Kris Beech: „Ich vermisse es, zu spielen“Zum Try-out in Niederbayern

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Die erste Frage muss natürlich sein: Wie lief das Training? „Gut!“, sagt Beech mit einem freudigen Strahlen. „Es ist noch etwas ungewohnt, aber ich denke, das erste Training war gut. Ich glaube, ich habe mich ehrbar geschlagen.“ Dieser Einschätzung würde sicher keiner der etwa 30 Besucher des Trainings widersprechen. Auf jeden Fall sah es aber nach Spaß aus.

Noch lange nach dem offiziellen Trainingsende ist Beech immer noch auf dem Eis, spielt mit der Scheibe, macht Schüsse von den Außenpositionen oder fährt Solos gegen Straubings dritten Goalie Christoph Samhuber. „Ja“, sagt Beech, „ich bin etwas raus aus dem Training und war lange nicht in einem Team, länger als jemals zuvor. Ich bin sehr froh, dass ich wieder das machen kann, was ich die letzten 30 Jahre gemacht habe – Eishockey spielen. Ich hoffe natürlich sehr, dass ich einen Vertrag für die ganze Saison bekomme. Ich bin echt hungrig, dass es losgeht. Ich vermisse es, zu spielen.“

Letztes Jahr klappte es mit den Toren und Punkten beim tschechischen HC Pardubice und bei den Schweden von AIK Ishockey nicht so wie die Jahre zuvor. In insgesamt 44 Spielen gelangen Beech fünf Tore und acht Vorlagen. „Ja, es war ein schweres Jahr, in dem es nicht so lief.“

Dass Beech nun in Straubing ist, liegt auch an seinem Agenten: „Mein Agent hat sich nach Teams umgesehen. Dieses Jahr hat es etwas länger gedauert, um einen Platz zu finden als sonst, aber jetzt bin ich hier, jetzt geht´s los.“ Ganz neu ist die Situation, etwas später in eine Saison zu starten, aber nicht. „Auch das erste Jahr in Europa kam ich zum Team, als etwa zehn Spiele gespielt waren. Das ist diesmal nicht viel anders. Wir sind später in die Play-offs gekommen“, erinnert er sich und spricht dabei von der Saison 2008/09, als er beim schwedischen Team HV71 Jönköping anheuerte und mit der Mannschaft erst im Finale gegen Färjestads BK scheiterte.

[AD_MRECT]Insgesamt war seine Sommerpause also etwas länger als geplant. Allerdings wird ihm in der spielfreien Zeit nie langweilig. Kris Beech ist wohl ein Naturfreund und ein echter Familienmensch. „Im Sommer bin ich viel beim Fischen und verbringe viel Zeit mit meinem Bruder und seiner Familie. Die haben vier Kinder, ich habe keine, also verbringe ich viel Zeit mit ihnen und mit vier Kindern ist immer was los“, lacht er.

Bei Neulingen will man natürlich immer wissen, was sie vom Land und der Liga wissen. Fast etwas verlegen meint Beech: „Nicht wirklich viel, ich habe nur ein paar Webseiten besucht. Das ist eine völlig neue Erfahrung.“ Auch im Team der Tigers kennt er fast niemanden. „Ich habe gegen ein paar Spieler, die hier sind, schon in Nordamerika gespielt. Gegen Carsen Germyn habe ich mal in der Juniorenliga gespielt und gegen Blaine Down habe ich gespielt, als er in Zürich war. Ich habe schon mal gegen Berlin in der European Trophy gespielt.“

Angekommen ist Kris Beech am Montag mit seiner Verlobten. Bisher war aber noch keine Zeit, sich in Straubing etwas umzusehen. Er ist aber guter Dinge, dass er das die nächsten Tage machen kann. „Meine Verlobte ist etwas spazieren gegangen und hat sich umgesehen. Ich denke, wenn ich aus der Halle bin, werde ich erfahren, was sie entdeckt hat“, meint er schmunzelnd.