Mannheim holt in Straubing drei ChristbaumkugelnStraubing - Mannheim 1:4

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Zunächst musste man jedoch feststellen, dass überraschend viele Mannheimer den Weg nach Straubing gefunden haben. Das registriere auch Gästegoalie Dennis Endras: „Schon Freitag in Ingolstadt waren sehr viele Fans mit dabei und heute auch wieder. Das freut einen, wenn man den Fans, die eine so lange Reise auf sich nehmen, dann sechs Punkte schenken kann.“

Die Geschichte der Saison, wie es Wörle nennt, zeichnete sich bereits im ersten Drittel ab. Zunächst waren die Tigers sogar das spielbestimmende Team, dabei half zwar auch ein frühes Überzahlspiel, doch Mannheim kam erst nach gut fünf Minuten erstmals geordnet im Drittel der Straubinger an. Wörle meint: „Ich denke sogar, die ersten zehn Minuten waren ganz gut, wir haben kaum Torchancen zugelassen, haben selbst aber welche gehabt. Wir spielen wieder gut mit, bringen aber nichts Zählbares raus.“ Die Adler brauchten doch deutlich, um sich auf niederbayerischem Eis zu akklimatisieren. Die Theorie, das daran eine lange Busreise schuld sein könnte, kontert Dennis Endras mit einem Lächeln: „Naja, vom Hotel bis ins Stadion ist es ja nicht so weit.“ Er meint aber dann: „Wir hatten das gleiche Problem in Ingolstadt, da sind wir auch schwer reingekommen und haben dann aus zwei Chancen zwei Tore gemacht.“  Diesmal zeigte man sogar, wie man aus keiner Chance ein Tor macht. Glen Metropolit war der letzte Kurpfälzer an der Scheibe, somit wird ihm das Tor gutgeschrieben. Doch über die Linie hüpfte die Hartgummischeibe von einem Straubinger Schlittschuh. Mannheim versuchte sich zwar immer wieder festzusetzen, doch die Straubinger Hintermannschaft verteidigte die eigene Zone mit recht einfachen, aber effektiven Mitteln. Erst ein Powerplay der Gäste und ein Zuckerpass von Danny Richmond brachten Ronny Arendt in eine Soloposition, die dieser eiskalt nutzte.

Auch zu Beginn des Mittelabschnitts gaben die Hausherren zunächst den Ton an. In der 27. Minute zeigte dann aber Glen Metropolit ein Tor der Extraklasse, als er praktisch durch einen Verteidiger hindurch Mannheims dritten Treffer setzte. Endras sagt über Metropolit, der heute bester Spieler war: „Das macht er im Training auch ganz gerne. Glen ist ein Superspieler, er hat eine lange Kariere hinter sich und hat mit 40 immer noch so einen Spaß am Eishockey. Er hilft uns unglaublich weiter, es macht einfach Spaß, ihm zuzusehen.“ Straubing bewies Moral und als man selbst einen Mann mehr hatte, hämmerte Tommy Brandl den Puck zum Anschluss ins Tor. Dann wurde es kurios. Jamie Tardif foult Tommy Brandl und Schiedsrichter Alfred Hascher, der direkt daneben steht, deutet energisch und gestenreich einen „Diver“ und weiterspielen an, die Sekunden verrinnen und plötzlich pfeift Ramin Yazdi und verhängt eine Strafe – wegen desselben Fouls. Die verdutzten Gesichter der Mannheimer waren zur zu verständlich.

Im Schlussdrittel gab es nur noch zwei nennenswerte Begebenheiten. Die erste war das Tor von Marcus Kink, der einen bösen Scheibenverlust der Tigers in der Mittelzone ausnutzen konnte. Dabei erwischte es wieder Thomas Brandl, der nach einem harten Hit in der Kabine verschwand. Coach Larry Mitchell sagte dazu: „Er hat irgendwas am Schlüsselbein oder an der Schulter. Die erste Diagnose, die ich bekommen habe, ist, dass es nicht so schlimm ist.“ Die zweite Begebenheit war eine ausgiebige Keilerei zwischen mehreren Spielern. Kurios diesmal die Handlungen der Linienrichter. Einer hält Canzanello fest und will ihn rausziehen, der andere ist eher passiv und ermöglich es so Plachta weiterzuschlagen, was dieser auch dankend macht. Der die Turbulenzen auslösende Check wurde am Ende jedoch nicht bestraft. Nach dem Spiel fielen zur Schiedsrichterleistung unter der Hand Worte wie „kreative Regelauslegung“ – wohlgemerkt von beiden Seiten. Was Icing und Abseits angeht, ist man der Meinung, dass hier „schulungsbedarf“ besteht. Insgesamt war keine der beiden Seiten mit der gebotenen Schiedsrichterleistung zufrieden. Auf der Pressekonferenz findet Straubings Coach Larry Mitchell klare Worte: „Wenn die zwei Linienrichter heute ihre Probleme mit Abseits und Icing gehabt haben, dann ist das das eine. Mir wird immer erzählt, dass die ihr Bestes geben und Menschen machen Fehler, aber wenn sich zwei Spieler bereitzeigen, sich zu schlagen, dann soll der Linienrichter aus dem Weg gehen. Aber wenn der Linienrichter jemanden festhält, egal ob Mannheimer oder Straubinger und der andere darf zuschlagen, dann ist das nicht akzeptabel.“

Zum gesamten Spiel meint der Coach: „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir nehmen uns immer vor, dass wir kämpfen bis zum Umfallen, das haben wir heute getan.“ Auch mit den Über- und Unterzahlteams ist der Trainer zufrieden, nur „bei dem Überzahlgegentor haben unsere Verteidiger geschlafen.“ Insgesamt ist er aber „stolz auf die Mannschaft“, aber „wir dürfen uns nicht zufrieden geben mit verlorenen Spielen.“ Sein Gegenüber Geoff Ward  sagt: „Wir haben ein gutes, hartes Eishockeyspiel gesehen, in dem Straubing gut begonnen hat. Wir waren heute sehr effizient.“

Tore: 0:1 (11.) Glen Metropolit (Matthias Plachta); 0:2 (19.PP) Ronny Arendt (Daniel Richmond, Robert Raymond); 0:3 (27.) Glen Metropolit (Matthias Plachta, Jamie Tardif); 1:3 (34.PP) Thomas Brandl (Dylan Yeo, René Röthke); 1:4 (5.) Marcus Kink (Andrew Joudrey, Martin Buchwieser)

Schiedsrichter: Alfred Hascher, Ramin Yazdi; Linienrichter: Andreas Hofer, David Tschirner
Strafen: Straubing 16 + 10 Canzanello; Mannheim 16 + 10 Plachta
Zuschauer: 4.406


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