„Late night“-Krimi: Ice Tigers – Adler 3 : 2 nach Penaltyschießen

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Lesedauer: ca. 3 Minuten

Erst kurz vor 23 Uhr konnten knapp 6000 Zuschauer in der Nürnberg Arena den 3:2 (0:2,1:0,1:0,1:0)-Penaltysieg „ihrer“ Ice Tigers gegen die Mannheimer Adler feiern. Die Gäste standen bei der Anreise in die Noris im Autobahn-Stau, so dass die Partie erst mit einstündiger Verspätung begann.



Erstaunlicherweise erwischten aber die Adler den besseren Start. Zwar hämmerte Kevin Dahl in der vierten Minute die Scheibe an die Latte des vom Ex-Nürnbergers Marc Seliger gehüteten Adler-Gehäuses, aber dennoch machten die Gäste anfangs den frischeren Eindruck. Allerdings benötigten sie bei ihrem ersten Treffer die Mithilfe von Ice Tigers Keeper Freddy Chabot, der die Scheibe weit vor seinem Gehäuse nur zu einem Adler brachte. Tomas Martinec nutzte dies und bezwang Chabot fast von der Bande aus. Auch das zweite Adler-Tor gehörte aus Sicht der Gastgeber in die Kategorie unglücklich. Corbet stocherte in seiner typischen Art die Scheibe im Powerplay über die Linie.

Das zweite Drittel begann mit einem Paukenschlag: Schon nach 36 Sekunden ließ Robert Tomik Seliger alt aussehen und vollendete einen Alleingang nach langem Zögern im kurzen Eck. Jetzt bekamen die Ice Tigers mehr und mehr Oberwasser. In der 31. Minute hatte Jiranek die größte Ausgleichschance, scheiterte aber von Cisar glänzend bedient an der Latte, was Schiedsrichter Rademaker erst nach mehrminütiger Videoanalyse erkannte. Kurz darauf eskalierte die Partie, als die Mannheimer einmal mehr aggressiv auf Chabot fuhren. Zwar lag die Scheibe im Tor, aber Podollan hatte Chabot davor im Torraum behindert, so dass Schiedsrichter Rademaker den Treffer nicht geben konnte. Allerdings war Chabot von den Adler-Aktionen sichtbar gereizt und traktierte Podollan mit dem Handschuh, was ihm eine Zwei-Minuten Strafe einbrachte. Ice Tigers Coach Greg Poss nutzte diese Situation und nahm Chabot für Alfie Michaud vom Eis. „Ich wollte was ändern, es war eine Art "wake up call". Wir haben zwei sehr starke Torhüter, das müssen wir ausnutzen“, so Poss nach der Partie. Allerdings war es sicher auch seine Absicht, seinen Keeper vor weiteren Aktionen zu schützen und mehr Ruhe in die Partie zu bringen. Kurz vor Drittelende hatte Vitalij Aab erneut eine große Ausgleichschance, bugsierte die Scheibe aber am langen Eck vorbei.



Spätestens jetzt war auch das Publikum im Spiel und peitschte die Ice Tigers nach vorne. Dies wurde nach genau 44 Spielminuten belohnt: Marian Cisar überwand Seliger im Powerplay zum verdienten Ausgleich. Zwar reklamierten die Gäste, da Yves Racine ohne ersichtlichen Grund auf dem Eis lag, aber Rademaker ließ sich nicht beirren und erkannte den Treffer an. Kurz darauf hatten die Gastgeber sogar die große Möglichkeit, das Spiel komplett zu wenden, aber auch eine 45-sekündige doppelte Überzahl brachte zwar Chancen aber keinen weiteren Treffer, so dass die Entscheidung erst im Penaltyschießen fiel: Die Versuche seiner Ex-Kollegen Larouche, Jiranek und Greilinger konnte Marc Seliger locker abwehren („Die drei waren sich sicher gegen Seliger zu treffen“, so Poss). Erst als mit Petr Fical der erste neue Ice Tiger antrat, hatte Seliger das Nachsehen. Da alle fünf Adler-Schützen (Podollan, Ustorf, Roach, Hock und Edgerton) am eingewechselten Michaud scheiterten, blieb der Extrapunkt bei den Franken.



Zwar wollte Adler-Trainer Bill Stewart mit einer suggestiven Frage („What you guys think about the referee?“) in der anschließenden Pressekonferenz die Niederlage dem Schiedsrichter anlasten, aber verständlicherweise konnten auch neutrale Beobachter diese Meinung nicht teilen. „Es war ein sehr intensives Spiel mit einer tollen Atmosphäre. Wir freuen uns schon auf das nächste Spiel gegen Nürnberg, hoffentlich wird dann die Busfahrt kürzer“, so Stewart weiter. Greg Poss war vor allem mit der Moral seiner Truppe zufrieden: „Die Zuschauer haben uns nach vorne gepeitscht, dadurch ist der Funke auf die Mannschaft übergesprungen. Ich bin stolz auf die Art und Weise, wie wir uns nach den zwei unglücklichen Gegentoren zurückgekämpft haben. Es war ein echtes Spitzenspiel.“

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Tore:

0:1 (11.10) Martinec (Hock)

0:2 (16.19) Corbet (Podollan, Edgerton) 5:4

1:2 (20.36) Tomik (Fical, Jiranek)

2:2 (44.00) Cisar (Larouche) 5:4

3:2 (60.00) Fical

Strafen: Nürnberg

12 min. – Mannheim 22 min. plus 10 min. Disziplinar Racine

Zuschauer:

5851

Schiedsrichter:

Rademaker


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