Krefeld Pinguine unterliegen Red Bull München bei SchützenfestSchwarz-gelbe „Nikoläuse“ verschenken Punkte

Krefelds Justin Hodgman im Duell mit dem Münchner Patrick Hager.  (Foto: GEPA pictures/City-Press/Marco Leipold)Krefelds Justin Hodgman im Duell mit dem Münchner Patrick Hager. (Foto: GEPA pictures/City-Press/Marco Leipold)
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Vor Spielbeginn hofften viele Fans der Krefelder darauf, dass anders als beim letzten Heimspiel gegen die Eisbären die Köpfe der Pinguine nicht wieder voller Gedanken über die immer noch offene Frage der Zukunft der Pinguine sein würden, sondern dass der Wille zu Einsatzbereitschaft und Kampf ihren Auftritt bestimmen würde. Ein zusätzlicher Stimulus für Mannschaft und Fans war die Rückkehr von Martin Schymainski auf das Eis, der mit Jeremy Welsh und Chad Costello die erste Reihe bildete. Das Tor der Pinguine hütete Dimitri Pätzold, dem auf Münchner Seite Daniel Fießinger gegenüber stand.

Als 5:48 Minuten gespielt waren, hatten die Pinguine schon vier Minuten Unterzahl überstanden und konnten mit ihrem strukturierten Spiel beginnen, was innerhalb von 32 Sekunden zwei Tore der Pinguine brachte, deren zweites der erste Treffer von Welsh für die Krefelder war, der dazu in Minute elf Grant Besse herrlich frei spielte, der aber vergab. In der zwölften Minute gab es die dritte Strafe gegen die Niederrheiner, und nach einem Gestochere im Torraum war die Scheibe im Krefelder Kasten. München überstand eine Strafzeit, die Krefelder vertändelten wieder einmal eine Scheibe hinter dem eigenen Tor und schenkten den Münchnern den Ausgleich durch Philip Gogulla, ein schöner Angriff der Pinguine endete mit einem Foul an Besse, der den ihm zugesprochenen Penalty aber nicht verwandelte. So ging es mit 2:2 in die erste Pause.

Bereits in Minute 23 wanderte wieder ein Pinguin auf die Strafbank, und es hieß 2:3. Nur eine Minute später begleiteten die Krefelder drei angreifende Bayern ins Krefelder Drittel und sahen den vierten Treffer der Landeshauptstädter. Keith Aulie musste auf die Strafbank und diesmal funktionierte das Krefelder Powerplay: Garrett Noonan verkürzte auf 3:4, aber nur vier Minuten später holte sich John Peterka den Puck direkt vom Bully, zog vor das Tor und es stand 3:5. München versuchte es nun mit Pässen in und durch den Torraum, blieb aber zunächst erfolglos. Eine Überzahl für Krefeld  brachte zwei sehr gute Chancen für die Pinguine, jedoch das nächste Tor fiel wieder auf der Krefelder Seite, weil – wie schon in vielen Situationen zuvor – Patrick Hager überhaupt nicht körperlich angegriffen wurde und nach Belieben schalten und walten konnte. Eine Minute vor Drittelende zog Laurin Braun aus zentraler Position  von der blauen Linie ab und die Scheibe rutschte Fießinger durch die Schoner zum 4:6. Krefeld hatte durchaus gute und sehr gute Chancen gehabt, um den Spielverlauf anders zu gestalten.

Schon in der 41. Minute erarbeiteten sich die Pinguine beinahe den Anschlusstreffer, der dann zwei Minuten später durch Chad Costello doch fiel. Die Aufholjagd der Pinguine erhielt in Minute 47 einen Dämpfer, als Justin Schütz Pätzold im kurzen Eck überlistete – 5:7. Die endgültige Entscheidung fiel in Minute 57, als Pätzold unnötigerweise sein Tor verließ und die Scheibe hinter dem Tor nicht kontrollieren konnte, so dass Trevor Parkes keine Mühe hatte, sie ins leere Tor zu schieben. Eine letzte Strafe gegen München brachte keine Ergebnisveränderung.

Mannschaftskapitän Torsten Ankert, der als einziger Krefelder Verteidiger eine akzeptable Leistung bot, sagte zum Spiel: „Ich denke, das Spiel war ein Alptraum für beide Trainer. Es ging nur hin und her. Wenn man acht Gegentore kriegt, fehlt außer Physis auch einiges andere in der Abwehrarbeit. Ich persönlich hinterfrage nicht, ob und wann der Trainer einen Torwart auswechselt.“

Rückkehrer Martin Schymainski urteilte: „ Natürlich habe ich mir einen Sieg am meisten gewünscht. Ich habe mich nach so einer langen Zeit sehr auf dieses Spiel gefreut und war heute auch ziemlich nervös. Ich hätte nicht gedacht, heute so viel Eiszeit zu bekommen. Acht Gegentore sind zu Hause einfach zu viel, und wir haben auch einige davon so her geschenkt.“

Münchens Coach Don Jackson sagte, Krefeld habe einen sehr guten Start gehabt. „Aber dann sind wir sehr gut zurückgekommen.“ Krefelds Brandon Reid bedauerte die „Soft Calls“ der Schiedsrichter, die den Krefeldern – insbesondere durch den Überzahl-Gegentreffer zum 2:1—den Wind aus den Segeln genommen hätten. „Es war ein verrücktes Spiel. Individuelle Fehler haben heute Abend eine zu große Rolle gespielt. Ich hätte Dimitri Pätzold gerne früh ausgewechselt, aber Jussi Rynnäs ist noch nicht fit, er wird hoffentlich Sonntag voll da sein. Die Niederlage heute hat richtig wehgetan.“

Tore: 1:0 (7.) Besse (Saponari, Welsh), 2:0  (8.) Welsh (Noonan, Costello), 2:1 (13.) Kastner (Gogulla, Parkes) PP1, 2:2 (19.) Gogulla (Kastner,Hager), 2:3 (25.) Bourque (Parkes, Gogulla) PP1, 2:4 (26.) Peterka (Hager, Ehliz), 3:4 (27.) Noonan (Costello, Bruggisser) PP1, 3:5 (31.) Peterka (Hager), 3:6 (38.) Gogulla (Hager, Seidenberg), 4:6 (40.) Braun (Welsh, Cundari), 5:6 (43.) Costello (Besse, Pietta), 5:7 (47.) Schütz (Gogulla, Abeltshauser), 5:8 (57.) Parkes (Bourque, Kastner). Strafminuten: Krefeld 8, München 8. Schiedsrichter: Iwert – Schrader. Zuschauer: 4145.