Krefeld Pinguine verlieren letztes Heimspiel der Saison2:4-Niederlage gegen Nürnberg

Patrick Seifert machte ein gutes Spiel für die Krefeld Pinguine. (Foto: dpa)Patrick Seifert machte ein gutes Spiel für die Krefeld Pinguine. (Foto: dpa)
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Gemeinsam mit den anderen DEL-Partien des letzten Spieltags vor der Olympiapause hatten die Pinguine, dass sie wie die anderen fünf Gastgeber alle drei Spiele gegen ihren aktuellen Gast verloren hatten; lediglich Düsseldorf siegte einmal 1:0 über Köln. Krefeld hatte zwar sieben Punkte sowohl aus den letzten fünf Spielen wie aus den letzten fünf Heimspielen geholt, musste aber auf  Marcel Müller verletzungsbedingt verzichten, der wieder von Darren Mieszkowski vertreten wurde. Nicht dabei war auch Martin Schymainski, der schon an Frankfurt in der DEL2 ausgeliehen ist. Rob Wilson bot im Tor Ex-Pinguin Niklas Treutle auf, das Pinguin-Tor hütete Dimitri Pätzold.

Ab Minute vier wurde es lebhaft im Nürnberger Drittel. Die erste Chance hatte Nick St. Pierre nach schönem Rückpass von Daniel Pietta, eine Minute später traf Justin Feser den Pfosten. Dann schickten die Schiedsrichter John Mitchell in die Kühlbox, jedoch überstanden die Ice Tigers ihre Unterzahl. Die erste gute Nürnberger Chance vereitelte Pätzold in der elften Minute. Schon eine Minute später konnte Treutle einen Grygiel-Schuss nicht festhalten, aber kein Pinguin  war da, der die Scheibe aufnehmen konnte. In Minute 17 erhielt Treutle eine kleine Strafe, aber die durchaus körpergewaltige Nürnberger Abwehr verhinderte ein Pinguin-Tor, bis dass die Mannschaft wieder vollzählig war. Dann wurde Mathias Trettenes in halblinker Position von Markus Nordlund bedient und zog sofort rechts oben in den Winkel ab zur Krefelder Führung. Nur   Sekunden später verwandelten die Eistiger ein Bully quasi per Direktabnahme zum 1:1-Ausgleich. So ging es in die Pause.

Im Mitteldrittel kämpften die Pinguine mit viel Herz um die Vorherrschaft auf dem Eis. Beide Torhüter hatten Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. In der 29. Minute erhielt Nürn-berg einen Penalty, den Pätzold gegen Marcus Weber souverän entschärfte. Nur wenige Sekunden später zeigte Pätzold erneut einen tollen Save gegen engagiertere  Ice Tigers, die ihn nun mehr beschäftigten. In der 31. Minute musste Lasse Kopitz wieder beweisen, dass er trotz seiner Krefelder Vergangenheit die  Pinguine auf keinen Fall bevorteilt: er schickte Alex Trivellato auf die Strafbank. Zwar überstanden die Pinguine ihre Unterzahl, fuhren aber direkt danach zum Wechsel, woraus ein 3:1-Überzahlangriff der cleveren Eistiger resultierte. Pätzold konnte den Schuss zwar halten, aber die Scheibe lag frei hinter ihm und wurde von Patrick Reimer über die Linie geschoben. In Minute 26 ging Trivellato wieder auf die Strafbank. Die beste Chance hatten jedoch die aufopferungsvoll kämpfenden Pinguine bei einem 2:1-Angriff, verpassten aber den Ausgleich um Zentimeter. Über das ganze Drittel gesehen gab es viele kleine Situationen, in denen die Erfahrung und Cleverness der Eistiger ihnen leichte Vorteile gegenüber den Pinguinen verschafften.

Die erste gute Chance in Minute 42 hatte die Matthew Mackay, verpasste aber wiederum den Ausgleich. Danach ging Leo Pföderl wegen Hakens in die Kühlbox, und als er gerade zurück war, rettete Treutle gegen Dragan Umicevic in höchster Not. In ihren Offensiv-aktionen begingen die Pinguine immer wieder den Fehler, die Scheibe hoch auf Treutle zu bringen, der sie dann relativ mühelos festhalten konnte. Angefeuert von ihren über 4000 Fans gingen die Pinguine in die letzten zehn Minuten der Saison 2017/18 vor heimischem Publikum. Mit einem satten Handgelenksschuss flach in die lange Ecke erhöhte Pföderl in Minute 52 auf 1:3, was aber der Anfeuerung keinen Abbruch tat. In der 56. Minute hämmerte Patrick Seifert von der Blauen Linie auf Treutles Kasten und Kevin Orendorz fälschte die Scheibe ab zum 2:3. Natürlich nahm Rick Adduono Pätzold 100 Sekunden vor Schluss vom Eis. Die Nürnberger beendeten den ersten Krefelder Angriff mit einem Foul und einer Strafzeit für Brandon Segal. Trotz doppelter Überzahl trafen die Pinguine das Nürnberger Tor nicht mehr und mussten drei Sekunden vor Schluss noch das 2:4 hinnehmen.

Patrick Seifert, der eine solide Partie ablieferte, meinte zum Spiel: „Wir hatten Schwierigkeiten, ins Spiel zu kommen, dann haben wir uns gesteigert und hatten das Spiel unter Kontrolle. Im zweiten Drittel hat sich das gegenteilige Bild gezeigt. Nürnberg war dann am Drücker und hat auch die Tore gemacht. Nürnberg ist eine Super-Mannschaft, die nicht umsonst oben in der Tabelle steht, sie haben Erfahrung im Team und große und starke Spieler und haben heute verdient gewonnen.“ Olympionike Mathias Trettenes urteilte: „Ich denke, wir haben hart gearbeitet, aber wir haben heute nicht genug Tore erzielt, aber es war doch ein gutes Spiel. Wir haben das ganze Jahr gegen diese Mannschaft gut gespielt und darauf müssen wir weiter aufbauen.“ Nürnbergs Coach Rob Wilson betonte, wie wichtig die heutigen Punkte für seine Mannschaft waren. „Wir haben darüber gesprochen, wie Krefeld gegen Wolfsburg gespielt hat. Wir mussten bis zum Schluss kämpfen, denn wir brauchten die drei Punkte. Es war ein hart erkämpfter Sieg, so wie wir es erwartet hatten.“

Rick Adduono betonte die physische Stärke der sehr starken Ice Tigers. „Es ist eine sehr schwere Situation für Krefeld. Wir spielen jedes Spiel hart, Einstellung und Kampf waren gut. Im dritten Drittel hatten wir 18 Torschüsse. In der 6:4-Überzahl am Schluss hatten wir noch eine sehr gute Chance zum Ausgleich. Ich bin sehr stolz auf unsere Fans, die uns so unterstützt haben, obwohl wir nicht in die Play-offs kommen. Es war eine unglaubliche Unterstützung heute. Krefeld verdient DEL-Eishockey. Ich hoffe, dass die Zukunft für Krefeld gut sein wird. Nürnberg hat eine sehr gute Chance auf die Meisterschaft.“

Tore: 1:0 (19.) Trettenes (Nordlund, Feser), 1:1 (19.) Pföderl (Mitchell), 1:2 (33.) Reimer, 1:3 (52.) Pföderl (Möchel, Jurcina), 2:3 (56.) Orendorz (Seifert, Davis), 2:4 (60.) Ehliz SH1-EN. Strafen: Krefeld 4, Nürnberg 8. Schiedsrichter: Kopitz – Melia. Zuschauer: 4590.