Krefeld Pinguine begraben ihre Play-off-TräumeKölner Haie gewinnen mit 3:1

Jubelnde Kölner, geknickte Krefelder. Die Haie gewinnen auswärts mit 3:1. (Foto: dpa/picture alliance/Revierfoto)Jubelnde Kölner, geknickte Krefelder. Die Haie gewinnen auswärts mit 3:1. (Foto: dpa/picture alliance/Revierfoto)
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Wollten die Seidenstädter in den verbleibenden acht Hauptrundenspielen die Eintrittskarte für die Pre-Play-offs noch lösen, dann waren im Derby gegen Köln drei Punkte unabdingbar, denn schließlich muss man noch in Berlin antreten, das fünf Punkte vor Krefeld liegt und der wahrscheinlichere Konkurrent um Platz zehn ist.

Für den aktuellen Spieltag hatten die Pinguine eigens Trikots im Retrolook anfertigen lassen, vielleicht auch, um den mit der Vereinsgeschichte vertrauten Fan ein wenig mit der Erinnerung  an 2003 aufzuputschen, als man die Haie im Finale besiegen konnte – und um eine Art Finale handelte es sich auch in dieser Partie. Dabei konnten die Voraussetzungen mit sechs Niederlagen der Pinguine am Stück (ganze zwölf erzielte Tore) und sieben Siegen der Kölner (23 Tore)  aus den letzten neun Spielen kaum gegensätzlicher sein. Ob die Pinguine sich vom Punktverlust des Konkurrenten (Berlin 0:1 gegen Augsburg am frühen Nachmittag) inspirieren lassen würden, würden sie zeigen müssen. Dem Geburtstagskind Dimitri Pätzold im Tor war es für seinen Ehrentag zu wünschen; das Haie-Tor hütete Gustaf Wesslau.

Schon in der zweiten Minute hatte Jacob Berglund den ersten Treffer auf dem Schläger, aber er verpasste das weit offene Tor. Beide Mannschaften glichen sich aus, erst in Minute sechs musste Wesslau wieder zugreifen. Danach hatten die Pinguine die erste Überzahl des Spiels, allerdings ohne eine echte Chance zu kreieren. Auf der anderen Seite vergaben die Kölner eine hundertprozentige Chance in Minute elf, als sie ihrerseits in Überzahl waren. Die Haie sammelten weiter fleißig Strafzeiten, aber auch mit 26 Sekunden doppelter Überzahl wussten die Pinguine nichts anzufangen. Im Gegenteil: nachdem Daniel Pietta in Minute 18  Wesslau zweimal geprüft hatte, prallte die Scheibe im Gewühl vor dem Tor vom Schlittschuh eines Kölners ab und kam genau auf den von der Strafbank zurückkehrenden Corbin Genoway, der ungestört auf Pätzold zu lief und die Scheibe oben links in die Maschen setzte. In der letzten Minute wurde der aufs Kölner Tor ziehende Pietta gefoult, aber statt eines Penalty gab es eine weitere Strafe für die Haie, von der sie 1:51 mit ins Mitteldrittel nahmen.

In der 25. Minute gab es die erste gute Chance für die Pinguine, die viel Druck machten und bis zum Powerbreak in Minute 30 dafür sorgten, dass Wesslau gut beschäftigt war, ohne dass er sich allerdings besonders bemühen musste. Nur eine Minute danach hatte er Glück, als die Pinguine nur den Pfosten trafen. In Minute 31 bemühten die Schiedsrichter den Videobeweis, da ein Hai im Tor lag und den Krefelder Ausgleich verhinderte. Ab der 33. Minute kamen die Haie besser ins Spiel, doch die Pinguine hielten dagegen, bekamen aber 1:15 Minute vor Drittelende eine Strafzeit, die der Gegner 1,5 Sekunden vor Schluss zum 0:2 nutzte, das die Schiedsrichter trotz energischen Protests von Pätzold nach Videobeweis anerkannten.

Die Situation zu Beginn des Schlussdrittels war den Krefelder Zuschauern bestens bekannt: mindestens gleichwertig gespielt, aber im Rückstand, wobei in den Pausengesprächen  so mancher Zweifel an einigen kritischen Schiedsrichterentscheidungen geäußert wurde, auch wenn die Pinguine bei besserer Chancenverwertung längst selbst ein günstigeres Zwischenresultat hätten herbeiführen können/müssen. Es dauerte bis zum Ende der 53. Spielminute, ehe es Daniel Pietta gelang, die Scheibe an Wesslau vorbei ins Kölner Tor zu befördern, und nur Sekunden nach Wiederbeginn hätte sich sogar der Ausgleich aus einer vielversprechenden Situation ergeben können, doch es war mal wieder ein Spiel, in dem fast nichts gelingen wollte, und diese Kritik müssen sich auch die Krefelder Fans gefallen lassen, deren einst gefürchtete lautstarke Unterstützung im Vergleich zur auch nicht berauschenden Unterstützung der Kölner Fans für ihre Haie recht mickrig und wenig wahrnehmbar ausfiel. Die Unzufriedenheit der Krefelder Spieler darüber wurde bei Piettas Torjubel mehr als deutlich. Es erübrigt sich fast zu sagen, dass Krefeld 1:27 Minute vor Schluss Pätzold vom Eis nahm und prompt nach 45 Sekunden das 1:3 kassierte. Mit einem Derby, das genau wie seine Vorgänger in dieser Saison diesen Namen lediglich aufgrund der geringen Entfernung zwischen den Heimatstädten der Kontrahenten verdiente, verabschiedeten sich die Pinguine aus dem Rennen um die Plätze neun und zehn.

Tore: 0:1 (19.) Genoway (Pfohl), 0:2 (39.) Uvira (Schütz, Pfohl), 1:2 (53.) Pietta (Berglund, Noonan), 1:3 (60.) Pfohl (Zalewski)  EN. Strafen: Krefeld: 4 + 10 (Bettauer), Köln 10. Schiedsrichter: Köttstorfer , Piechaczek. Zuschauer: 7693.

DEL PlayOffs

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