Lions-Boss Schneider: „Mehr konnte nicht getan werden“

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Herr Schneider, warum gibt es in der kommenden Saison kein DEL Eishockey in Frankfurt?

Das hat jede Menge Gründe. Ich bin mir bewusst, dass viele jetzt auf mich oder meine Partner schimpfen, aber alle die mich kennengelernt haben werden bestätigen, es ist auch für mich ein bitterer Tag. Meine Partner, die Mitarbeiter der Geschäftsstelle und der ein oder andere mehr, alle haben seit Wochen, gar seit Monaten um den Erhalt des Eishockeys gekämpft. Letztendlich stehen wir aber alleine da. Es fehlen knapp eine Millionen Euro, das war einfach zu viel. Irgendwann ist Schluss. Wir haben insgesamt 5,2 Millionen privates Geld eingezahlt. Davon 4,4 Millionen Altlasten getilgt und 800.000 Euro in die Eissporthalle gesteckt.

Waren es die fehlenden Sponsoren oder die Stadt Frankfurt. Wer hat die Lions hängen lassen?

In erster Linie haben wir es nicht geschafft, das Eishockey zu erhalten. Das hängt natürlich auch an fehlenden Einnahmen durch Sponsoren. Die einen agieren in Gesprächen sehr zurückhaltend, die anderen machen gleich die Tür zu und der dritte fragt, was habe ich davon. Die Halle hat kein Komfort, in den Medien ist Eishockey kaum vertreten, im Fernsehen schon gar nicht. Man muss also schon Eishockey lieben, um zu investieren. Davon waren es am Ende zu wenig. Die Stadt Frankfurt kam uns am Ende ein großes Stück entgegen, aber auch zu wenig, um die Kurve zu bekommen. Wir hatten und hätten keine Einnahmen am Catering und den Gewinnen rund um die Halle gehabt. Eine neue Halle wird beispielsweise frühestens 2012 gebaut. So war im Endergebnis klar, wenn wir die Saison wie auch immer schaffen ist das Aus aufgeschoben, wenn nicht weitere Gelder eingehen.

Wie viel Geld hat am Ende gefehlt?

Ich denke, es waren eine knappe Millionen Euro zuzüglich den 600.000 EUR, die von der Liga gefordert wurden.

Warum wurde der Etat nicht gekürzt?

Er wurde ja um 800.000 EURO gekürzt. Da waren wir bereits am Limit. Sie können sich sicher sein, mehr wie wir in den letzten Wochen getan haben, geht nicht. Wir sind einmal quer durch Europa gereist, haben Tag und Nacht gearbeitet. Leider hat es nicht gereicht.

Wieso wurde die Lizenz überhaupt beantragt, wenn es klar war, dass es im Laufe der Saison eng werden könnte?

Wir waren überzeugt davon, alle Nachweise erbracht zu haben. Das Ergebnis hat uns auch überrascht.

Wieso folgt kein Widerspruch beim Schiedsgericht?

Es wäre ein Himmelfahrtskommando. Die Last der Zukunft ist erdrückend. Wir haben bereits für 1,8 Millionen Euro gebürgt. Mehr geht nicht. Irgendwann ist Schluss und leider ist nun Schluss.

Heißt, das Insolvenzverfahren wird nun eröffnet?

Ja, ich denke so wird es kommen.

Bedeutet für die Stadt, die Altlasten sind futsch?

Ja, so umgangssprachlich könnte man es ausdrücken. Ich befürchte erst jetzt werden einige die Rechnung richtig verstehen, die wir aufgemacht haben.

Bedeutet aber leider auch für die Fans, die bereits ihre Dauerkarte bezahlt haben, das Geld ist auch weg.

Alles was vor dem 28.Mai gezahlt wurde ist weg, ja, leider. Es tut mir gerade für diese Menschen leid. Dies hat mir viele schlaflose Nächte bereitet. Aber auch alle Ordner im Stadion, die Mitarbeiter am Sprechertisch, einfach alle, denen etwas genommen wurde, ist das heute ein ganz trauriger Tag.

Wie geht es nun weiter mit ihnen und dem Eishockey in Frankfurt?

Ich werde Gespräche mit den Young Lions führen und sie unterstützen, dass es so gut wie möglich weitergeht. Mehr kann ich jetzt noch nicht sagen.

Vielen Dank.

(Frank Gantert)


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