Krefeld punktet weiterWichtiger Penalty-Erfolg für Hamburg

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Am ersten und letzten Mittwochsspieltag der Liga stand für die Hamburg Freezers praktisch schon alles auf dem Spiel: bei zwei Punkten Rückstand auf den Tabellenzehnten Straubing, bei dem man am letzten Spieltag noch wird antreten müssen, durften sie sich gegen die Krefeld Pinguine, die Mannschaft der Stunde, keinen Punktverlust erlauben, zumal Augsburg, der heutige Gegner der Straubinger, nur einen Punkt weniger auf dem Konto hatte als Hamburg, das in dieser Saison noch keinen Dreier gegen die Krefelder eingefahren hatte. Die Pinguine hatten versprochen, sich bis zum letzten Spieltag voll einzusetzen, und nach ihrem goldenen Februar mit 17 von 21 möglichen Punkten und nur einer Niederlage in der Verlängerung in Berlin durfte man auf eine interessante Begegnung gespannt sein.

Im ersten Drittel wurde deutlich, dass ein erheblicher Druck auf den Hamburgern lastete, denn obwohl sie feldüberlegen waren, spielten sie doch einerseits vorsichtig, andererseits war eine gewisse Nervosität, die sich in unpräzisen Pässen offenbarte, nicht zu übersehen. Die Pinguine zogen zwei Strafzeiten, konnten die Unterzahlsituationen aber schadlos überstehen. Beide Mannschaften hatten nur wenige Chancen. Die beste der Pinguine vergab David Fischer in der ersten Unterzahl, als er bei einem Überzahlangriff kurz vor Dimitrij Kotschnew angespielt wurde, den Puck aber nicht hoch genug Richtung Netz beförderte, so dass die Scheibe in der Fanghand des Torwarts landete. Tomás Duba konnte alle Schüsse, die auf ihn kamen, relativ locker abwehren. Gefährlich wurde es nur, wenn die Zuordnung in der Pinguin-Abwehr nicht stimmte und vor seinem Kasten Chaos herrschte. Kurz vor dem Drittelende gab es eine diskussionswürdige Strafe für Daniel Pietta, denn wenn er Martin Sertych wirklich gefoult hatte, hätte man dem Gefoulten einen Penalty zuerkennen müssen.

So begannen die Pinguine das Mitteldrittel noch in Unterzahl, aber schon nach 28 Sekunden schickten die Schiedsrichter Thomas Oppenheimer auf die Strafbank. Sieben Sekunden vor dem Ende seiner Strafzeit fuhren die Pinguine einen Angriff und Andreas Driendl setzte sich gegen zwei Verteidiger durch und knallte die Scheibe rechts oben in den Winkel zum 1:0 für die Gäste. In der Folge kamen die Pinguine besser ins Spiel und überstanden in der 32. Minute dank der tollen Paraden von Tomás Duba eine brenzlige Szene, die von den Unparteiischen noch per Videobeweis überprüft wurde.

Im Schlussdrittel kamen andere Freezers aus der Kabine als vorher: ihr Spiel war deutlich schneller, wenn auch die Präzision im Kombinationsspiel immer noch verbesserungsfähig war. In Minute 49 jedoch schlugen wiederum die Pinguine zu: Christian Kretschmann erzielte mit einem schönen Flachschuss das 2:0, und die Stimmung der Hamburger Fans sank auf den Nullpunkt. Aber die Freezers gaben nicht auf und brachten verstärkt Scheiben in den Slot vor Duba und erarbeiteten sich eine Chance nach der anderen. Am Ende der 53. Minute wurden sie belohnt, als Philippe Dupuis eine solche Scheibe an Duba vorbei ins Netz beförderte. Nun verdoppelten die Norddeutschen ihre Anstrengungen, und die Pinguine verfielen in den Fehler, den man in der ersten Hälfte der Saison so oft bei ihnen beobachten konnte: anstatt die Scheibe kompromisslos aus ihrem Drittel zu befördern und den knappen Vorsprung zu halten, versuchten sie weiter zu spielen und gerieten in Minute 57 zum sechsten Mal in Unterzahl, die nur 19 Sekunden dauerte, da Thomas Oppenheimer, der trotz der zehn Überzahltore, die er schon geschossen hatte, nicht angegriffen wurde, von der blauen Linie mit einem schönen Schuss den Ausgleich erzielte.  Weder in den verbleibenden zwei Minuten noch in der Verlängerung gab es ein weiteres Tor, wobei man den Eindruck hatte, als ob die Pinguine sich von vorneherein auf ein Penaltyschießen einlassen wollten, und das, obwohl die Freezers in der gesamten Saison nicht eine einzige Verlängerung gewonnen hatten. Bei den Pinguinen traten die gleichen Schützen an, die am Sonntag Düsseldorf bezwungen hatten, aber alle versagten. Auf Hamburger Seite ließ Dupuis mit einem sehr schönen Penalty Duba keine Chance und sicherte den Zusatzpunkt für die Hanseaten. Die Pinguine konnten sich trotzdem freuen, dass ihre  Serie der Punktgewinne fortgesetzt worden war.

Tore: 0:1 (23.) Driendl (St. Pierre, Pietta)PP1, 0:2 (49.) Kretschmann (Meisinger), 1:2 (53.) Dupuis (Krämmer, Oppenheimer), 2:2 (57.) Oppenheimer (Roy) PP1, 3:2 (65.) Dupuis (entscheidender Penalty). Strafen: Hamburg 6, Krefeld 12. Schiedsrichter: Iwert / Schütz. Zuschauer: 6621.