Krefeld unterliegt dem Angstgegner aus BremerhavenFamilienduell bei den Pinguinen: Same procedure as last year

Krefelds Trainer Rick Adduono war bedient. (Foto: dpa/picture alliance)Krefelds Trainer Rick Adduono war bedient. (Foto: dpa/picture alliance)
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Vor dem letzten Aufeinandertreffen der Namensvettern machte ein Blick auf die Tabellensituation des augenblicklichen Zehnten (Bremerhaven) und des Dreizehnten (zehn Punkte Differenz) die unterschiedlichen Voraussetzungen für beide deutlich: ein Sieg würde Bremerhaven eventuell auf Platz 5 katapultieren und eine Niederlage zunächst keine Konsequenzen haben, wohingegen eine Krefelder Niederlage das durch die beiden Siege in den letzten zwei Spielen genährte Fünkchen Hoffnung auf die Pre-Play-offs endgültig ersticken würde, insbesondere wegen des überraschenden Punktgewinns der Mannheimer am frühen Nachmittag. Erschwerend für Krefeld kam hinzu, dass in der Bilanz gegen die Norddeutschen erst ein Drei-Punkte-Gewinn aus dem allerersten Spiel der beiden Clubs an der Nordsee zu Buche stand – die Pinguins also so etwas wie der Angstgegner der Pinguine sind.

Nach der Begrüßung durch ein Spalier aus Krefelder Karnevalisten zeigten die Pinguine sofort, dass sie es ernst meinten. In der ersten Minute schon konnten Marcel Müller und Dragan Umicevic zwei gute Chancen nicht verwerten, danach gerieten die  Bremerhavener in Unterzahl, die sie aber ohne große Probleme überstanden. Bis zum Powerbreak in Minute neun überwogen die Krefelder Spielanteile, danach nahm das Spiel mehr Fahrt auf. In der zehnten Minute zog Müller allein auf Tomas Pöpperle zu, blieb aber erfolglos. Die zwölften Minute brachte die erste Drangphase der Norddeutschen, doch noch blieb es beim 0:0. Dimitri Pätzold konnte einen Alleingang eines Bremerhavener stoppen, doch in Minute 14 musste er das erste Mal hinter sich greifen, als Jan Urbas im Slot frei zum Schuss kam, nachdem er in einem schönen Spielzug seinen Bewacher Markus Nordlund an Umicevic abgestreift hatte. Zwar erhöhte Bronson Maschmeyer  drei Minuten später auf  2:0, als Umicevic ein Zuspiel auf ihn nicht unterbinden konnte, aber die Seidenstädter konnten nur eine Zeigerumdrehung später durch Tim Miller auf 1:2 verkürzen, als dieser seinen eigenen Abpraller hinter Pöpperle aufnahm und über die Linie schob. Kurz vor Drittelende vergaben die Pinguine die Chance zum Ausgleich.

In Minute 22 rettete der Pfosten bei einer abgefälschten Scheibe für Pätzold. Zwei Minuten später scheiterten wieder  Müller und Umicevic an Pöpperle. Krefeld machte jetzt noch mehr Druck, Mathias Trettenes in Minute 26 sowie nochmals Müller in Minute 28 verpassten den Ausgleich, ebenso wie Diego Hofland nach einem Zuckerpass von Kurt Davis in Minute 31. Einer kurzen Bremerhavener Drangphase in der 36. Minute folgten weitere Krefelder Angriffe, aber entweder fehlte die letzte Genauigkeit oder die Pinguins hatten noch einen Schläger zwischen den Krefelder Anstrengungen und dem erwünschten Torerfolg.

Mitten in weiteres Krefelder Drängen im Schlussdrittel fiel in Minute 44 das 1:3, nachdem die Pinguine hinter dem eigenen Tor die Scheibe verloren hatten und Mike Hoeffel im Slot ungedeckt und ungestört zum Schuss kam; Pätzold war machtlos.  Als die Pinguins in Minute 47 in Unterzahl gerieten, versäumte Kurt Davis den Anschlusstreffer, und eine Strafzeit gegen Adrian Grygiel beendete die Krefelder Überzahl. In der sich anschließenden Unterzahl waren es jedoch die Krefelder, die die beste Chance hatten, aber wieder nicht nutzen konnten. 100 Sekunden vor Schluss nahm Rick Adduono seinen Torwart vom Eis und Bremerhaven erhöhte auf 4:1.

Krefelds einziger Torschütze Tim Miller sagte zum Spiel: „Es ist frustrierend. Wir hatten unsere Chancen; wir haben zwei frühe Gegentore zugelassen, obwohl wir wussten, dass es ein wichtiges Spiel war. Man darf so früh nicht 0:2 zurückliegen, das macht es extrem schwer. Wir haben uns gewehrt und hatten auch unsere Chancen, aber wenn man die nicht verwertet, muss man immer offensiver werden, und das hat der Gegner ausgenutzt. Das 1:3 war die Entscheidung.“

Gäste-Coach Thomas Popiesch analysierte das Spiel seiner siegreichen Pinguins zutreffend:  „Es war das erwartet schwere Spiel. Krefeld hatte sich durch die Siege gegen Schwenningen und Köln das Selbstvertrauen zurückgeholt, das hat man die ersten 40 Minuten deutlich gesehen. Krefeld war da die klar bessere Mannschaft, hatte Chance um Chance um Chance, wir hatten überhaupt keinen Zugriff, haben keine Ordnung gefunden. Wir hatten aber einen überragenden Spieler in Tomas Pöpperle, der uns im Spiel gehalten hat. In den letzten 20 Minuten sind wir dann stärker geworden. Wir haben in dieser Saison schon sehr viel besser Eishockey gespielt und verloren, heute war der liebe Gott ein bischen mit uns gewesen und hat uns in der Form von Tomas Pöpperle die Möglichkeit gegeben, den Sieg zu holen.“

Auch Pinguine-Coach Rick Adduono sagte, dass die Krefelder zwei gute Drittel gespielt hätten, war ansonsten jedoch recht sprachlos. Auf die Frage nach den Krefelder Chancen, die Play-offs noch zu erreichen, antwortete Tim Miller: „Wir können nur unser eigenes Spiel kontrollieren. Heute Abend hat sehr wehgetan, aber wir geben nicht auf. Man weiß nie, was passiert. Verrückte Sachen können passieren, Mannschaften können Pechsträhnen haben, wir werden in jedem Spiel unseren Mann stehen.“

Tore:  0:1 (14.) Urbas (Nehring, Newbury), 0:2 (17.) Maschmeyer ( Schwartz, Rumble ), 1:2 (18.) Miller (Keussen, Orendorz), 1:3 (44.) Hoeffel (Schwartz, Owens), 1:4 (60.) Hoeffel (Quirk) EN. Strafen: Krefeld 2, Bremerhaven 4. Schiedsrichter: Bauer – Westhaus. Zuschauer: 3634.


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