Mannheim wackelte gewaltig, aber fiel nicht - 4:5 trotz vieler Chancen

Zittersieg gegen HuskiesZittersieg gegen Huskies
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Trotz einer Wahnsinnsmoral und spielerischer Dominanz ist es den Nürnberg

Ice Tigers nicht gelungen den Playoff-Auftakt erfolgreich zu gestalten. Viermal

konnten die Ice Tigers eine Führung ausgleichen, am Ende fehlte aber das

nötige Glück. Selbst in den Schlusssekunden hatten die Ice Tigers in Überzahl

noch einige 100%ige Gelegenheiten, um die Partie noch zu drehen.


Von Beginn an entwickelte sich ein tolles Playoff-Spiel mit viel Intensität und

fairer Härte auf beiden Seiten. Denkbar unglücklich war allerdings der Auftakt

für die Ice Tigers: Schon nach 66 Sekunden netzte John Tripp aus der

Mitteldistanz zum 0:1 ein. Aber das schockte die Poss-Truppe wenig, mit viel

Tempo und tollen Spielzügen setzten sie die langsame Adler-Abwehr vehement

unter Druck. So war der Ausgleich durch den wiedergenesenen Green - nach tollem

Pass von Martinec - verdient. Das größte Manko an diesem Abend zeigte sich

aber schon 43 Sekunden später. Zu wenig kompromisslos agierten die Ice Tigers

in der Defensive. Trotz mehrmaligem Scheibenbesitz konnte man sich nicht aus der

eigenen Zone befreien, was Rene Corbet schlitzohrig zur erneuten Führung

nutzte. Es dauerte allerdings wieder nicht lange bis zum nächsten Treffer. Nach

toller Kombination über den bärenstarken Green musste Tomik in Überzahl nur

noch ins leere Tor schieben. Ein Wahnsinnsdrittel ging mit diesem Unentschieden

zuende. Nürnberg war wesentlich aktiver, Mannheim mit fast perfekter

Chancenauswertung.

Dass man dieses Höllentempo nicht über die ganze Spielzeit halten kann,

zeigte sich zu Beginn des zweiten Drittels. Auch das Publikum konnte den

Lärmpegel der ersten 20 Minuten nicht mehr ganz erreichen. Trotzdem herrschte

in der Arena eine Stimmung wie schon lange nicht mehr. Die dritte Gästeführung

gelang dann Rene Corbet, der von einem in hohem Bogen abgeprallten Puck

profitierte und diesen in Baseball-Manier versenkte. Aber Nürnberg gab jetzt

weiter Vollgas und wurde mit dem Ausgleich belohnt. Martinec passte hinter dem

Tor stehend auf Trepanier, der die Scheibe in den Winkel setzte. Diesmal dauert

es 96 Sekunden und die Adler waren wieder in Front, Petermann störte Tripp

nicht entscheidend und der Kanadier mit deutschem Pass erwischte einen

Sonntagsschuss mit der Rückhand - 3:4.


In der zweiten Pause war die Stimmung in den Gängen der Arena schon wesentlich

gedämpfter, aber auch in den letzten 20 Minuten konnten die Ice Tigers noch

weiter zu setzen und noch mehr Tempo in die jetzt schon sehr müde wirkende

Adlerabwehr bringen. Der agile Schauer nutzte eine Unaufmerksamkeit von Huet und

traf per Bauerntrick zum vierten Ausgleich in dieser Partie. Jetzt wackelten die

Adler bedenklich, erst Recht als Podollan und Corbet zusammen auf der Strafbank

saßen und man den Sack hätte zumachen müssen. 115 Sekunden hatte man ein

doppeltes Überzahlspiel, die Arena bebte, Chancen waren zuhauf da, aber der

Puck ging nicht über die Linie. Vor allem Yan Stastny hatte Pech am Schläger

und vertändelte einige Scheiben. Die Adler machten es besser, nach einem

überflüssigen Foul von Stastny erzielte Steve Kelly in Überzahl den dann doch

entscheidenden Treffer. In der Schlussphase berannten die Ice Tigers - dann ohne

Torhüter - minutenlang das Adler-Tor, aber auch Vasiljevs, der das freie Tor

vor sich hatte, scheiterte.


Mit der Spielweise seiner Mannschaft war Greg Poss nach dem Spiel sehr

zufrieden, nur "das Ergebnis muss besser werden". Vor allem der

großen Chance bei doppelter Überzahl trauerte Poss nach dem Spiel hinterher.

Das wäre wohl die Entscheidung gewesen. Die Ice Tigers hatten die Adler

jedenfalls am Rande einer Niederlage, wie auch das Schussverhältnis von 51:20

zugunsten der Ice Tigers beweist. Gästetrainer Stephane Richer sprach nach der

Partie von einem "großen Sieg" seiner Mannschaft. Dennoch wirkte auch

er nach der Partie angeschlagen und ein wenig ängstlich: "Das war erst

die erste Schlacht von diesem Krieg. Ich weiß, dass Nürnberg am Sonntag ganz

stark zurückkommen wird." Für Greg Poss gilt es vor allem einige

"leichtsinnige Fehler in der Defensive" abzustellen. Schiedsrichter

Deubert machte seine Sache insgesamt recht ordentlich, lediglich einen Check von

Corbet gegen den Kopf von Tomik hätte man wohl mit mehr als 2 Minuten bestrafen

müssen.

Tore:

0:1 (01.06) Tripp (Kelly, Ullmann)

1:1 (11.26) Green (Martinec, Tomik)

1:2 (12.09) Corbet (Edgerton, Hecht)

2:2 (14.12) Tomik (Sekeras, Green) 5:4

2:3 (23.24) Corbet (Edgerton, Hecht) 5:4

3:3 (32.43) Trepanier (Martinec, Kopitz) 5:4

3:4 (34.19) Tripp (Butenschön, Edgerton)

4:4 (47.12) Schauer (Franz, Green) 5:4

4:5 (51.53) Kelly (Delmore, Tremblay)


Strafen: Nürnberg 18 min. - Mannheim 26 min.

Torschüsse: Nürnberg 51 - Mannheim 20

Schiedsrichter: Deubert

Zuschauer: 7186


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