Lions froh über Derbysieg – Regelverstoß von Schiri Bulanov?

Markus Jocher bleibt ein "Löwe"Markus Jocher bleibt ein "Löwe"
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Nach drei emotionslosen Niederlagen gegen die Adler Mannheim haben die

Frankfurt Lions das vierte Duell gegen den Erz-Rivalen mit 6:4

gewonnen. Die 7.000 Zuschauer hatten das Eisstadion am Ratsweg in ein

Tollhaus verwandelt und der Funke sprang von Beginn an auf die Spieler

über, die 60 Minuten lang um jeden Puck kämpften und so die

spielerische Überlegenheit der Mannheimer ausglichen. „Es war eine

heiße Partie, die wir leider verloren haben. Ausschlaggebend waren

unsere Leichtsinnsfehler. Ich sehe einen großen Lerneffekt in diesem

Spiel. Es war ein Vorgeschmack auf die Play-offs“, analysierte

Mannheims Trainer Greg Poss nach dem Spiel. Rich Chernomaz äußerte sich

mehr als zufrieden über den Auftritt seiner Lions. „Wir hatten viele

Emotionen in unserem Spiel. Wichtig war, dass wir nach dem 3:1

Rückstand weiter hart gekämpft haben. Die Mannschaft hat sehr gut

zusammengehalten“.


Nach dem frühen Führungstreffer der Lions durch Ulmer hatten die Adler

das Spiel in der 11.Minute ausgleichen können. Ging dem Treffer aber ein Regelverstoss von Hauptschiedsrichter Bulanov

voraus? Nachdem der Russe bereits länger eine Strafe gegen den Lions

Stürmer Wörle angezeigt hatte, bugsierte sein Teamkollege Oppenheimer

den Puck über die Plexiglasscheibe. Eigentlich hätte der

Hauptschiedsrichter das Spiel mit Puckberührung von Oppenheimer

abpfeifen müssen, um die Strafe gegen Wörle auszusprechen. Neben Wörle

schickte er aber zusätzlich Oppenheimer wegen Spielverzögerung auf die

Strafbank. So ermöglichte der Schiedsrichter den Gästen ein längeres

fünf gegen drei Powerplay, dass sie zum Ausgleich nutzten.


„Ich habe den Schiedsrichter in der Drittelpause gefragt, was er

gemacht hätte, wenn Oppenheimer den Puck anstatt über die Bande ins

Mannheimer Tor geschossen hätte. Er sagte, dass er kein Tor gegeben

hätte. Auf meine Frage, worin der Unterschied besteht, wusste Bulanov

keine Antwort“, so Chernomaz nach dem Spiel. Der russische

Austauschschiedsrichter konnte keine Antwort geben, weil er die Regel

ganz einfach nicht kannte. Schiribeobachter Müller gab zu, dass er

Bulanov in der Drittelpause erklärte, dass er das Spiel unterbrechen

muss, sobald ein Spieler den Puck unter Kontrolle hat.


So richtig sauer war Lions Trainer Rich Chernomaz nach dem Spiel nur

noch auf seinen Spieler Peter Smrek. Dieser hatten dem sowieso schon

dezimierten Team sehr geschadet, als er wegen Reklamieren und wildem

Schlagen gegen die Plexiglasscheibe eine doppelte Disziplinarstrafe

kassierte, die automatisch zum Spielausschluss führte. Smrek fehlte in

den verbleibenden 40 Minuten und ist am Sonntag in Berlin gesperrt.

„Mindestens eine hohe Geldstrafe wird das Smrek kosten“, kündigte

Chernomaz interne Konsequenzen an.


Dass es am Ende doch noch zum Happy End aus Sicht der Lions kam, lag an

einer geschlossenen Mannschaftsleistung, aus der Kapitän Young,

Sebastian Osterloh und Tobias Wörle noch ein Stück herausragten. Im

zweiten Spiel dieses Wochenendes gilt es diesen Schwung mitzunehmen,

und das sechs Punkte Spiel in Berlin erfolgreich zu bestreiten. Bei

einem Sieg würde man sogar an den Eisbären vorbeiziehen. (Frank

Meinhardt)