Krefeld Pinguine verliert auch das zweite Kellerduell2:3 gegen die Grizzlys Wolfsburg

Krefelds Trainer Brandon Reid musste eine Niederlage quittieren. (Foto: dpa/picture alliance) (Verwendung weltweit)Krefelds Trainer Brandon Reid musste eine Niederlage quittieren. (Foto: dpa/picture alliance) (Verwendung weltweit)
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Ähnlich wie am elften Spieltag kam es in Krefeld zu einem Duell zweier Mannschaften, die beide eine Serie von sieben  Niederlagen mit sich herumschleppten und darum punktgleich die Plätze vor dem Schlusslicht belegten. Gespannt durfte man in Krefeld sein, ob die von Cheftrainer Brandon Reid unter der Woche geäußerte Kritik an der Einsatzbereitschaft und mangelnden Aufnahmefähigkeit für taktische Maßnahmen einiger Spieler Wirkung zeigen würde. Auf der Habenseite konnten die Pinguine die Auszeichnung von Chad Costello zum Spieler des Monats September verbuchen. Die Pinguine spielten mit Jussi Rynnäs  und weiterhin ohne Justin Hodgman.

Die ersten sechs Minuten waren geprägt von verteiltem Spiel  zwischen zwei kontrolliert spielenden Mannschaften. Wolfsburg zog die erste Strafe, überstand sie aber problemlos. Nach dem ersten Powerbreak in Minute neun kam Anthony Rech im Slot frei zum ersten Schuss und Tor für Wolfsburg. Ab Minute 15 kam Krefeld wieder in Überzahl, doch fiel es ziemlich verunsicherten Pinguinen nicht nur schwer, in Schussposition zu kommen, sondern Jussi Rynnäs musste zweimal gegen Sebastian Furchner retten, nachdem Phillip Bruggisser den Puck verloren hatte.  Auch die letzten beiden Spielminuten war Krefeld wieder in Überzahl, konnte sich aber keine 100%ige Chance erarbeiten. Mit 0:1 ging es in die Pause.

Im Mitteldrittel drängten die Pinguine entschiedener auf den Ausgleichstreffer. In Minute 24 scheiterten sowohl Daniel Pietta als auch Philip Riefers  noch an Felix Brückmann, aber eine Minute später drückte Vinny Saponari mit Hilfe von Brückmann endlich die Scheibe über die Linie zum 1:1. Danach spielten nur noch die Pinguine. Zuerst zog  Bruggisser ab, dann verpasste Jeremy Welsh, vor dem Wolfsburger Tor herrschte Chaos, aber die Pinguine brachten die Scheibe nicht im Tor unter. Die Krefelder Druckphase endete erst mit einer Strafzeit gegen Garrett Noonan.  Für elf Sekunden standen sogar nur drei Pinguine auf dem Eis, die aber keinen Gegentreffer zu ließen. Doch wenige Sekunden später musste Rynnäs wieder hinter sich greifen, weil Spencer Machacek ungehindert ins Krefelder Drittel fahren und vor Torsten Ankert abziehen konnte, der Rynnäs die Sicht versperrte. Schon in der nächsten Spielminute hatte Krefeld Glück, als Wolfsburg den Pfosten traf. Der große Druck, der sichtbar auf beiden Mannschaften lastete, entlud sich in Minute 35 nach einem Foul gegen die Pinguine und anschließendem Gerangel in einem Faustkampf, zu dem Mark Cundari Nick Latta einlud, der anschließend aufgrund seiner zweiten Zehnminutenstrafe unter die Dusche gehen konnte. Nach einer weiteren Strafe gegen die Grizzlys spielten 62 Sekunden lang fünf Pinguine gegen drei Bären, aber ohne Torerfolg, da Fortuna diesmal Brückmann bei einem Krefelder Pfostentreffer zur Seite stand.

Schon in Minute 41 verhinderte ein Schlittschuhsave eines Grizzlys auf der Torlinie den Ausgleich der Pinguine, die die ersten Minuten des Schlussdrittels dominierten, die Wolfsburger zu einer Strafe zwangen und dann durch eine  feine Einzelleistung von Costello in Minute 45 das 2:2 erzielten. In der gleichen Minute verpasste Alex Trivellato den nächsten Treffer. Wie aus dem Nichts gingen die Wolfsburger in Minute 51 zum dritten Mal in Führung, weil vier Pinguine zwei Grizzlys hinter das eigene Tor begleiteten und den Puck über die Bande aus dem Drittel spielen wollten, aber der aufrückende Wade Bergman nahm die Scheibe am Bullykreis seelenruhig an und hatte freie Schussbahn. Die Pinguine versuchten alles, um erneut auszugleichen und nahmen Rynnäs 70 Sekunden vor Schluss vom Eis, aber auch Pietta vergab unmittelbar vor der Schlusssirene die letzte gute Chance. Zusammenfassend muss man sagen, dass beiden Mannschaften die Belastung durch ihre aktuelle Tabellensituation deutlich anzumerken war, wobei die Pinguine mit dem zusätzlichen Druck einer möglichen Insolvenz zu kämpfen hatten.

Grizzlys-Coach Pat Cortina hatte ein ganz enges Spiel gesehen und legte in seiner Analyse den Finger in die größte Krefelder Schwachstelle, als er sagte: „Wir waren sehr gut in unseren Unterzahl-situationen, das hat uns Momentum gegeben.“ Das konstatierte auch Brandon Reid, der das erste Drittel seiner Pinguine in Bezug auf ihren Kampfgeist als „peinlich“ empfand: „Wir hätten das Spiel im Powerplay gewinnen können. Das ist frustrierend. Wir müssen hungriger sein, auch die Führungs-spieler müssen mehr geben.“

Tore: 0:1 (9.) Rech (Olimb, Aubin), 1:1 (25.) Saponari (Welsh, Cundari), 1:2 (34.) Machacek (Fauser), 2:2 (45.) Costello (Bruggisser) PP1, 2:3 (51.) Bergman (Fauser, Jones). Strafen: Krefeld 12 + 10 (Cundari), Wolfsburg 16 + 10 + 10 (Latta). Schiedsrichter: Hoppe – Kopitz. Zuschauer: 3523.