Krefeld Pinguine unterliegen den Straubing Tigers nach VerlängerungPunktgewinn nach 0:2-Rückstand

Brandon Reid, Trainer der Krefeld Pinguine. (Foto: dpa/picture alliance)Brandon Reid, Trainer der Krefeld Pinguine. (Foto: dpa/picture alliance)
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Die Krefelder Fans durften gespannt sein, ob und wie sich die Spielpause der Pinguine am Mittwoch auf ihr Auftreten auswirken würde. Der einstige Angstgegner aus Niederbayern, der auch die beiden letzten Spiele der vergangenen Saison für sich entschieden hatte, bekleidet momentan den dritten Tabellenplatz, so dass man – besonders unter Berücksichtigung des den Pinguinen fehlenden siebten Spiels – schon von einem Spitzenspiel sprechen konnte, wenn auch die in diesem Zusammenhang sonst üblichen Akteure fehlten. Als Torhüter begannen Dimitri Pätzold und Jeffrey Zatkoff.

Nach verteiltem Spiel in der Anfangsphase gab es wie aus dem Nichts den ersten Aufreger in Minute fünf, als Sena Acolatse Mathias Trettenes zuerst foulte und dann mit den  Fäusten bearbeitete. Zwar verweigerte der Pinguin den Faustkampf, wurde aber trotzdem mit auf die Bank geschickt, was wütende Proteste der Zuschauer hervorrief. In Minute zehn verloren leicht verschlafene Pinguine hinter dem eigenen Tor die Scheibe und schon hieß es 0:1. Zu behäbige Krefelder vermieden nur eine Minute später mit Mühe den zweiten Gegentreffer, danach parierte  Pätzold einen tollen Schuss von der blauen Linie, als wieder ein Krefelder auf der Strafbank saß. Fünf Minuten später musste der Torhüter allerdings wieder hinter sich greifen: dank mangelnder Zuordnung in der Abwehr konnte Sandro Schönberger von der blauen Linie ungestört den Puck in die Maschen hämmern. Eine weitere Strafzeit überstanden die Pinguine, denen es im ersten Drittel nicht gelang, Zatkoff wirklich zu fordern.

Auch im Mitteldrittel trafen die Krefelder auf hellwache Straubinger, die zunächst meist einen Schritt schneller waren. Ab der 28. Minute drückten die Pinguine erstmals dem Spiel ihren Stempel auf. Als sie nach dem Powerbreak in Überzahl kamen, schaffte kurz vor deren Ende Chad Costello den Anschlusstreffer. Nur drei Minuten später machten die Pinguine es bei der nächsten Überzahl besser: nach nur 38 Sekunden erzielte Jacob Berglund den mittlerweile verdienten Ausgleich.

Anfangs des Schlussdrittels agierten die Niederrheiner wacher und physischer, kamen aber in Minute 45 in Unterzahl, ließen jedoch auch dank einer soliden Leistung von Pätzold nichts anbrennen. Beide Mannschaften spielten auf den dritten Treffer, die beste Chance verpasste Jordan Caron in der 55. Minute, als er den Pfosten traf. Wenig später gab es eine weitere Strafzeit gegen Kael Mouillerat, die allerdings keine Ergebnisveränderung brachte. So ging es in die Verlängerung, in der nach Chancen für beide Seiten T.J. Mulock nach nur 68 Sekunden das  Spiel zugunsten der Niederbayern entschied.

Pinguine-Kapitän Philip Bruggisser beurteilte den Auftritt seiner Mannschaft wie folgt: „Wir waren schon das zweite Mal hintereinander nicht bereit, als wir aufs Eis kamen, darüber müssen wir in der Mannschaft sprechen. Wir haben ihnen quasi die Initiative überlassen, anstatt aufs Eis zu gehen und das Geschehen zu diktieren. Das werden wir im nächsten Spiel anders machen. Natürlich wollten wir gewinnen, aber wir sind wenigstens zurückgekommen und haben einen Punkt erkämpft, der in der Endabrechnung wichtig sein kann. Das Spiel war körperbetonter als das gegen Wolfsburg, ihr Spiel war sehr strukturiert, und sie sind ein unangenehmer Gegner, aber wir sind zurückgekommen und haben die beiden letzten Drittel dominiert. Leider haben wir nicht gewonnen, aber die Jungs zeigen immer wieder, dass wir hart arbeiten und an uns glauben, also werden die Tore für uns auch fallen. Am Sonntag erwarte ich ein schweres Spiel [in Düsseldorf] mit einer lautstarken Unterstützung von unseren Fans.“

Auch Pinguine-Torwart Dimitri Pätzold war über das erste Drittel enttäuscht: „Wir sind nicht ganz bereit aus der Kabine gekommen und wurden dafür bestraft. Zum Glück haben wir einen Weg gefunden zurückzukommen und haben wieder Moral bewiesen, auch wenn es am Ende nicht ganz gereicht hat.“ Angesprochen auf seine tolle Rettungstat in Minute 53 meinte er: „Ich bin auch dazu da, um in Unterzahl die Mannschaft zu retten, wenn es sein muss, das ist mir in dem Moment gelungen. Im Großen und Ganzen haben wir defensiv mit Abstrichen im ersten Drittel eine gute Leistung gezeigt.“

Tigers-Trainer Tom Pokel war insgesamt zufrieden mit der Leistung seiner Tiger mit Ausnahme der der zweiten Hälfte des Mitteldrittels. „Das erste Drittel gehörte uns, das zweite Krefeld, im dritten war alles offen; beide Mannschaften haben attraktiv gespielt und die drei Punkt waren hart umkämpft. In der Verlängerung bei drei gegen drei kann alles passieren. Wir haben zwei Teams mit neuen Gesichtern und neuer Identität gesehen, das heutige Spiel war sehr interessant, beide Teams haben ihre Punkte verdient.“ Dem pflichtete Pinguine-Trainer Brandon Reid bei: „ Straubing hat im ersten Drittel gutes Eishockey gespielt, und das dritte Drittel war eine hart umkämpfte Schlacht mit einigen großen Chancen für beide Seiten. Insgesamt haben wir ein gut ausgewogenes Spiel auf beiden Seiten gesehen.“

Tore: 0:1 (10.) Pfleger (Schönberger, Schopper), 0:2 (17.) Seigo (Pfleger, Schönberger), 1:2 (33.) Costello (Caron, Lefevbre) PP1, 2:2 (36.) Berglund (Costello, Lefevbre) PP1, 2:3 (62.) Mulock (Loibl, Seigo). Strafen: Krefeld  6 , Straubing 10. Schiedsrichter: Hurtik – Iwert. Zuschauer: 3810.


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