Lex Leggio: Clever, frech oder unsportlichKommentar

Der Stein des Anstoßes: Bei einem Bremerhavener Konter verschob David Leggio absichtlich das Tor. (Foto: dpa/picture alliance/nordphoto)Der Stein des Anstoßes: Bei einem Bremerhavener Konter verschob David Leggio absichtlich das Tor. (Foto: dpa/picture alliance/nordphoto)
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Zunächst bleibt erstmal festzuhalten, dass die Schiedsrichter alles richtig gemacht haben. In dieser Situation gibt es nur die Entscheidung Penalty. Kein technisches Tor und auch keine Zeitstrafe. Ironischerweise würde es ein technisches Tor geben, wenn der Torwart durch einen sechsten Feldspieler ersetzt wurde und ein Feldspieler das Tor verschiebt.

Im ersten Moment hat der Goalie durch die Aktion auch nichts gewonnen, denn die Strafe ist, dieselbe Situation wieder herzustellen. Derselbe Spieler läuft alleine auf denselben Torwart zu. Also was ist verloren oder gewonnen? Eigentlich ganz einfach: der mentale Faktor. Glaubt man Trainern, ist Eishockey zu 70 Prozent Kopfsache. In der ersten, ursprünglichen Spielsituation hat der Stürmer noch ein mentales Hoch, er hat vielleicht gerade einen Pass abgefangen oder hat einen tollen Pass bekommen und stürmt voller Euphorie aufs Tor zu. Zudem hat er die Chance auf einen Nachschuss oder ein Mitspieler kann den Rebound verwerten. In jedem Fall läuft das Spiel weiter, solange der Puck im Spiel bleibt. Alles das ist in der Penaltysituation nicht der Fall. Ein Schuss und Schluss. Zudem ist die Drucksituation für den Stürmer eine völlig andere. Jeder Spieler weiß, dass der Vorteil beim Penalty beim Goalie liegt, das belegt jede Statistik und obwohl eigentlich dieselbe Situation, kann man das beim Konter offenbar viel leichter ausblenden. Man hat ja auch keine Zeit, um darüber nachzudenken.

Also wie ist die Situation zu bewerten? Clever? Frech? Unsportlich? Vor allem auf der Facebook-Seite der Red Bulls geht seither ordentlich die Post ab. Und das nicht nur aus Bremerhaven, sondern der ohnehin bei vielen Fans unbeliebte Topclub bekommt Kreuzfeuer aus der gesamten Eishockey-Republik. Die geforderten Strafen gehen von utopischen Geldsummen über eine Sperre bis Saisonende, bis zum Ausschluss des Clubs aus den Play-offs. Selbstredend gibt es natürlich auch diejenigen, die die Sache als clever oder abgezockt sehen. Ich weiß nicht, wie Don Jackson die Sache aufgenommen hat, denn von ihm wird gefordert, Leggio zu sanktionieren, doch eigentlich müsste er ziemlich zufrieden sein. Beim Konter das Gegentor sicher verhindert, den Penalty gehalten und eine Regellücke ausgenutzt. Nochmal: Die Schiedsrichter haben alles richtig gemacht. Mehr Strafe geht nicht. Doch klar ist auch, dass insgesamt gesehen, der Penalty nicht als gerechte Strafe gesehen wird.

Was wäre aber eine gerechte Strafe? Eine kleine oder große Strafe wegen unsportlichem Verhalten? Ein technisches Tor? Eine Spieldauerstrafe, die nur den Goalie persönlich bestraft? Oder ist doch der Penalty die richtige Wahl? Aktuell läuft die Sache unter Zeitspiel und nicht unter unsportliches Verhalten. Doch genau da gehört es hin, so zumindest die Wahrnehmung und das Empfinden der Fans. Ich würde aber sagen, die Sache wurde nach aktuellen Regeln von David Leggio extrem clever gelöst, dennoch, an dieser Stelle muss man dringend eine andere Lösung finden und solchen Aktionen einen Riegel vorschieben. Also Lars Brüggemann, bitte mal mit ein paar Kollegen die Köpfe zusammenstecken und die Regel auf die To-Do-Liste setzten.

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