Lehoux-Tage bei den AdlernMannheim - Hamburg 5:3

Yanick Lehoux ist in Topform. (Foto: Michael Mundt - www.pressepixx.de)Yanick Lehoux ist in Topform. (Foto: Michael Mundt - www.pressepixx.de)
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„Ich habe nichts dagegen, wenn Yanick jetzt anstelle von Assists Tore schießt“, meinte Mannheims Trainer Harold Kreis schmunzelnd nach dem Spiel zur Drei-Tore-Ausbeute von Lehoux. Niklas Treutle, Keeper der Hamburger und mitverantwortlich für die letzten sechs Siege der Freezers in Serie, wird dazu eine andere Meinung haben. Dabei fing es gut an für die „Kühlschränke“. Sie hatten im ersten Drittel wenig bis gar keine Mühe mit gehemmt wirkenden, emotionslosen Adlern. Kombinationssicherheit, in der Defensive sofort am Mann, schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff waren die Eckpunkte des Hamburger Spiels. Die Adler hatten zwar die erste Chance des Spiels, ließen sich aber durch Hamburger Spielstil und einige missglückte eigene Aktionen zunehmend verunsichern. Resultat waren zwei Tore für die Freezers innerhalb von zwei Minuten, eines in Unterzahl (10.) durch Mathieu Roy, das zweite (12.) durch Matthew Pettinger. Nach dieser Führung gelang Hamburg viel, Mannheim wenig. Eine zarte Besserung in der Spielleistung seitens der Adler bekam in der 18. Minute durch das wirklich sehenswerte 3:0 durch Freezer Robert Collins zusätzlich einen Dämpfer. Spätestens jetzt war neben der breiten Brust eine beginnende „Pomadigkeit“ im Spiel der Freezers zu bemerken, den Sieg vor Augen und der bisherigen Harmlosigkeit der Adler geschuldet.

Diese „spielerische Arroganz“ nahmen die Hamburger mit ins zweite Drittel, sie merkten nicht, dass die Adler in der Kabine, außer ihre Wunden zu lecken, beschlossen hatten, sich hier nicht vorführen zu lassen.  Sie starteten das zweite Drittel mit spürbarer Wut im Bauch und da war sie, die Emotionalität und körperliche Spielweise, die die Adler brauchen, um gute Partien abzuliefern, für die Umsetzung in Tore sorgte Yannick Lehoux und wie. In der dritten Minute erzielte er das 1:3, das hatte zur Folge, dass das Publikum vernehmlich wach wurde, zwei Minuten später ließ er das 2:3 folgen, die Stimmung im Stadion stieg hörbar weiter, vergessen waren die Pfiffe nach Ende des ersten Drittels, ob der Adler-Darbietung. Yannick Lehoux, technisch sowieso eine Augenweide und scheinbar einer der wenigen, die im Adler-Team Freiheiten innerhalb des Kreis´schen Taktik-Korsetts haben, war nun kaum noch zu stoppen. Jeder Shift seiner Reihe mit Ronny Arendt und Frank Mauer brachte besonders Gefahr für Treutles Tor und war gleichzeitig zusätzliche Initialzündung für die anderen Reihen der Adler. In der 30. Minute  erzielte dann Markus Kink den Ausgleich, die Stimmung im Oval erreichte den Siedepunkt. Spätestens jetzt erwachte Hamburg wieder und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, ein absolut sehenswertes Spiel auf Augenhöhe mit Chancen auf beiden Seiten, Dennis Endras entschärfte einige sogenannte Hundertprozentige, Niklas Treutle stand ihm in nichts nach. Wiederum Yanick Lehoux versenkte einen Schlagschuss kurz vor Ende des Mitteldrittels, der lupenreine Hattrick war perfekt, dachten alle. Das Tor fand keine Anerkennung wegen Torraum-Abseits, zu dessen Feststellung die Schiedsrichter mehrere Minuten brauchten, um das am Bildschirm zu ermitteln. Während der turbulenten Szene vor Treutles Tor und Lehouxs Schuss erwischte Christoph Schubert Markus Kink mit einem hohen Stock. Das brachte ihm wegen Verletzungsfolge fünf Minuten und eine Spieldauerstrafe ein, den Adlern eine entsprechende Überzahl, die ins letzte Drittel hinein reichte.

Niemand anderes als Yanick Lehoux erzielte in dieser das 4:3 in der ersten Minute des letzten Drittels, Hattrick und Game Winner für ihn heute Abend. Die Adler zogen sich, abgesehen von einigen Entlastungsangriffen, nun mehr und mehr zurück, die Zone vor dem eigenen Tor wurde verteidigt, der Puck versucht über die Bande aus dem Drittel zu bringen, also zurück in den taktischen Game Plan. Das sah einige Male ziemlich holprig aus, bedingt nicht zuletzt durch zu langsames oder ungenaues Passspiel, das Abwehrverhalten reichte aber, um die Freezers in für sie ungünstige Schusswinkel abzudrängen und nichts mehr zuzulassen. Brenzlig wurde es nochmal zum Ende der Partie, Adler Jamie Sifers kassierte in der 59. Minute eine Strafe, Hamburgs Trainer Benoit Laporte nahm Treutle aus dem Tor und die Adler mussten eine sechs gegen vier Situation überstehen, was sie auch taten. Craig MacDonald erkämpfte sich den Puck und schlenzte diesen kniend übers ganze Feld ins verwaiste Hamburger Tor. Wichtige drei Punkte für die Adler, bedeuten sie doch die Tabellenführung, da Berlin in Köln gewann.

„Bis auf zehn Minuten kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen“, meinte Laporte nach dem Spiel, für Frustpotential ist wahrscheinlich trotzdem reichlich gesorgt.


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