"Können wieder frei und eigenverantwortlich agieren"

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Was monatelang fast unmöglich schien, konnte am Dienstag der neue "wirtschaftliche und rechtliche" Geschäftsführer Dr. Norbert Schmitt den versammelten Medien endgültig verkünden: "Ich habe den Antrag auf Rücknahme der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestern beim Insolvenzgericht abgegeben. Ich rechne damit, dass dem heute noch oder morgen stattgegeben wird." "Dann sind wir wieder frei und können eigenverantwortlich agieren", so Schmitt.

Ein ausgewogenes Gesamtkonzept soll aber erst in den nächsten Wochen erarbeitet werden. Im Finanztopf sollen derzeit jedenfalls schon fast zwei Millionen Euro für die kommende Saison zur Verfügung stehen. Zum Teil aus Geldern, die während der Insolvenz von Insolvenzverwalter Böhm verwaltet und eingenommen wurden, sowie Zahlungen, die bereits von zukünftigen Sponsoren eingegangen sind. Ausdrücklich wies Schmitt darauf hin, dass Einnahmen wie etwa aus dem Ticket- und Dauerkartenverkauf noch nicht in diesen Topf einbezogen sind.

Da Dr. Schmitt von weiteren Zusagen fest ausgeht, kann noch keine verbindliche Aussage über den zukünftigen Etat gemacht werden. "Wir wollen mittelfristig weitere notwendige Sponsoren ins Boot holen, auch wenn das zur Zeit sehr schwer ist. Wir haben moralische und schriftliche Commitments von weiteren Sponsoren solche Verhandlungen zu führen, aber es wird sicher einige Wochen dauern bis genau feststeht, welche Art von Zusammenarbeit daraus entsteht", erklärte Schmitt weiter. "Wir gehen davon aus, dass der Etat kleiner wird, hoffen aber, dass er so hoch bleibt wie bisher. 

Auch der neue Sportdirektor Lenz Funk jr. stellte sich im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vor und ließ erste Einblicke in seine Eishockey-Philosophie und die Pläne mit den neuen Ice Tigers zu. "Ich freue mich über das Vertrauen, das ich hier bekomme. "Keine Unterschriften, aber positive Signale", konnte Funk von seinen ersten Tätigkeiten als Sportdirektor vermelden. Eine Einigung mit Patrick Ehelechner und Björn Barta scheint laut Funk durchaus möglich.

"Insgesamt will ich nicht zuviel umbauen, aber natürlich geht es in unserer Situation ums Geld. Zum Beispiel werden Spieler wie Swanson oder Savage sicher nicht zufrieden sein mit dem ersten Angebot, das sie von uns bekommen." Trotzdem glaubt Funk, dass insgesamt ob der weltweiten Finanzkrise vor allem ausländische Spieler günstiger zu bekommen sein werden. Der skandinavische Markt kommt dafür laut Funk aber nicht in Frage. "Dort sind die Spieler insgesamt teurer als hier und deshalb nicht finanzierbar."

Trotz Angeboten verschiedenster Art als Trainer, Co-Trainer, Manager oder Berater in verschiedenen Ligen, hat sich Funk erst jetzt entschieden, wieder ins Eishockey-Leben aktiv einzugreifen. "In Nürnberg sehe ich das Potenzial etwas zu bewegen. Nürnberg ist ein guter Eishockey-Standort und sehr interessant", begründet Funk seine Zusage. Insgesamt plant Funk mit "mindestens neun" Kontingentspielern. "Auch Ausländer aus der 2. Liga könnten interessant werden, weil dort oft das Preis-Leistungsverhältnis stimmt", so Funk weiter.

Konkrete Planungen über die zukünftige Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Stammverein EHC 80 konnte Funk noch nicht preisgeben. "Grundsätzlich halte ich eine Kooperation mit den Nachwuchsmannschaften sehr wichtig. Langfristig muss man das Ziel haben, Nürnberger Eigengewächse in die DEL zu bringen. Gerade in der Schülermannschaft sehe ich da ein paar Kandidaten", erklärte Funk.

(Foto: Lenz Funk jr. und Dr. Norbert Schmitt bei der heutigen Pressekonferenz by www.foto.hm)