Krefeld Pinguine punkten gegen StraubingEin Silberstreif am Horizont

Co-Trainer Pierre Beaulieu ist derzeit für die Krefeld Pinguine verantwortlich.  (Foto: dpa/picture alliance/Eibner-Pressefoto)Co-Trainer Pierre Beaulieu ist derzeit für die Krefeld Pinguine verantwortlich. (Foto: dpa/picture alliance/Eibner-Pressefoto)
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Ob sich der Trainerwechsel als Befreiungsschlag für die Pinguine herausstellen würde, durfte angesichts der Ungewissheit über den Fortbestand der Pinguine bezweifelt werden, ist doch der für morgen anberaumte Notartermin über die Erhöhung der Geschäftsanteile zumindest fraglich. Sollte in dieser für die Pinguine überlebenswichtigen Frage noch Einigkeit erzielt werden, wird der sportliche Zug in Richtung Pre-Play-offs wohl längst abgefahren sein und es nur noch um die Vermeidung der Roten Laterne gehen, die eigentlich jetzt schon fast über den Pinguinen leuchtet, da Schwenningen ein Spiel weniger ausgetragen hat als die Niederrheiner.

Die Pinguine spielten mit Jussi Rynnäs im Tor, dem Sebastian Vogel gegenüberstand, der schon nach 19 Sekunden gegen Grant Besse retten musste, was ihm nur 16 Sekunden später nicht gelang, sodass die Pinguine 1:0 in Führung gingen. Ihre anfängliche Überlegenheit gaben die Krefelder durch einige Fehler bald auf, so dass sich das Spielgeschehen mehr ins Krefelder Drittel verlagerte, aber Rynnäs war ein sicherer Rückhalt. Gegen Drittelende erspielten sich die Pinguine noch einige gute Chancen für Grant Besse, Marc Cundari und Jakob Lagacé, aber es blieb beim 1:0.

Im Mitteldrittel kamen die Tigers besser ins Spiel. Bei  einem Angriff der Niederbayern in Minute 24 griff Philip Riefers den scheibenführenden T.J. Mulock  nicht an, so dass Rynnäs  bei dessen Schuss keine Sicht hatte – 1:1. Wenig später hieß es dann 1:2 nach einer wirklich schönen Kombination der ersten  Straubinger Reihe. Durch einen haarsträubenden Fehler der Straubinger Abwehr in Minute 30 kam Daniel Pietta vor dem Tor an die Scheibe und spielte Vogel aus – 2:2. Im weiteren Verlauf des Drittels erspielten sich die Bayern aber klare Vorteile, was sich auch im 2:3 durch Chasen Balisy  in Minute 37 manifestierte.

Die vorentscheidende Phase des Spiels kam zu Beginn des Schlussdrittels. In der 42. Minute  wanderten gleich zwei Tigers auf die Strafbank, aber die Pinguine blieben ihrer Gewohnheit treu, zahlenmäßig unterlegene Gegner möglichst nicht zu schädigen und vergaben so die Möglichkeit, das Spiel zu wenden. Zwar gelang ihnen zwölf Sekunden nach Herausnahme des Torhüters der Ausgleich zum 3:3 in Minute 59, doch es ging in die Verlängerung, in der es trotz dreier Hinausstellungen in Minute 65 keine Entscheidung gab. Im Penaltyschießen brachte Jeremy Welsh seine Farben in Führung, doch die anderen Pinguine vergaben, wohingegen bei Straubing Travis Turnbull und Chasen Balisy trafen. Trotzdem war Jussi Rynnäs wieder der beste Krefelder, der sich nach Spielende unzufrieden mit dem Spielausgang, aber hocherfreut über die Einstellung seiner Vorderleute zeigte: „Heute haben wir zumindest gekämpft und endlich mit Herz gespielt, worüber  ich  sehr glücklich war. Ich hoffe, dass wir endlich verstehen, dass wir jeden Tag hart arbeiten müssen, im Training und im Spiel. Heute hat es allen Spaß gemacht, jeder hat gearbeitet und gekämpft. Wir haben so viele Spiele einfach weg gegeben. Heute hatten wir Herz und Leidenschaft und wollten gewinnen. Eishockeyspieler ist unser Beruf, und wir müssen ihn mit Stolz ausüben.“ Auf die Frage, ob der Trainerwechsel zur Leistungssteigerung beigetragen habe, sagte Rynnäs: „Jeder in der Kabine weiß, dass Trainer wegen uns seine Arbeitsstelle verloren hat. Es ist sehr traurig, denn er hat hart gearbeitet. Er tut mir wirklich leid, er hat das nicht verdient, denn es war 100 Prozent unsere Schuld. Was wir gezeigt haben, war einfach nicht gut genug.“ Torschütze Grant Besse erklärte den Punktgewinn der Pinguine so:  „Die Puckbehandlung der gesamten Mannschaft war um einiges besser als in der Vergangenheit.“ Er wollte dem Trainerwechsel keine große Bedeutung beimessen.

Tigers-Dompteur Tom Pokel hatte „ein sehr intensives Spiel gesehen, in dem Krefeld aus dem Startblock explodiert war. Wir waren zu langsam mit der Scheibe, und Sebastian Vogel hat uns vor einem 0:2 oder 0:3 bewahrt. Im zweiten Drittel haben wir uns neu formiert und waren am Drücker. Heute Abend hatten beide Mannschaften Punkte verdient. Krefeld hat hervorragend gespielt und die erste Reihe war nur sehr schwer zu kontrollieren. Wir sind froh über die beiden Punkte.“ Krefelds neuer Trainer Pierre Beaulieu sagte: „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, die hart gearbeitet hat. Straubing war sehr stark, wir waren im zweiten Drittel etwas  nachlässig, im Feld und an der Bande. Unsere Mannschaft hatte viel Energie und hat das Spielkonzept umgesetzt.“

Tore:  1:0 (1.) Besse (Bruggisser, Costello), 1:1 (23.) Mulock (Heard, Acolatse), 1:2  (27.) Mouillierat (Heard, Acolatse), 2:2 (30.) Pietta, 2:3 (36.) Balisy (Kohl, Schopper), 3:3 (59.) Costello (Lagacé, Besse), 3:4 (65.) Balisy (entscheidener Penalty). Strafen: Krefeld  4, Straubing 10. Schiedsrichter: Koch, Schukies. Zuschauer: 2804.

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