Laurin Braun: "Nach dem ersten Drittel hat der Trainer ein bisschen gebrüllt"5:0 - Schanzer fegen Eisbären aus der Halle

La Ola, Ehrenrunde - oh wie ist das schön, im Moment ein Panther zu sein. (ISPFD / IPD UG / hockeyweb)La Ola, Ehrenrunde - oh wie ist das schön, im Moment ein Panther zu sein. (ISPFD / IPD UG / hockeyweb)
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Am Ende sangen die Fans aus voller Kehle "Oh wie ist das schön" - und sowas hatte man tatsächlich lange nicht mehr gesehen. Mit 5:0 fertigten die Schanzer den Tabellendritten aus Berlin ab. Lediglich im ersten Drittel lief es trotz der frühen Führung für die Hausherren durch Kael Mouillierat nicht gut, was Coach Doug Shedden offenbar zu einer kleinen Kabinenpredigt animierte: "Nach dem ersten Drittel war der Trainer nicht zufrieden und hat ein bisschen gebrüllt", sagte ERC-Stürmer Laurin Braun nach dem Spiel, das für ihn auch das Duell gegen seinen Bruder Constantin war. "Gegeneinander gewettet haben wir vor dem Spiel nicht. Constantin wusste schon, dass er keine Chance hat, da hat er es lieber gleich gelassen", meinte der jüngere der beiden Brüder gut gelaunt nach dem Spiel. Abheben ist nach der Serie von acht Punkten aus vier Spielen gegen die besten vier Teams der Liga dennoch ausgeschlossen: "Wir wissen, dass wir uns keine Schwäche leisten dürfen, weil die Tabelle so eng ist. Wenn Du da ein bisschen nachlässt, kriegst Du den Arsch versohlt."

Es hat sich etwas bewegt beim ERC Ingolstadt. In der Zeit vor Doug Shedden hätten die Panther das Spiel im ersten Drittel vermutlich wieder aus der Hand gegeben, denn in dieser Phase hatten die Berliner einige gute Gelegenheiten, scheiterten aber am ERC-Schlussmann Timo Pielmeier. Erst danach bekamen die Oberbayern das Spiel in den Griff. Timo Pielmeier sagt über den Aufschwung und seinen ersten Shutout nach langer Zeit: "Es ist natürlich toll, kein Tor zu kassieren. Wir stehen im Moment einfach stabiler, machen weniger Fehler in der eigenen Zone und haben weniger Scheibenverluste. Das macht es mir auch einfacher. Im Moment reichen vielleicht zwei oder drei Big Saves, um die Mannschaft im Spiel zu halten, vorher waren es zehn oder so, die nötig waren. So hatten die Berliner zwar im ersten Drittel ein paar Chancen, aber dann haben wir sie gut in der Hand gehabt." Ähnlich sahen es auch die beiden Trainer, Doug Shedden und Uwe Krupp, für die insbesondere im ersten Drittel "Pille" den Unterschied zugunsten der Oberbayern ausmachte. Bedrohlich war es nur noch einmal kurz im zweiten Drittel, als die Berliner beim Stand von 0:2 aus ihrer Sicht nur die Latte des Ingostädter Tores trafen.

"Wir haben einen positiven Geist in der Mannschaft"

Ein weiterer wichtiger Teil des Aufschwungs ist Verteidiger Ville Koistinen, der sich in den drei Spielen seit seiner Ankunft bereits zu einem Schlüsselspieler entwickelt hat: Er ist schnell, beherrscht das Körperspiel, verteidigt solide und setzt immer wieder offensiv Akzente. Auch gegen Berlin verbuchte er eine Vorlage und war insbesondere im darbenden Powerplay der Schanzer eine Bereicherung. Obwohl er noch nie in Deutschland gespielt hat, hat er sich sofort in das Team integriert. "Naja, das ist jetzt meine siebzehnte Saison als Profi, ich bin viel rumgekommen, da sollte ich mich schon ganz gut auf neue Kollegen einstellen können." Unbelastet von der schwierigen Saison des ERC Ingolstadt, kann er der Panther-Achterbahnfahrt etwas Positives abgewinnen: "Wir haben jetzt einen sehr guten, positiven Geist in der Mannschaft, nachdem die Mannschaft vorher viele Spiele verloren hat. Insofern kommt das vielleicht jetzt, zum Ende der Hauptrunde, genau zur richtigen Zeit"

Und vielleicht, vielleicht deutet sich da wieder ein Comeback der Panther an, wie sie es zuletzt vor vier Jahren gezeigt haben, als sie von Platz neun bis zum Titel marschierten und vorher auch schwierige Zeiten zu überstehen hatten. Gewisse Parallelen sind durchaus vorhanden, aber solchen Gedankenspielen wird Doug Shedden sicher einen Riegel vorschieben und stattdessen harte Arbeit einfordern: Denn am Sonntag geht es nach Düsseldorf, bevor in knapp einer Woche die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven nach Ingolstadt reisen, ein direkter Konkurrent im Kampf um die Play-offs.



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