Krefeld siegt in der Schlussminute in Frankfurt

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Es ist schon manchmal kurios im Sport. Da agiert ein Team nahezu 60 Minuten spielbestimmend und wäre um ein Haar doch ohne Punkte nach Hause gefahren. So geschah es den Krefeld Pinguinen ein Tag vor Heiligabend bei den Frankfurt Lions. Von Beginn an waren die Gäste aktiver und taten deutlich mehr für das Spiel. In den ersten fünf Minuten schnürte Krefeld den Gastgeber komplett vor deren Tor ein, vergab aber den Führungstreffer. Richtig befreien konnten sich die Lions kaum, auch nicht als Hauptschiedsrichter van Gameren den Krefelder Noebels vorzeitig in Kabine schicken musste, nachdem dieser Lions Stürmer Hahn mit einem hohen Stock unglücklich getroffen hatte. Was folgte waren fünf Minuten ganz schwaches Powerplay der Hessen, das Krefeld ohne Probleme überstand. Kaum wieder komplett auf dem Eis halfen die Pinguine Frankfurt zum schmeichelhaften Führungstreffer. Lions Kapitän Schneider kurvte Richtung Krefelder Tor und beim Versuch die Scheibe zu klären bugsierte sie Roland Verwey unglücklich ins eigene Tor.

Wenig später vergab Fahey nach einem katastrophalen Fehlpass von Periard den Ausgleich, als er penaltyähnlich vor Gordon auftauchte, den Puck aber nicht am Lions Schlussmann vorbei brachte. Im Mitteldrittel sahen die 6.200 Zuschauer ein unverändertes Spiel. Krefeld checkt offensiv vor, während die Lions weiterhin sehr schwerfällig wirken und nicht ins Spiel kamen. Den verdienten Lohn des guten Spiels holten sich die Pinguine nach 28 Minuten ab. Aus Mittelstürmerposition schafft Cespiva den fälligen Ausgleich. Dieser Treffer ließ die Lions kurzfristig erwachen und zumindest die nächsten fünf Minuten spielten sie ansehnliches Eishockey. Sofort ergaben sich Torchancen. Die beste vergab dabei Oppenheimer, der freistehend das halbleere Tor verfehlte. Als wenig später Driendl eine Strafzeit absaß, hämmerte Jeff Ulmer den Puck von der blauen Linie vorbei an Langkow ins Tor der Pinguine.

In der Folge zogen sich die Lions wieder zurück und spielten ungewohnt passiv. Krefeld setzte nach und Ian Gordon avancierte zum besten Spieler der Lions an diesem Abend. In den ersten beiden Spielminuten des Schlussdrittels spielte Krefeld gleich mit zwei Mann mehr, Ian Gordon reagierte in dieser Phase gegen große Chancen durch Blank, Vasiljevs und Pavlikovsky überragend. Die Lions überstanden diese kritische Phase und standen 13 Minuten vor Schluss vor der nächsten brenzligen Situation. Nach einem Check von Blanchard schickte van Gameren den Lions Verteidiger mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe vom Eis und ermöglichte Krefeld fünf Minuten Überzahl am Stück. Lange stemmten sich die Lions gegen einen Treffer, bis Vasiljevs doch noch der Ausgleich gelang. Sehr schön von Blank bedient lies der Kapitän der Pinguine Gordon keine Abwehrchance. Eine Minuten vor Schluss verhängte van Gameren eine strittige Strafzeit gegen den Krefelder Hager und den Lions die große Chance, das Spiel doch noch zu ihren Gunsten zu gestalten.

Ein Konter von Vasiljevs sorgte aber für Jubel auf Seiten der Pinguine. Die Lions hatten den Krefelder Kapitän im Rücken übersehen und unaufhaltsam stürmte Vasiljevs auf Gordon zu und trickste den Lions Schlussmann zum 3:2 aus. Der Treffer von Schopper ins leere Löwen Tor besiegelte die Heimniederlage der Lions endgültig. „Ich bin enttäuscht. Wir waren heute nicht gut genug in unserem Zweikampfverhalten und haben zu viele Schlägerfouls begangen“, sagte Lions Trainer Rich Chernomaz nach dem Spiel.     

Zum Mainova Spieler des Tages wählten die Fans Ian Gordon

Tore:

1:0 (15:58) Schneider; 1:1 (27:04) Cespiva; 2:1 (32:46) Ulmer 5-4PP; 2:2 (51:19) Vasiljevs 5-4PP; 2:3 (59:14) Vasiljevs;  2:4 (59:42) Schopper

Strafzeiten:

Frankfurt: 15 Minuten + Spieldauerdisziplinarstrafe für Sean Blanchard; Krefeld: 19 Minuten + Spieldauerdisziplinarstrafe für Marcel Noebels

Schiedsrichter: van Gameren

Zuschauer: 6.200

(Frank Gantert – Foto by City-Press)


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