Krefeld Pinguine verlängern Niederlagenserie der Adler auf elfMannheim holt nur einen Punkt

Justin Feser erzielte den Siegtreffer für die Krefeld Pinguine. (Foto: dpa/picture alliance)Justin Feser erzielte den Siegtreffer für die Krefeld Pinguine. (Foto: dpa/picture alliance)
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Die große Frage war, ob es den Pinguinen wie am 17. November gelingen würde, Revanche für die zuvor erlittene Niederlage in der Kurpfalz zu nehmen, zumal das am 15. Dezember in Mannheim erlittene 0:7 doppelt weh getan hatte, weil es nicht nur die höchste Niederlage dieser Saison darstellt, sondern auch mitten in einer Serie von acht Mannheimer Niederlagen eingefahren worden war. Mannheim hatte mittlerweile Trainer Bill Stewart zurückgeholt und nach zunächst durchwachsenem Beginn acht Punkte aus den letzten drei Heimspielen geholt, aber beginnend mit dem 2:6 in Krefeld auswärts zehn Spiele in Serie verloren. Pinguine-Coach Rick Adduono musste im ersten Sturm auf Daniel Pietta verzichten, und man durfte gespannt sein, ob die sonst erfolgsverwöhnten Adler heute den Schritt vom ungewohnten elften Tabellenplatz in die Pre-Play-off-Ränge schaffen würden oder ob die Pinguine ihnen wieder in die Suppe spucken würden.

Beide Mannschaften versteckten sich von Anfang an nicht, hatten aber mit Ungenauigkeiten und Fehlpässen zu kämpfen. In der siebten Minute konnte Christoph Gawlik das 1:0 für die Pinguine erzielen, das aber nur kurz Bestand hatte, bis David Wolf auf Zuspiel von Matthias Plachta fast von der blauen Linie aus egalisierte. Dabei war die Situation eigentlich relativ harmlos, aber die Pinguine griffen den Adler nicht an, weil wohl niemand mit einem Schuss rechnete, der dann oben rechts im Winkel landete, da Patrick Klein die Sicht versperrt war. Am Spiel änderten die Treffer nichts, das Fehlpassfestival ging weiter, beide Torhüter waren mäßig beschäftigt. Als in Minute 14 der erste Adler in den Abkühlkäfig musste, zeigten die Pinguine wieder ihr hässliches Gesicht und kamen erst zwölf Sekunden vor Ende der Überzahl erstmalig ins Adlerdrittel. Die schwache Vorstellung der Seidenstädter verführte die Adler zu einer zweiten Strafzeit, die die Pinguine jedoch mit einer schönen Kombination zwischen Dragan Umicevic und Marcel Müller zum 2:1 nutzten. So ging es in die erste Pause.

Das Mitteldrittel war eine genaue Fortsetzung des Anfangsdrittels: pausenlos wechselte der Scheibenbesitz, beide Mannschaften leisteten sich schwere Schnitzer im Aufbau: so ließ in Minute 29 der scheibenführende Justin Feser den Puck am eigenen Bullykreis liegen und die Pinguine konnten sich bei Patrick Klein bedanken, dass der so mit dem Puck beschenkte Adler nicht den Ausgleich zum 3:3 erzielte. Nach Treffern von Luke Adam und einem leicht abgefälschten Schuss von Nick St. Pierre stand es nämlich seit der 26. Minute 3:2 für die Niederrheiner, die die Führung mit in die zweite Pause nahmen, allerdings auch noch 1:44 einer umstrittenen Strafzeit für Müller, wobei sie kurz vorher einmal das Glück des Tüchtigen hatten, als ein Schuss von Markus Kink den Pfosten traf.

Nach 51 Sekunden des Schlussdrittels konnte David Wolf den 3:3-Ausgleich erzielen. Mann-heim hatte in der Folge mehr vom Spiel  als die Pinguine, die erst in der Schlussphase wieder überlegener wurden, aber keinem gelang ein weiterer Treffer, so dass die Pinguine zum unglaublichen fünfzehnten Mal in die Verlängerung mussten. In Minute 63 verloren die Adler am Krefelder Tor die Scheibe und Müller ging auf rechts auf und davon und legte im letzten Moment die Scheibe quer auf den mitgelaufenen Justin Feser, der sie Endras durch die Hosenträger schob. Der Siegtorschütze schätzte das Spiel anschließend so ein: „Ich glaube, es war ein ganz gutes Spiel von beiden Mannschaften, die beide ihre Chancen hatten. Wir haben 60 Minuten solide gespielt und heute unsere Chancen genutzt.“ Auf die Frage nach den zahlreichen Fehlern auch auf Mannheimer  Seite meinte er: „Wenn wir so hart arbeiten wie heute, machen auch Teams wie Mannheim solche Fehler. Niemand ist perfekt, wir haben die gleichen Fehler gemacht, aber Patrick Klein hat großartig gehalten und die Chancen, die wir ihnen ermöglicht haben, vereitelt.“ Ex-Pinguin Sinan Akdag beurteilte die Leistung seiner Adler so: „ Es war ein enges Spiel, wir haben uns schwer getan, aber am Schluss noch gedrückt. Wir haben zwar nur einen Punkt geholt, aber jetzt kommen für uns die wichtigen Spiele gegen die unmittelbaren Konkurrenten.“

Top-Scorer Marcel Müller sagte: „Es fühlt sich gut an zu gewinnen, was gerade gegen Mannheim nicht einfach ist. Wir sind froh, dass wir zwei Punkte haben. Die vielen Fehlpässe sind mir egal. Heute war es nun mal so, aber wenn wir am Ende gewinnen, bin ich zufrieden.“ Patrik Klein, der wie beim anderen Heimsieg der Krefelder gegen Mannheim im Tor gestanden hatte, stellte fest: „Ich bin zunächst einmal froh, dass ich gespielt habe. Es war ein ausgeglichenes Spiel, in dem wir einmal das Glück des Tüchtigen hatten. Wenn wir so spielen wie heute, können wir jeden schlagen. Wenn wir so weiter machen, können wir weiter gewinnen.“ Pinguine-Coach Rick Adduono war stolz auf den Kampfgeist seiner Spieler und hob die Leistung von Patrick Klein hervor. Für den Sieg bedankte er sich bei seinem vorgestern verstorbenen guten Freund.

Tore: 1:0 (7.) Gawlik (Nordlund, Umicevic), 1:1 (8.) Wolf (Plachta), 2:1 (17.) Müller (Umicevic, St. Pierre) PP1, 2:2 (25.) Adam (Wolf, Carle), 3:2 (26.) St. Pierre (Faber, Trettenes), 3:3 (41.) Wolf (Kolarik, Adam) PP1, 4:3 (63.) Feser (Müller, St. Pierre). Strafen: Krefeld 4, Mannheim 4. Schiedsrichter: Kopitz – Piechaczek. Zuschauer: 4099.