Krefeld Pinguine bieten gute Leistung gegen das DEL-ÜberraschungsteamStraubing Tigers holen zwei Punkte

Jeremy Welsh erzielte den 3:3-Ausgleich für die Krefeld Pinguine.  (Foto: dpa/picture alliance/ZUMA Press)Jeremy Welsh erzielte den 3:3-Ausgleich für die Krefeld Pinguine. (Foto: dpa/picture alliance/ZUMA Press)
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Am 48. Spieltag der DEL gab es nur zwei Partien, in denen für beide Mannschaften ein Tabellenplatzwechsel möglich war: zum einen das Spiel zwischen den Haien und den Grizzlys, das allerdings erst am Dienstag stattfindet, zum anderen das Spiel in Krefeld, denn wenn die Pinguine dem frischgebackenen Tabellenzweiten drei Punkte abknöpften – was nach den bisherigen Ergebnissen gegen die Tigers (3:4 n.P., 3:5, 3:4 n.V.) schon dreimal in Reichweite war – würde man an Köln vorbeiziehen. Allerdings würden die Pinguine sich dann nicht so katastrophale individuelle Aussetzer leisten dürfen wie die, die in den letzten Partien Moral und Punkte gekostet hatten.

Nach karnevalistischer Einleitung durch den Stadionsprecher tasteten beide Mannschaften sich ab und nach 140 Sekunden verhängten die Schiedsrichter die erste vermeidbare Strafe gegen Jacob Lagacé. Die Pinguine hatten Glück, als Straubing den Pfosten traf und die abprallende Scheibe danach über das leere Tor flog. Bis zum Powerbreak in Minute zehn sahen die Zuschauer verteiltes Spiel. Dann verpassten die Pinguine mehrere Gelegenheiten, in Führung zu gehen, deren beste durch Justin Hodgman bei einem Break in Minute 15 sowie Laurin Braun bei einem Unterzahlkonter in Minute 19. Nur Augenblicke später führte ein individueller Blackout von Torsten Ankert, der eine in Unterzahl hinter dem Tor abgefangene Scheibe direkt in den Slot auf einen Straubinger passte, zum 0:1. Es schien, als sollte sich das Krefelder Problem des guten Spielens und sich dann selbst um den Erfolg Bringens fortsetzen.

Zu Beginn des Mitteldrittels schienen einige Pinguine geistig noch in der Kabine zu sein, denn Straubing schnürte Krefeld 3 Minuten lang im eigenen Drittel ein.  Dann wurden die Pinguine wach, erspielten sich eine Reihe von Chancen und kamen in Minute 28 in Überzahl, an die sich nahtlos eine weitere anschloss. Vom Bully weg kam die Scheibe zu Phillip Bruggisser, der vor das Tor schoss, wo Daniel Pietta die Scheibe an Sebastian Vogel vorbei zum verdienten Ausgleich ins Tor bugsierte. Dann hatte Krefeld 4 Minuten Unterzahl zu überstehen, was dank einer konzentrierten Anstrengung und eines sicheren Oskar Östlund, der eine der beiden Strafen bekommen hatte, auch gelang. Kaum waren die Pinguine wieder vollzählig, zeigten die Schiedsrichter unter heftigsten Zuschauerprotesten die nächste Strafe gegen einen Pinguin an, und diesmal nutzten die Tigers ihre nummerische Überlegenheit: T.J. Mulock erzielte nach fast 6 Minuten Überzahlspiel das 1:2. So ging es in die Pause.

Auch zu Anfang des letzten Spielabschnitts schienen nicht alle Pinguine bei der Sache zu sein: als die Zuschauer wegen vermeintlicher Abseitsstellung eines Straubinger protestierten, stellten die Pinguine kollektiv ihre Defensivarbeit ein, so dass Felix Schütz ungehindert zum Tor laufen konnte, wo er völlig freistehend angespielt wurde und Östlund keine Chance ließ. Aber die Pinguine gaben nicht auf, nur drei Minuten danach verkürzte Grant Besse bei der nächsten Straubinger Strafzeit auf 2:3. Als Travis Ewanyk in Minute 54 gelegt wurde, kamen die Pinguine noch einmal in Überzahl und schafften 2 Sekunden vor deren Ende den Ausgleich durch Jeremy Welsh. Krefeld drängte auf den Siegtreffer, und Straubing hatte Glück, das in zwei kniffligen Situationen der Arm der Schiedsrichter unten blieb. So ging es für beide Kontrahenten zum dritten Mal in die Verlängerung, und zum dritten Mal mussten die Krefelder mit einem Punkt zufrieden sein, obwohl man der besten Unterzahlmann-schaft der Liga drei „eingeschenkt“ hatte.

Angesprochen auf die verhängten Strafzeiten gegen Krefeld meinte Philipp Kuhnekath, man hätte sicher nicht alle pfeifen müssen. Alex Trivellato war mit der Leistung der Mannschaft im Gegensatz zu der in Wolfsburg zufrieden: „Heute war der Wille da, die Punkte zu Hause zu behalten. Es hat zwar leider nur teilweise geklappt, aber Hut ab vor der Leistung der Mannschaft.“ 

Torschütze Daniel Pietta meinte zum Spiel: „Von der Einstellung her haben wir sehr gut dagegen gehalten, vor allem nach dem 1:3. Wir sind zweimal zurückgekommen, und Verlängerung ist einfach nicht unser Ding. Im Endeffekt ist es toll, gegen den Tabellenzweiten einen Punkt zu holen, aber zu Hause will man eigentlich gewinnen. Ich glaube, dass wir auch im ersten Drittel ein gutes Spiel gemacht haben. Das erste Tor resultierte aus einem individuellen Fehler und das ist das, was uns schon die ganze Saison  letztendlich die Spiele kostet. Wir hatten ganz viele enge Spiele, Ein-Tor-Spiele, aber Eishockey ist halt auch ein Fehlersport.“

Tigers-Dompteur Tom Pokel betonte in seiner Analyse, dass alle Spiele gegen  Krefeld eng gewesen seien: „Krefeld ist eine angriffsstarke Mannschaft, wir haben zwar körperbetont gespielt, aber sie haben nicht aufgegeben und immer Scheiben aufs Tor gebracht.“ Nicht zufrieden war er damit, dass die Pinguine drei Überzahltore erzielt hatten.

Pinguin-Trainer Pierre Beaulieu war stolz auf seine Mannschaft: „Die Breakdowns (z.B. das 0:1) haben uns sehr viel Energie gekostet, aber wir haben bis zum Ende gekämpft.“

Tore: 0:1 (20.) Loibl (Mulock) PP1, 1:1 (30.) Pietta (Bruggisser, Besse) PP1, 1:2 (37.) Mulock (Acolatse, Loibl) PP1, 1:3 (43.) Schütz (Heard), 2:3 (46.) Besse (Costello, Bruggisser) PP1, 3:3 (56.) Welsh (Lagace, Hodgman)PP1, 3:4 (62.) Loibl (Kohl, Balisy). Strafminuten: Krefeld 10 , Straubing 8. Schiedsrichter: Iwert – Kopitz. Zuschauer: 4391.