Lions ohne Panik nach Kassel - Interview mit Manager Fliegauf

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Nach der deftigen 0:4 Heimniederlage der Frankfurt Lions gegen die Füchse

Duisburg und dem Absturz auf Tabellenplatz acht in der Tabelle der Deutschen

Eishockey Liga sprach Hockeyweb Mitarbeiter Frank Meinhardt am Montag mit

Manager Charly Fliegauf.


Charly, wie verliefen die zwei Tage nach dieser schlimmen Heimniederlage?

Die beiden Trainer, die Mannschaft und ich haben gemeinsam am Sonntag noch

einmal das Spiel angeschaut. Vor allem Rich Chernomaz und ich haben dann

deutlich gesagt, was wir von dem Spiel gehalten haben. Wir müssen alle

erkennen, woran es liegt, dass es nicht läuft. Abends waren wir dann alle

zusammen zum Essen verabredet. Heute war ganz normal Training.


Woran liegt es, dass es nicht läuft?

Der letzte Biss hat sicher gefehlt. Alle müssen eine Schippe darauf legen und

besser spielen. Wir müssen mehr kämpfen und dürfen nicht in Schönheit

sterben. Wir hatten gegen Duisburg über 40 Torschüsse, den unbequemen Weg vor

das Tor sind wir aber zu selten gegangen. Entscheidend ist, dass wir körperlich

viel präsenter sein müssen, wie zuletzt. Da sind vor allem unsere Schlüsselspieler

gefordert. Sie sind die Vorbilder für die anderen Spieler. Wenn sie sich reinhängen,

machen es die anderen auch.


Das kann aber eigentlich nicht sein, dass die nicht Schlüsselspieler nur

hart arbeiten, wenn ein Lebeau oder Young vorangehen.

So war das auch nicht gemeint. Klar, wir fordern von allen Spielern deutlich

mehr.


Die Lions sind derzeit sehr berechenbar. Offensiv hängt alles an Lebeau.

Stimmt, auch das war eine klare Forderung an alle Spieler, sich nicht immer auf

Lebeau zu verlassen. Wir haben noch 11 andere Stürmer, die gern auch mal ein

Tor schießen dürfen.


Die deutschen Spieler waren nicht begeistert von der öffentlichen Kritik von

Chernomaz an Martin Reichel. Seitdem steigt die Leistung von Reichel. Die

anderen Deutschen hingegen hängen hinterher.

Im Vergleich zur Liga haben wir derzeit sicher nicht die gefährlichsten

deutschen Torjäger in unserer Mannschaft. (6 Stürmertore in 17 Spielen

Anmerkung Hockeyweb) Sie müssen ebenfalls mehr Initiative ergreifen. Wir

erwarten von ihnen auch mal ein paar Tore.


Gegen Duisburg gab es erstmals Pfiffe von den Fans gegen die eigene

Mannschaft.

Ich persönlich empfand die Reaktion der Fans verfrüht. Mein Wunsch wäre es,

wenn die Fans die Mannschaft bis zuletzt unterstützen würden, gerade wenn es

mal nicht läuft. Wir sind aber auch selbst daran schuld, dass die Leute so

reagieren. Wenn es schon spielerisch nicht so läuft, dann muss man halt

einfache Dinge richtig machen, kämpfen und hart arbeiten, dass der Funke zum

Fan rüberspringt. Das ist uns am Samstag nicht gelungen.


Seit dem James Patrick bei den Lions ist, gab es keinen Sieg mehr nach regulärer

Spielzeit. Siehst Du da einen Zusammenhang?

Das ist der Fakt und dieser ist richtig. An ihm alleine liegt es aber sicher

nicht. Ganz im Gegenteil, Patrick ist einer der wenigen, der auch mal was sagt

in der Kabine. Es wäre zu leicht und vor allem ein Alibi für den Rest der

Mannschaft, alles Negative an Patrick fest zu machen.


Viele Fans fordern endlich neue Spieler. Wie ist die Situation auf dem

Spielermarkt?

Ich könnte jeden Tag irgendeinen Spieler holen, nur würde uns der sicher nicht

weiterbringen. Wir suchen einen ganz bestimmten Typ von Spieler. Zum einen

sollte dieser Torgefährlich sein, zum anderen aber auch spielerische Qualitäten

mitbringen. Vielleicht holen wir auch gleich zwei Spieler, wenn die Chance da

ist. Es gibt in Europa den einen oder anderen Spieler, der unzufrieden ist, nur

ist es nicht so leicht diese aus dem Vertrag rauszubekommen.


Michael Hackert wäre sicher eine Verstärkung für die Lions. Wie ist der

aktuelle Stand?

Hackert hat am Wochenende gespielt. Ich denke bis Mitte November wissen wir

definitiv, ob er zurückkommt oder nicht.


Es stehen nun zwei Auswärtsspiele in Kassel und Hannover auf dem Spielplan.

Was kann man erwarten?

Mir gefällt der Spielplan sehr gut. Das Derby in Kassel wird sicher

interessant. Kassel hat am Sonntag gewonnen, sie sind sicher sehr positiv

gestimmt. Am Freitag in Hannover, da haben wir noch eine Rechnung offen, nachdem

wir dort zuletzt 6:1 verloren haben. Nicht zu vergessen ist unser nächstes

Heimspiel gegen Mannheim. Hier wird sich kein Spieler die Blöße geben können,

nicht 100% alles zu geben. Wir müssen versuchen, nun mit kleinen

Erfolgserlebnissen wieder Sicherheit in unser Spiel zu bekommen. Entscheidend

ist, dass wir die Ruhe bewahren und nicht in Panik verfallen. Dann werden wir

auch wieder erfolgreich sein. Hoffentlich schon am Dienstag in Kassel.


(Foto: City-Press)


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