Krefelds siebte Heimniederlage in FolgeBefreiungsschlag nicht gelungen

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Schon zum zweiten Mal in dieser Saison trafen sich beide Mannschaften im König-Palast, ein Umstand, der bei der aktuell eklatanten Heimschwäche der Pinguine sicher nicht als Heimvorteil bezeichnet werden durfte. Seit dem Auftaktsieg gegen die Mannheimer hatten die Krefelder in sechs Spielen nur drei Punkte auf heimischem Eis geholt, wohingegen die Ice Tigers zehn Punkte aus den letzten fünf Auswärtsspielen mit nach Hause genommen hatten. Hinzu kam der Druck des Augsburger Sieges am Nachmittag, der im Falle einer Krefelder Niederlage ein weiteres Abrutschen in der Tabelle bedeuten würde. Dabei war dies das achte Spiel in 16 Tagen für die Pinguine, während die Ice Tigers nur sechs Partien absolviert hatten.

Nach nur neun Sekunden hätte es 1:0 für die Pinguine heißen können, aber Daniel Pietta vergab. Besser machte es Daniel Steckel 45 Sekunden später, der den ersten Nürnberger Angriff mit dem 0:1 abschloss. Davon unbeeindruckt spielte Krefeld nach vorne und verschaffte sich Feldvorteile, die auch zur ersten Strafzeit für die Ice Tigers führte, aber weder ein gutes Powerplay noch ein feiner Break von Pietta hatten Erfolg. Stattdessen erzielte wiederum Steckel in Minute 14 das 0:2. Krefeld ließ nicht nach und erzwang eine weitere Strafzeit für die Franken. Wieder erspielte Pietta sich eine tolle Chance und verzog, aber seine Stürmerkollegen arbeiteten die Scheibe zum 1:2-Anschlusstreffer ins Tor.

Herberts Vasiljevs und Kyle Sonnenburg vergaben die nächsten Chancen für die Pinguine. Bei verteiltem Spiel dauerte es bis zur 35. Minute, ehe die Pinguine ähnlich wie beim Anschlusstreffer den Abpraller eines Sonnenburg-Schusses ins Nürnberger Tor hineinstocherten. Nürnberg nutzte weiterhin jede Gelegenheit zu seinen immer gefährlichen Torschüssen, aber der gute Niklas Treutle hielt mit Geschick und Glück den Gleichstand fest.

Den hätte Dragan Umicevic nach 29 Sekunden des Schlussdrittels in eine Krefelder Führung verwandeln können, aber auch er scheiterte. Beide Teams drängten auf den Torerfolg und in Minute 46 wurde der Krefelder Kampfgeist belohnt. Andreas Jenike konnte einen Hanusch-Schuss von der blauen Linie nur abwehren, und Marcel Müller verwandelte den Abpraller zum 3:2. Nürnberg intensivierte nun seine Angriffsbemühungen. Eine Strafzeit gegen Christian Kretschmann überstanden die Pinguine, aber durch einen Zuordnungsfehler in Minute 53 fand ein Nürnberger Schuss von der blauen Linie durch Freund und Feind hindurch den Weg ins Pinguin-Gehäuse. Bis zum Drittelende gab es noch Chancen für beide Mannschaften, aber es blieb beim verdienten Unentschieden gegen starke Ice Tiger. Auch in der Verlängerung hatten die Pinguine zuerst drei Chancen, ehe Patrick Reimer mit einem tollen Schuss den Zusatzpunkt für die Franken sicherte.

Krefelds Verteidiger Mike Little, der eine starke Partie abgeliefert hatte, sagte nach dem Spiel: „Es war ein Spiel, in dem es hin und her ging. Sie sind ein sehr gutes Team, und beide Mannschaften haben sehr hart gearbeitet, und sie waren heute eben ein Tor besser. Der entscheidende Punkt waren die Bounces .Wir waren häufig genug vor ihrem Tor, aber wir hatten nicht den Killerinstinkt, die Scheibe zu versenken. Es kann nicht nur fehlendes Glück sein, wenn wir die Bounces nicht unterbringen, man muss sie auch selbst erzwingen.“ Zu seiner eigenen Leistung sagte er: „Ich glaube, ich habe mich in der letzten Zeit etwas gesteigert, aber da ist immer etwas, was man besser machen kann. Ich hätte mir gewünscht, bei meiner letzten Chance etwas mehr Scheibenglück gehabt zu haben.“

Gäste-Coach Rob Wilson sprach in der Pressekonferenz von einem sehr kräftezehrendem Spiel.  „Wir wussten, dass Krefeld unter der Woche gespielt hatte, und wir wollten das Spiel schnell machen. Krefeld war im ersten Teil die bessere Mannschaft. Beide Teams haben eine Anzahl Fehler gemacht, und wir wollten dann im letzten Drittel aggressiver spielen und den Pinguinen die Beine schwer machen. Das ist uns auch gelungen, aber beide Mannschaften hatten Gelegenheiten, das Spiel zu gewinnen.“

Krefelds Coach Franz Fritzmeier urteilte wie folgt: „ Wir sind gut aus der Kabine gekommen und hatten im ersten Drittel hochkarätige Chancen, die wir nicht verwerten konnten. Wir haben uns dann wieder ran gekämpft. Ich muss über meine Mannschaft sagen, dass sie nie aufgibt und sich voll einsetzt gegen so eine Spitzenmannschaft nach dem anstrengenden Spiel vom Freitag. Im letzten Drittel haben wir dann einfach wieder so einen Abstimmungsfehler und schlafen kurz, und dann fällt das 3:3. Patrick Reimer ist einer der besten Spieler der Liga und macht dann das Tor in der Overtime, und das hat er sehr gut gemacht. Kurz davor hätte es auf der anderen Seite auch für uns fallen können, ist es aber nicht. So nehmen wir nur einen Punkt mit. Insgesamt muss ich nach den zwei sehr intensiven Spielen in Mannheim und heute sagen, dass wir auf einem guten Weg sind. Wir sind immer nah dran und müssen konstant weiter arbeiten, bis wir solche Spiele auch mal gewinnen.“

Tore: 0:1 (1.) Steckel (Syvret), 0:2 (15.) Steckel (Möchel, Pföderl), 1:2 (17.) Rosa (Müller, Mancari), 2:2 (35.) Collins (Schamainki, Sonnenburg), 3:2 (46.) Müller (Hanusch, Pietta), 3:3 (53.) Segal (Festerling, Buzas), 3:4 (62.) Reimer. Strafen: Krefeld 6, Nürnberg 16. Schiedsrichter: Iwert – Piechaczek. Zuschauer: 4041.