Krefeld Pinguine kämpfen die Eisbären niederPenalty-Erfolg gegen Berlin

Mathias Trettenes traf im Penaltyschießen. (Foto: dpa/picture alliance/CITYPRESS 24)Mathias Trettenes traf im Penaltyschießen. (Foto: dpa/picture alliance/CITYPRESS 24)
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Nach der sehr guten Leistung und der unverdienten Null-Punkte-Niederlage der Seidenstädter beim Tabellenführer in Nürnberg am Freitag durfte man in Krefeld gespannt sein, ob die Pinguine mit ihrem Neuzugang Jordan Caron daran würden anknüpfen können und ob sie die insgesamt gute Bilanz gegen die Hauptstädter weiter verbessern würden, wenn auch von den 23 eingefahrenen Punkten aus den letzten zwölf Spielen nur neun auf heimischem Eis erkämpft worden waren. Gewarnt sein musste Krefeld durch die bisherigen Auswärtserfolge des Tabellenzweiten, der lediglich in München verloren hatte. Natürlich hofften die Krefelder Fans darauf, dass Neuzugang Jordan Caron für sie ein Einstandsgeschenk wie in Nürnberg mitbringen würde.

Beide Mannschaften spielten offensiv und erarbeiten sich einige Chancen, ohne jedoch die Scheibe im Tor unterzubringen. Andrew Engelage musste seine beste Reaktion  zeigen, als Kurt Davis eine Scheibe, die hinter ihm quer durch den Slot gespielt wurde, mit seinem Schläger fast ins eigene Tor abgelenkt hätte. So ging es torlos in die Pause, aber die Eisbären nahmen 100 Sekunden Überzahl mit ins zweite Drittel.

Im Mitteldrittel gab es grundsätzlich das gleiche Bild, wobei die Eisbären aber stärker wurden und in Minute 22  in Überzahl das 1:0 durch Marc Olver erzielten. Auf beiden Seiten gab es in der Folgezeit  eine Anzahl von Schnitzern, und in der Krefelder Defensive hätte man sich etwas mehr Entschlossenheit in unübersichtlichen Situationen gewünscht. In Minute 34 erzielte Sean Backman sogar das 2:0, als die Pinguine die Scheibe nicht aus dem Drittel befördern konnten. Andrew Engelage war an beiden Toren schuldlos. Die Pinguine spielten unverdrossen nach vorne und belohnten sich nur eine Minute später endlich mit dem 1:2 durch Christoph Gawlik. Wie im ersten Dritten beendeten sie den Spielabschnitt in Unterzahl und nahmen 67 Sekunden davon mit ins Schlussdrittel.

Im Schlussdrittel kämpften die Pinguine um den Ausgleichstreffer, mussten aber bis zur 57. Minute warten, als Jamie MacQueen zum zweiten Mal in die Kühlbox geschickt wurde. Als die zweite Reihe der Pinguine ihre Powerplaypositionen eingenommen hatte, hämmerte Marcus Nordlund aus zentraler Position an der blauen Linie auf das Gehäuse von Marvin Cüpper und Nick St. Pierre fälschte den Puck unhaltbar ab – 2:2, bei dem es auch trotz weiterer Chancen für beide Seiten blieb.

Auch in der Verlängerung waren Eisbären und Pinguine gleichwertig, so dass kein Tor fiel. Wie schon zu Ende des zweiten Drittels handelten sich die Pinguine 52 Sekunden vor Ende der Overtime eine Strafe wegen zu vieler Spieler ein, die sie dank ihrer kämpferischen Einstellung unbeschadet überstanden, so dass das Penaltyschießen entscheiden musste. Während Marcel Müller und Mathias Trettenes souverän verwandelten, scheiterten die Eisbären am bärenstarken Andrew Engelage. So musste sich die bisher beste Auswärtsmannschaft mit einem – allerdings absolut verdienten – Punkt zufrieden geben.

Marcel Müller bewertete den Zwei-Punkte-Sieg seiner Pinguine wie folgt: „Es war ein ganz hartes Stück Arbeit. Wir sind zufrieden, dass wir zwei Punkte geholt haben. Wir haben heute nicht so gut angefangen, aber haben uns dann in das Spiel reingebissen und haben bis zum Ende gekämpft und wurden dann am Ende auch für unser Spiel in Nürnberg belohnt.“ Der Neu-Pinguin Jordan Caron sah seine Heimpremiere positiv: „Wir haben uns zurückgekämpft. Es war ein schweres Spiel, auch wegen der Reiserei in den letzten Tagen. Wir waren am Ende froh über die zwei Punkte. Im Unterschied zu Freitag, als wir in den beiden letzten Dritteln auch sehr gut gespielt haben, haben wir heute ein wenig Glück gehabt. Wir haben vielleicht sogar etwas besser gespielt als am Freitag. So läuft es manchmal, heute haben wir gewonnen und denken positiv an die beiden Spiele zurück und machen uns bereit für das nächste Wochenende. Es war eine tolle Atmosphäre, und das Feiern der Fans am Ende war sehr eindrucksvoll. Als wir mit zwei Toren zurücklagen, glaubten die Fans an uns und gaben uns die Energie, das Spiel zu gewinnen.“

Mathias Trettenes, der bei seinem Penalty Marvin Cüpper vorbildlich austanzte, erklärte seinen Erfolg so: „ Ich trainiere das für den Fall, dass es ein Penaltyschießen gibt, und übe verschiedene Bewegungen, damit ich nicht immer das Gleiche mache. Wir haben heute gewonnen, weil wir einen guten Charakter gezeigt haben und im letzten Drittel zurückgekommen sind und ganz stark auf dieses zweite, wichtige Tor hingearbeitet haben. Freitag waren wir auch gut, aber nicht gut genug. Wir haben jetzt eine Anzahl enger Spiele, und die wollen wir gewinnen.“ Nick St. Pierre, dessen Treffer zwei Minuten vor Schluss den Krefelder Sieg erst ermöglichte, verglich die beiden letzten Spiele „Beides waren gute Spiele. Heute ist es uns gelungen, den Ausgleichstreffer zu erzielen. Freitag hatten wir mehr verdient als das, was wir bekommen haben.“ Auf die Frage nach der teilweise nicht funktionierenden Zuordnung der Defensivspieler zu den Angreifern  sagte er: „ Eine Mannschaft wie Berlin bewegt sich sehr viel, und manchmal muss man  Spieler übernehmen, und dazu braucht es natürlich eine gewisse Reaktionszeit, eh man den richtigen Gegner abdeckt. Darum ist Berlin eine gute Mannschaft und an zweiter Stelle. Offensichtlich müssen wir daran arbeiten, aber wir sind eine junge Mannschaft und wir versuchen, jede Woche besser zu werden.“

 Tore: 0:1 (22.) Olver (MacQueen, Hördler) PP1, 0:2 (34.) Backman (Oppenheimer), 1:2 (35.) Gawlik (Ness, Kunekath), 2:2 (57.) St. Pierre (Nordlund, Feser) PP1, 3:2 (65.) Müller (entscheidender Penalty). Strafen: Krefeld 8, Berlin 8. Schiedsrichter: Rohatsch – Schütz. Zuschauer: 4058.

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