Lions gewinnen Wahnsinnsderby 6:4 gegen Mannheim

Markus Jocher bleibt ein "Löwe"Markus Jocher bleibt ein "Löwe"
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Die Frankfurt Lions haben ein fast schon verloren geglaubtes Spiel noch

gedreht und die Adler Mannheim am Ende mit 6:4 niedergekämpft.


Dieses Wahnsinnsspiel brauchte keine große Vorlaufzeit. Die Lions

gingen gleich mit ihrem ersten Angriff durch Jeff Ulmer in Führung und

setzten weiter nach. Mannheim schien von diesem hohen Anfangstempo der

Hessen überrascht und konnte in den ersten fünf Minuten nur reagieren.

Ein Solo übers ganze Eis von Frankfurts Kelly konnte erst Pelletier im

Tor der Mannheimer stoppen. Die Adler kamen so richtig erst bei eigener

Unterzahl ins Spiel und hatten nach acht Minuten durch Jaspers ihre

erste gefährliche Tormöglichkeit. Die Adler waren in der Folge besser

im Spiel, was überwiegend an Frankfurter Undiszipliniertheiten lag.


Den Negativhöhepunkt verzeichnete dabei Petr Smrek, der nach einer zwei

Minuten Strafe gegen ihn völlig ausrastete und so lange gegen die

Plexiglasscheibe schlug, bis Hauptschiedsrichter Bulanov gar nicht

anders konnte, als den Slowaken mit zwei Disziplinarstrafen zu belegen

was automatisch eine Spieldauerdisziplinarstrafe nach sich zog. Somit

fehlte Smrek den sowieso schon dezimierten Lions im weiteren Verlauf

des Spiels und zusätzlich am Sonntag beim wichtigen Auswärtsspiel in

Berlin. "Dies wird interne Konsequenzen haben", schimpfte Chernomaz.

"Er hat uns sehr geschadet mit dieser Aktion". Zum Zeitpunkt des

Ausschlusses gegen Smrek hatten die Adler die Partie schon gedreht.

Zwei Überzahltreffer sorgten für eine 2:1 Führung nach dem ersten

Drittel zugunsten der Adler Mannheim. Mit neuem Schwung und in Überzahl

starteten die Lions ins Mitteldrittel. Mannheim verteidigte aber wieder

sehr gut, und startete zusätzlich noch einen Konter, den der Ex-Lions

Spieler Francois Bouchard zum 3:1 abschloss. Das Spiel schien aufgrund

der spielerischen und läuferischen Überlegenheit der Gäste zum diesem

Zeitpunkt entschieden.


Knapp zwei Minuten nach dem dritten Mannheimer Treffer schnappte sich

Sebastian Osterloh den Puck umkurvte das Mannheimer Tor und überwand

Pelletier per Bauerntrick zum Anschlusstreffer. Die Lions waren nun

wieder im Spiel und als Martin Reichel wiederum keine zwei Minuten

später das 3:3 gelang stand die Halle endgültig Kopf. Die 7.000

Zuschauer verwandelten die restlos ausverkaufte Eissporthalle in einen

unglaublichen Hexenkessel. Dieser Hexenkessel gab den Lions eine zweite

Luft und Thomas Oppenheimer schoss sein Team fünf Minuten vor

Drittelende mit 4:3 in Führung. Mannheim inzwischen völlig von der

Rolle. Selbst in Überzahl gelang den Adlern nun gar nichts mehr. So

ermöglichten sie den Lions einen Konter, den Kapitän Young mit einem

Schuss in den Winkel abschloss zum 5:3 Zwischenstand nach 40 Minuten.


Mannheim gab nicht auf, und verkürzte zu Beginn des Schlussdrittels in

Überzahl durch Jason Jaspers auf 5:4. Das Spiel wog nun hin und her.

Mannheim rannte dem Rückstand hinterher, die Lions versteckten sich

nicht und wollten die Partie mit einem weiteren Treffer endgültig

entscheiden. Auf Lions Seite vergaben Danner und Oppenheimer gute

Torchancen, während die Adler bei einem Lattenschuss von Bouchard Pech

hatten. In den letzten beiden Minuten drängten die Mannheimer vehement

auf den Ausgleichstreffer. Mit riesigem Kampfgeist stemmten sich die

Lions dagegen und Jason Young beseitigte mit seinem zweiten Treffer des

Abends 13 Sekunden vor Schluss letzte Zweifel am Sieg der Frankfurt

Lions.   


Zum Mainova Spieler des Tages wählten die Fans Jason Young


Tore:

1:0 (00:48) Ulmer (Armstrong)

1:1 (10:43) Shantz (Corbet, Forbes) 5-3 PP

1:2 (17:03) Jaspers (Corbet, Methot) 5-4 PP

1:3 (21:11) Bouchard (Lewansdowsky) 4-5 SH

2:3 (22:54) Osterloh (Wörle)  

3:3 (24:45) Reichel (Wörle)

4:3 (34:59) Oppenheimer (Young, Hackert)

5:3 (38:43) Young 4-5 SH

5:4 (45:53) Jaspers (Bouchard) 5-4

6:4 (59:47) Young


Strafminuten:

Frankfurt: 20 Minuten + Spieldauerdisziplinarstrafe (Smrek)

Mannheim: 16 Minuten


Zuschauer: 7.000 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Vyacheslav Bulanov


(Frank Meinhardt)