwenningen
2 : 1
ERC Ingolstadt Ingolstadt
Sonntag 28.02.2021
EHC Red Bull München München
- : -
Straubing Tigers Straubing
Iserlohn Roosters Iserlohn
- : -
Düsseldorfer EG Düsseldorf
Krefeld Pinguine Krefeld
- : -
Kölner Haie Köln
Montag 01.03.2021
Adler Mannheim Mannheim
- : -
Nürnberg Ice Tigers Nürnberg
Eisbären Berlin Berlin
- : -
Grizzlys Wolfsburg Wolfsburg
Dienstag 02.03.2021
ERC Ingolstadt Ingolstadt
- : -
EHC Red Bull München München
Kölner Haie Köln
- : -
Iserlohn Roosters Iserlohn
Mittwoch 03.03.2021
Nürnberg Ice Tigers Nürnberg
- : -
Schwenninger Wild Wings Schwenningen
Straubing Tigers Straubing
- : -
Augsburger Panther Augsburg