Marcel Brandt: „Ich gebe niemals auf“Stürmertalent

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Straubings Kapitän Sandro Schönberger sagt über den Jüngling, der zeitweise in der vierten Reihe ran darf: „Er ist ein junger, guter Kerl mit einem guten Charakter. Er hat sicherlich das Potenzial, sich die nächsten Jahre in der DEL zu etablieren. Er ist zwar etwas kleiner, aber trotzdem sehr robust. Von daher kann man sicher noch viel von ihm erhoffen.“ Für ein Talent hält den 1,76 Meter großen Stürmer auch Straubings Co-Trainer Bernie Englbrecht: „Das ist er auf alle Fälle, deshalb haben wir ihn in den Kader genommen. Er ist körperlich gut, ist spritzig, hat Übersicht und hat gute Hände.“ Englbrecht warnt aber auch: „Er muss vom Kopf her noch besser werden. Und dass er nicht meint, er ist schon der Beste, sondern immer weiter arbeitet, und dass macht was man ihm sagt. Dass es auch auf die Kleinigkeiten ankommt. Er hat einen sehr guten Handgelenkschuss, den muss er mit der Schnelligkeit kombiniert ausnutzen. Dann glaube ich, dass er ein guter Spieler werden kann.“ Brandt vermittelt im Gespräch aber nicht das Gefühl, dass er abheben könnte. Ganz im Gegenteil, man hat eher den Eindruck, dass er weiß, wo er steht, aber auch weiß, wo er hin will.

In seinem Oberpfälzer Team gehört er mit 14 Toren aber schon zu den Erfolgreichsten. Mit 28 Punkten ist er Sechster der internen Scorerliste und beim EVR der punktbeste Spieler, der von Geburt an über einen deutschen Pass verfügt. Nur eingebürgerte und deutlich erfahrenere Spieler wie Petr Fical, Martin Ancicka oder John Sicinski findet man in dieser Statistik vor Brandt.

Im Sommer spielt Brandt Skaterhockey für die Crocodiles Donaustauf. Diese wurde in der letzten Spielzeit nach zwölf Siegen in zwölf  Spielen Regionalliga-Südost-Meister. Damit spielt der Club nächstes Jahr in der 2.Bundesliga Süd. Brandt war mit 45 Punkten zweitbester Scorer der Liga, meint aber eher bescheiden: „Das ist nur ein wenig fithalten mit Schläger.“

Fitness ist für den Youngster ohnehin ein großes Thema. Sieht man sich seinen Oberkörper an, sieht man Parallelen zu Teamkamerad Alex Dotzler und das nicht von ungefähr. „Ja, mit ihm war ich schon ziemlich oft im Kraftraum. Wir waren oft auch länger und haben Überstunden gemacht. Wir machen eigentlich immer was zusammen, wenn wir Zeit finden.“ Sandro Schönberger meint lachend: „Vielleicht sind die zwei Brüder und sagen nur nichts. Vielleicht schauen aber auch alle so aus, die aus Regensburg kommen. Die bekommen vielleicht ein Kraftfutter unters Essen gemischt.“ Auch Brandt muss lachen: „Nein, davon weiß ich nichts. Ich habe zumindest keines bekommen.“ Dazu kommt, dass Brandt nicht wie Dotzler in Regensburg geboren ist, sondern in Dingolfing. Doch Vater Brandt brachte den Sprössling nicht ins Dingolfinger Stadion, sondern ins Landshuter. Brandt erzählt: „Das war eigentlich ganz kurios. Wir hatten einen riesigen Weiher in der Nähe, wo wir wohnten, mein Vater hat da früher immer etwas gespielt und dann hat er mich einfach auf die Schlittschuhe gestellt. Da war ich vier Jahre alt. Dass ich dann nach Landshut gekommen bin, liegt einfach daran, dass meine Eltern früher in Landshut gewohnt haben und viele Leute dort kennen. Gefahren hat mich aber meistens meine Mama.“

Den Oberkörper von Marcel Brandt ziert aber nicht nur der ein oder andere Muskel, sondern auch ein, wie nicht nur er selbst, sondern auch Kapitän Schönberger findet, ganz passendes Tattoo. Im Halbkreis steht auf seiner Brust „I never surrender“. Dazu sagt Brandt: „Ein Tattoo wollte ich schon lange. Ich glaube, das passt auch ganz gut zu mir, weil ich niemals aufgebe.“

Aufgegeben hat er auch nicht bei seiner Ausbildung. „Ich bin ausgelernter KFZ-Mechatroniker. In der Ausbildung war das schon extrem. Ich bin in der Früh aufgestanden, dann bin ich in die Arbeit gegangen. Nach der Arbeit hat mich meine Mama abgeholt und mich ins Training gefahren. Essen gab es im Auto. Und das dreieinhalb Jahre lang. Jetzt arbeite ich nebenbei in Regensburg bei einer Firma, die Teile für die Formel 1 herstellt.“

Auch nicht aufgegeben hat er das Sommertraining bei den Tigers. Immer noch etwas beeindruckt erzählt Brandt: „Das erste Mal war einfach nur ,Wow‘. Ich war erstaunt, wie das alles abläuft, aber die Jungs waren alle super zu mir und haben mich toll aufgenommen, das war echt super.“ Aber es war auch eine Spur härter, als er es sonst kannte. „Ja“, schnauft er tief, „das war nicht nur eine Spur härter, das waren eher zwei oder drei Spuren.“

Dass es für ihn seit Freitagabend wieder Straubing statt Regensburg heißt, hat er „am Donnerstagabend nach dem Training in Regensburg erfahren. Da habe ich mich natürlich drüber gefreut, dass ich die nächsten zwei oder drei Wochen in Straubing bin.“ Doch die Umstellung zwischen Oberliga und DEL ist kein Pappenstiel. „Der Unterschied von Regensburg nach Straubing ist sehr groß. Das sind zwei verschiedene Welten. Vom Tempo und der Aggressivität her. Das ist aber eigentlich mein Spiel.“ Er schmunzelt: „Aggressiv, schnell und hart. Einfach Vollgas rein und dann schauen, was rauskommt.“

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