Kornett zieht Bilanz: Hamburg ist das Aushängeschild der DEL

Hamburg Freezers „frieren Pinguine ein“Hamburg Freezers „frieren Pinguine ein“
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Angesichts einer rundum großartigen Saison der Hamburg Freezers zieht der Europa-Beauftragte der Anschutz-Entertainment Group, Detlef Kornett, in einem Interview eine erste Bilanz:

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Herr Kornett, wie fällt Ihre Bilanz der Spielzeit 2003/2004 aus? 

In Hamburg wird mit den Freezers Sportgeschichte geschrieben. Zumindest in Deutschland ist die Entwicklung der ersten zwei Jahre ohne Beispiel. Hier haben sich eine Sportart und ihr Publikum in einer tollen Arena mit einer unglaublichen Atmosphäre getroffen. Hamburg ist heute das Aushängeschild der DEL, viele sprechen von einem absoluten Phänomen. Davon profitiert auch die ganze Liga.

Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Abschneiden der Freezers, wir haben eine konkurrenzfähige Mannschaft, die eine nachhaltige Unterstützung von den Fans, der Stadt Hamburg und seitens der Werbe-Partner erfährt. Das Management der Freezers hat gute Arbeit geleistet, wir sind sehr optimistisch, dass es so weiter geht…


Leider hat es in diesem Jahr noch nicht zur Meisterschaft gereicht…

Wir haben das Halbfinale erreicht und sind schließlich unglücklich gegen Frankfurt ausgeschieden, dabei waren wir nicht schlechter als die Frankfurter – wir haben gezeigt, dass die Hamburg Freezers zur Spitze der DEL gehören. Nüchtern gesehen, wäre eine Meisterschaft vielleicht auch zu früh gekommen.


Wie sieht die Anschutz Politik für Hamburg aus? Es werden neue Spieler kommen, wie wollen Sie die Qualität halten?

Wir werden unsere Strategie der vergangenen zwei Jahre fortsetzen und ein starkes Team unter einem hervorragenden Trainer präsentieren. Mit der Verpflichtung von Dave King für zwei weitere Jahre sehen Sie, in welche Richtung das geht.


Was kann Anschutz für die Freezers tun, kann man mit neuen Stars aus den USA oder Kanada rechnen?

Natürlich werden wir die möglichen Lizenzen mit Spielern aus den USA und Kanada besetzen. Für die Anschutz Entertainment Group sind insgesamt 19 Eishockey-Scouts unterwegs, die die Eishockey-Welt nach Spielern auch für Hamburg beobachten. Ich glaube, dass wir uns diesbezüglich keine Sorgen machen müssen.


Wo liegen die Potenziale in der Vermarktung der Freezers?

Wir haben noch Werbemöglichkeiten und Flächen frei, zum Beispiel am Mann. Während der Saison haben wir viele Anfragen für neue, zusätzliche Werbepartnerschaften bekommen und wir hoffen, dass wir uns in diesem Bereich noch verbessern.


Wie sieht es mit der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens Hamburg Freezers aus? Es wird mit einem Verlust in diesem Jahr gerechnet, wie kommt das zustande?

Verluste macht ein Unternehmen dann, wenn die Ausgaben die Einnahmen übersteigen. Wir werden unsere Kostenseite durch mehrere Maßnahmen optimieren. Der größte Faktor bei den Kosten ist die Mannschaft, das heißt Logistik und Spielergehälter. 


Soll also an der Mannschaft gespart werden?

Innerhalb der DEL gibt es eine Tendenz, die Spielergehälter zu deckeln, um die Kosten nicht explodieren zu lassen – dadurch werden auch wir Geld sparen können. Die Qualität unserer Spieler wird darunter nicht leiden.


Es gibt viele Gerüchte und Zahlen, die durch die Öffentlichkeit wandern. Was kann man dazu sagen?

Richtig ist, dass der Etat für den gesamten Betrieb der Mannschaft – also nicht nur Gehälter – bei mehr als vier Millionen Euro liegt. Eine Summe, für die wir übrigens immer wieder angegriffen werden, weil sie im Vergleich zu anderen DEL-Clubs zu hoch sei. Man befürchtet hier eine Wettbewerbsverzerrung.

Zuletzt habe ich in einer Hamburger Zeitung gelesen, dass es „nur“ vier Millionen seien. Für die einen ist es zu viel für die anderen zu wenig… Ich glaube, dass wir mit diesem Budget eine schlagkräftige Truppe aufgestellt haben und daran wird sich auch im nächsten Jahr nichts ändern.