Lions nutzen Undiszipliniertheiten der DEG aus

Markus Jocher bleibt ein "Löwe"Markus Jocher bleibt ein "Löwe"
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Leichtes Spiel hatten die Frankfurt Lions bei ihrem 6:2 (2:0, 2:1, 2:1)-Heimsieg gegen total verunsicherte Düsseldorfer. Die DEG spielte von Beginn an undiszipliniert und die Spieler fanden sich die meiste Zeit auf der Strafbank wieder. Zu allem Überfluss reklamierten die Spieler ein ums andere Mal gegen die Entscheidungen von Hauptschiedsrichter Aumüller, der seinen verletzten Kollegen Axel Rademaker vertrat. Dieses Reklamieren hatte zur Folge, dass Tommy Jakobsen und Alexander Sulzer zusätzlich Disziplinarstrafen erhielten, und sich Eric Dandenault 100 Sekunden vor Schluss beim Spielstand von 6:2 noch eine Spieldauerdisziplinarstrafe abholte. DEG Interimstrainer Walter Köberle zeigte sich schwer enttäuscht vom Auftreten seiner Mannschaft: „Es ist eine bittere Niederlage. Alle sind sehr down und haben total die Nerven verloren. Wir haben ängstlich gespielt und dumme Strafzeiten produziert. Einzig Andrej Trefilov hat uns lange im Spiel gehalten“.

Die Lions, die im bisherigen Saisonverlauf gerade zu Hause überwiegend ihre Treffer bei numerischer Überlegenheit erzielten, hatten durch die vielen Hinausstellungen gegen die DEG ein Powerplay nach dem anderen. So konnten sie der Vorliebe auch heute lang und länger nachgehen und weitere Heimtore im Powerplay markieren. Bei den Treffern eins und zwei saß jeweils ein Düsseldorfer auf der Strafbank, beim 3:0 von Nationalstürmer Martin Reichel brummten sogar zwei Mannen in Rot-Gelb eine Strafe ab. Teilweise belagerten fünf Spieler der Metro Stars die Strafbank. Die DEG hatte in den ersten beiden Dritteln den Lions nichts entgegen zusetzten. Zwar erwischte auch der Deutsche Meister nicht gerade einen Sahnetag, aber zumindest effektiv agierten die Spieler von Trainer Rich Chernomaz. „Wir waren heute nicht so gut, aber wir haben gewonnen und an diesem Wochenende wieder 4 Punkte geholt“, sagte Chernomaz nach dem Spiel.

Die Rheinländer machten es dem Gastgeber heute sehr oft ganz einfach. Neben den vielen Strafzeiten kamen individuelle Fehler dazu, wie vor dem 4:0 von Peter Ratchuk. Dem Treffer ging ein Scheibenverlust von Klaus Kathan hervor, als er unbedrängt als letzter Mann ausrutschte, und so Ratchuk den Weg alleine auf Trefilov eröffnete. Ratchuk nutzte diese penaltyähnliche Situation eiskalt aus. Hoffnung keimte bei den 100 mitgereisten DEG Fans kurz vor der zweiten Drittelpause auf, weil Kathan seinen Fehler wettmachte, und auf 4:1 verkürzte. Diese Hoffnung wurde zu Beginn des Schlussdrittels noch größer, als Daniel Kreutzer den zweiten Düsseldorfer Treffer markierte. Zumindest 10 Minuten nach dem 4:2 präsentierte sich die DEG bemüht und man konnte erahnen, dass sie besser spielen können, als ihr derzeit letzter Tabellenplatz ausdrückt. Nach dem 5:2 durch Marc Beaucage waren aber alle Bemühungen und Hoffnungen endgültig begraben. Beaucage ging dabei einmal mehr seiner Vorliebe nach, gegen Ex-Vereine in schöner Regelmäßigkeit Tore zu schießen. Den schönsten Treffer des Abends blieb Lions Stürmer David Sulkovsky vorbehalten. Nach tollem Solo überwand er auch noch DEG Torwart Trefilov und erzielte seinen ersten Saisontreffer zum 6:2 Endstand. Mit diesem Sieg verbesserten sich die Lions auf den 7.Tabellenplatz. (Frank Meinhardt)

Tore:
1:0 (03:07) Robidas (Ratchuk) 5-4 PP
2:0 (16:46) Hackert (Murphy, Reichel) 5-4 PP
3:0 (26:23) Reichel (Murphy) 5-3 PP
4:0 (36:52) Ratchuk
4:1 (38:59) Kathan (Kreutzer)
4:2 (43:21) Kreutzer (Kathan, Herr)
5:2 (53:30) Beaucage (Lebeau, Norris)
6:2 (55:08) Sulkovsky (Ratchuk, Pronger)

Strafzeiten: Lions: 12 Minuten + 10 Minuten Disziplinarstrafe für David Sulkovsky
Düsseldorf: 30 Minuten + 10 Minuten Disziplinarstrafe für Jakobsen, Schneider, Sulzer + 5 Minuten + Spieldauerdisziplinarstrafe für Dandenault
Zuschauer: 5.300
Schiedsrichter: Roland Aumüller

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