Krefeld nutzt Straubings Fehler Straubing - Krefeld 1:3

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Der Beginn des ersten Abschnittes wirkte etwas verschlafen. Straubings Sandro Schönberger meinte dazu: „Was wir uns vorgenommen haben, haben wir in keinem Drittel umsetzten können. Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen.“ Das frühe Tor von Herberts Vasiljevs machte das Spiel kaum besser. Beide Mannschaften hatten zwar ihre guten Phasen, doch diese immer nur dann, wenn ein Spieler der jeweils gegnerischen Teams auf der Strafbank saß. Schönberger meint: „Es war viel Über- und Unterzahl, damit ist Krefeld, genauso wie mit der Linie der Schiedsrichter, besser zurecht gekommen. Und wir haben es in Überzahl einfach versäumt, die Tore zu machen.“ Die Tigers mussten sogar eine 3:5-Unterzahl überstehen. Kurz vor Drittelende hatten die Niederbayern ihre besten Chancen und wären fast zum Ausgleich gekommen, aber eben nur fast.

Aufwachen war somit das Thema des Mitteldrittels. Doch damit war es nichts. Ein zähes Spiel gab es auch anfangs des zweiten Abschnittes, der geprägt war von Strafen. „Unser Unterzahlspiel war unglaublich, das war heute ein wichtiger Punkt um gewinnen zu können“, meinte Pinguine-Trainer Rick Adduono erfreut dazu. Nun gab es für die Hausherren eine 5:3-Überzahl, dabei machten es die Tigers besser, denn Harrison Reed haute den Puck recht humorlos in die Maschen. Krefelds Stürmer Daniel Pietta sagt: „Ich denke, wir haben ganz gut Unterzahl gespielt, haben aber zu viele Strafen genommen, haben aber alle, bis auf eine, ganz gut gekillt.“ Das Tor war der lange erwartete Weckruf, auch für die Stimmung im Pulverturm. Jetzt war es ein munteres Rauf und Runter und damit die beste Phase des Spieles. Die Seidenstädter hatten dabei das bessere Ende, denn in der letzten Spielminute des Drittels konnte Marcel Müller die Krefelder wieder in Vorhand bringen. Pietta meint: „Offensiv haben wir drei Chancen genutzt.“ Larry Mitchell hingegen schaute genau auf die Zahlen: „Wenn man nach 40 Minuten 26:12 Schüsse hat, dann kann das auch anders ausgehen, das war aber nicht der Fall und wir waren in Rückstand.“

Nach den zweiten 20 Minuten keimte trotzdem Hoffnung auf, die sich allerdings nicht erfüllte. Zudem begann das Drittel mit einem Schock für die Hausherren, denn Blaine Down musste das Spiel verletzt verlassen. In die Planungen von Straubings Trainerteam könnte das ein Loch reißen „Der Krefelder Spieler hat nichts getan, das hat auch Blaine bestätigt. Es war mehr oder weniger ein Unfall. Ich glaube, er ist irgendwie im Eis hängen geblieben. Morgen wird er untersucht. Es könnten mehrere Sachen sein, die verletzt sind. Wir drücken ihm die Daumen und hoffen, dass es nicht so ist.“ Mitspieler Schönberger kann den Straubinger Anhang auch keine Hoffnung machen: „Jetzt müssen wir erst mal schauen, was mit Down ist. Schaut jetzt nicht so gut aus. Wir verlieren wahrscheinlich einen extrem wichtigen Mann, das müssen andere kompensieren.“

Das Spiel ging so zerfahren wie zuvor weiter, was auch am Schiedsrichtergespann lag. Eine klare Linie war kaum zu erkennen. Straubings Coach Larry Mitchell meinte dazu: „Als ich gesehen habe, dass Brill und Aumüller heute pfeifen, wusste ich schon was auf uns zukommt. Ich denke, es ist sehr schwierig ein Eishockeyspiel zu spielen, wenn man nicht Eishockey spielen darf. Ich habe es das erste Mal in zehn Jahren geschafft, kein einziges Wort mit den Schiedsrichtern zu sprechen, das habe ich auch von meinen Spielern verlangt. Wir brauchen keine unnötige Zwei-Minuten-Strafe wegen Meckern. Wir haben Herrn Aumüller in näherer Zukunft noch ein oder zwei Mal, da ist es sehr wichtig, dass wir diszipliniert bleiben, das ist uns gelungen.“

In Summe konnte aber keine der Mannschaften überzeugen, was wiederum auch an der unklaren Spielleitung lag. Nahezu jeder Spieler beider Mannschaften wirkte gehemmt und verunsichert. Schönberger erklärt: „Unsere Stärke ist, wenn wir mit vier Linien 5:5 gehen gönnen und die unter Druck setzten, das Spiel konnten wir einfach nicht durchsetzen.“ Als Andreas Driendl einen schlimmen Fehler der Tigers nutzte, stellte er den Endstand her. Mitchell gefällt das natürlich nicht: „Heute haben wir mehr Fehlpasse gemacht als die letzten elf Spiele zusammen.“ Das Highlight des Schlussdrittels war ein sehenswerter Faustkampf zwischen Oliver Mebus und Sacha Treille. Obwohl Mebus deutlich öfter zuschlug, ging Treille als Sieger vom Eis, denn Mebus haute hauptsächlich auf Treilles Visier.

Für Spieler Daniel Pietta war es am Ende eine einfache Sache: „Wir haben heute ein gutes Auswärtsspiel gemacht und haben wenig zugelassen. Das war, glaube ich, der Schlüssel für uns.“ Sein Coach Rick Adduono äußerte sich etwas genauer: „Gegen Straubing ist es schwer, Larry macht einen sehr guten Job. Die Straubinger arbeiten hart und haben ein gutes System. Wir hatten heute Glück zu gewinnen. Tomas Duba hat zur richtigen Zeit gehalten und alle 20 Spieler haben heute gut gespielt.“ Sein Gegenüber Larry Mitchell ist mit der Leistung seiner Mannschaft hingegen nicht zufrieden: „Ricks Mannschaft ist mit den Über- und Unterzahlen besser zurecht gekommen, darum haben sie verdient gewonnen. Ich will nicht alles hier schönreden, weil ich nicht denke, dass wir eine Topleistung abgeliefert haben. Wir müssen daraus einfach lernen.“

Tore: 0:1 (5.) Herberts Vasiljevs (Tyler Beechey, Oliver Mebus), 1:1 (31.PP2) Harrison Reed (Sören Sturm, Dylan Yeo), 1:2 (40.) Marcel Müller (Daniel Pietta), 1:3 (45.) Andreas Driendl (Marcel Müller)

Schiedsrichter: Roland Aumüller, Marcus Brill; Linienrichter: Dominic Erdle, Stefan Velkoski
Strafen: Straubing 18 +10 (Treille), Krefeld 22 + 10 (Mebus)
Zuschauer 4.242