Mannheim-Krise: Adler-Boss Daniel Hopp stocksauerDem knallharten Bill mit Spitznamen „Kill“ gelingt noch nicht viel

In Mannheim herrscht Gesprächsbedarf. (picture alliance/ Andreas Gebert/dpa)In Mannheim herrscht Gesprächsbedarf. (picture alliance/ Andreas Gebert/dpa)
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Er sollte der neue, alte Heilsbringer werden. Bill Stewart, einstiger Meister-Trainer der Adler Mannheim, sollte die strauchelnden Kurpfälzer zurück in die Erfolgsspur führen. Doch offensichtlich gibt es zu viele Baustellen. In der Quadratestadt läuft es weiter nicht rund. Dem knallharten Bill mit Spitzenamen „Kill“ gelingt noch nicht viel. Die Bilanz des Kanadiers ist nicht gerade furchteinflößend. Seit er hinter der Bande steht, haben die Mannheimer nur einmal gewonnen, aber vier Matches gingen verloren. Höhepunkt das desaströse und völlig verdiente Heimdebakel gegen die Augsburger Panther.1:5. Ein Offenbarungseid für das neben Ligaprimus EHC RB München teuerste Team der Liga. Mannheim war als einer der Topfavoriten in diese Saison gestartet. Doch man läuft weit hinter den Erwartungen her. Hauptgesellschafter Daniel Hopp hatte daraufhin die Vollbremse gesetzt und die gesamte sportliche Leitung inklusive Trainer ausgetauscht. Jetzt platze ihm endgültig der Kragen: „Das ist beschämend für alle Beteiligten“, wetterte der Adler-Boss nach dem Spiel. „Jeder, der das Trikot der Adler trägt, muss mit mehr Stolz, mit mehr Leidenschaft und mit mehr Power rausgehen. So können wir nicht auftreten - das ist beschämend für alle Beteiligten und ist mit Worten nicht zu erklären. Ich bin wirklich stocksauer“, tobte der Oberadler bei Telekom Eishockey. Und seiner Mine war ein klares Zufriedenheitsdefizit anzusehen. Klar, sein Rundumschlag wirkt im Moment genau so effizient, als ob er das Gefieder seiner Greifvögel waschen wolle, ohne dass es dabei nass wird.


Die Adler-Fans quittierten die blamable Vorstellung ihrer Lieblinge mit Pfiffen, hämischen Applaus und einer und einer Polonaise durch die Halle. Konnte David Wolf, dessen Rückkehr nach langer Pause (Bänderriss) sehnsüchtig erwartet wurde, verstehen. „Wir wussten, dass Augsburg eine schnelle Mannschaft hat, die ihr spiel aufziehen würde, wenn wir nicht dagegenhalten. Dennoch waren wir nicht bereit. Entsprechend lagen wir schnell mit 0:3 zurück. In so einer Situation fällt es schwer, noch an den Sieg zu glauben.“ Und fast resignierend fügte Phil Hungerecker dazu: „Wir haben eigentlich gut begonnen, doch plötzlich haben wir den Kopf ausgeschaltet und das Unheil nahm seinen Lauf, bis es schließlich 0:5 stand.“  

Konsequenzen müssen die hochbezahlten Cracks nicht befürchten. Weitere Veränderungen sind nicht geplant. Vorerst! „Das ist eine Situation, die wir nach der Saison analysieren müssen. Jetzt Aktionismus während der laufenden Saison ist, glaube ich, nicht unbedingt richtig. Es ist eine sehr kritische Situation. Da brauchen wir gar nicht darum herumreden. Die Mannschaft ist gefragt. Da bringt es auch nichts, wenn man weiteren Aktionismus walten lässt, indem man Spieler gehen lässt, oder jetzt neue dazu holt. Das wird die Situation auch nicht ändern. Die Jungs, die das sind, müssen sich am eigenen Schopf fassen. Und das erwarte ich auch von ihnen“, so Hopp. Es bleibt abzuwarten, ob aus den arg gerupften Supenhühnern in dieser Spielzeit noch stolze Adler werden.         

 

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