Kommentar: Der Schaden für den Eishockeysport

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Was Florian Busch da geritten hat, wird wohl nur er erklären können. Nehmen wir einmal zu Gunsten des Eisbären-Stürmers an, dass er tatsächlich nicht gedopt hat. Das hat schließlich die auch – verspätete – Dopingprobe ergeben. Aber seine ernsthaft dumme Idee, einfach mal nicht zur Probe zu gehen, hat das Zeug dazu, Eishockey landesweit in die Medien zu bringen. Allerdings auf die schlechteste aller Arten.

Ob Busch dabei etwas zu verheimlichen hatte, oder nicht, spielt keine Rolle. Die NADA schreibt für einen solchen Fall eine zweijährige Sperre vor. Die internationale Karriere Buschs wäre dann wohl vorbei. Und bei einem DEL-Verein dann wieder Fuß zu fassen, dürfte ebenfalls schwer fallen.

Das heißt aber auch: Bevor ein 23-jähriger Spieler verteufelt und verurteilt wird, muss er die Chance bekommen, sich vor der DEL und der NADA zu verantworten. Sollte es einen Weg für ihn geben, um die Sperre herumzukommen, kann diese „Begnadigung“ nur mit Zustimmung und völliger Einbeziehung der NADA zustande kommen, sofern Busch gute Gründe vorweisen kann. Und diese Gründe müssen vollständig öffentlich gemacht werden, um einer ansonsten dopingfreien Sportart nicht die Glaubwürdigkeit zu rauben.

Um eines werden die DEL, die Eisbären und Busch selbst aber nicht herum kommen. Busch muss für den Rest der Finalserie gesperrt werden. Eine Annullierung von Berliner Spielen seit dem Vorfall zu fordern, wäre sicherlich der falsche, weil völlig unsportliche Weg. Aber ein weiteres Auftreten in den Endspielen darf es wegen Buschs Fehlverhalten nicht mehr geben.

Was bleibt, ist auf eine Erklärung von Florian Busch zu warten – und auf eine Entscheidung von DEL und NADA.

(Friedhelm Thelen)