Lasse Kopitz: Ich suche eine neue HerausforderungEishockey-Profi will Schiedsrichter werden

Lasse Kopitz - Foto © Ice-Hockey-Picture-24Lasse Kopitz - Foto © Ice-Hockey-Picture-24
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Lasse, du hast dein Karriere-Ende als Spieler in Iserlohn bekannt gegeben. Was bewegte dich zu diesem Schritt?

Ich war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Als Spieler habe ich alles gespielt: Weltmeisterschaften, Olympia 2006 in Turin, World Cup of Hockey. Ich hatte wunderbare Jahre in der DEL. Nur der Titel fehlt mir leider. Ich denke aber, dass für mich jetzt ein guter Zeitpunkt erreicht ist, etwas Neues zu finden. Das Schiedsrichterwesen reizt mich und noch bin ich nicht zu alt für eine Karriere als Unparteiischer.

Bevor wir darauf näher eingehen, müssen wir die aktuelle Situation deines Teams beleuchten. In den letzten Wochen geht es in Iserlohn steil bergauf. Wie kommt’s?

Das stimmt. Aktuell läuft alles zusammen. Wir haben uns endlich gefunden. Leider hat es sehr lange gedauert, bis das System passte.

Was hat sich am Seilersee geändert?

Ich glaube das Entscheidende ist, dass wir jetzt in der Defensive geschlossen stehen. Verteidigung beginnt vorn und unsere Stürmer arbeiten jetzt mehr zurück. Es passt alles ineinander. Bisher haben uns auch die Verletzungssorgen nicht aus der Bahn geworden. Mit Mike York und Michael Wolf fehlen uns zwei absolute Leistungsträger. Andere Spieler sind in die Bresche gesprungen und geben alles für das Team.

Wie geht es in den nächsten Wochen in Iserlohn weiter?

Wir haben es gestern mit dem Sieg in München geschafft, uns auf Platz zehn heranzuarbeiten, nun haben wir das Erreichen der Playoffs selbst in der Hand. Diese Gelegenheit zu nutzen, ist unser erklärtes Ziel. Ich gehe mit einem lachenden und weinenden Auge in die verbleibenden Spiele und werde mein Herzblut geben, um die Playoffs zu erreichen. Dann ist alles möglich. 

Kommen wir zu deiner persönlichen Zukunft: Weshalb hast du dich für eine Karriere als Schiedsrichter entschieden? Die meisten ehemaligen Spieler schlagen doch eher den Weg als Trainer ein.

Das Trainer-Dasein ist nichts für mich. Ich möchte noch näher am Spiel sein. Am besten auf dem Eis und das geht nur als Schiedsrichter. Ich denke, dass ich als ehemaliger Spieler beste Voraussetzungen mitbringe. Ich habe mich im Vorfeld bereits mehrmals mit Lars Brüggemann unterhalten, der mich in meiner Entscheidung bestärkt hat. Was Lars geschafft hat, möchte auch ich erreichen. Ich weiß aber auch, dass mir nichts geschenkt wird.

Wie geht es nach der Saison genau für dich weiter?

Ich habe mich bereits beim Eissport-Verband Nordrhein-Westfalen für die Schiedsrichterausbildung angemeldet und bin gespannt, was auf mich zukommt. Im Anschluss möchte ich mich für das Trainee-Programm empfehlen, um möglichst schnell auch höherklassig pfeifen zu können – am besten in der DEL und dann auch International. Das ist mein Ziel. Schiedsrichtern wird viel abverlangt, aber ich bin bereit, Leistung zu bringen.

Als noch aktiver Spieler: Wie schätzt du die Leistung der Schiedsrichter in der DEL ein?

Allen kritischen Stimmen zum Trotz hat sich das Schiedsrichterwesen in den letzten Jahren definitiv entwickelt. Die Ausbildung wurde verbessert und nicht zuletzt das Trainee-Programm hat, nach allem was ich gehört habe, sehr großen Anteil daran. Auch das Vier-Mann-System kommt den gestiegenen Anforderungen entgegen. Die Jungs haben einen verdammt schweren Job und insgesamt muss man die Leistung positiv bewerten. Dass mit Lars Brüggemann, Daniel Piechaczek und André Schrader gleich drei deutsche Unparteiische, für die ich mich sehr freue, für die Olympischen Spiele in Sotchi nominiert sind, spiegelt das auch wider.

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