Kölner Meisterfreuden, Teil 2.....

DEL: Eisbären bleiben spitze - Ingolstadt gewinnt in MannheimDEL: Eisbären bleiben spitze - Ingolstadt gewinnt in Mannheim
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Montag, 22. April, 16.15 Uhr. Die Frisur sitzt. Auf der Domplatte in Köln wundern sich die japanischen Touristen über die vielen bunten Menschen, die von allen Seiten kommend, zielstrebig aufs Rathaus zugehen. Wenn das kein Foto wert ist! Unter dem Balkon des Rathauses haben sich bereits ein paar tausend Eishockeyfans versammelt. Man sieht eine Menge alter Trikots aus vergangenen Zeiten, heute ist jeder ein Haiefan, der in den vergangenen zehn Jahren mal zum Eishockey gegangen ist. Auf dem Balkon verkürzen Moderatoren von Radio Köln die Wartezeit, Oliver Frühauf (der heißt wirklich so) und Phillip Walter, dessen Live Reportagen von den entscheidenden Spielen in München und Mannheim schon längst Kult sind. Sie interviewen die Eltern von Haie Stürmer Collin Danielsmeier ("er ruft sonst nach jedem Spiel an, aber Sonntag hat´s etwas länger gedauert") und einen Vertreter des Fan Projektes, dem der Alkohol offensichtlich schon sehr zugesetzt hat. Der behauptet nämlich, die Haie seien Meister geworden, weil er vor ein paar Wochen dem "Express" ein Interview gegeben habe. Die Mannschaft habe sich seine Worte zu Herzen genommen. Das ist also das Gehaimnis des Erfolges! Mensch, da hätten wir aber auch selbst drauf kommen können! Gegen 16.30 wird der Empfang aus dem Rathaus nach draußen übertragen. Der OB von Köln ist nicht in der Stadt, gratuliert per Fax. Wie schön, dass die Haie zur Abwechslung mal ein angenehmes Fax bekommen! Dann tragen sich die Spieler ins goldene Buch der Stadt ein, draußen werden die Fans nervös. Zur Auflockerung werden noch einmal Phillips Walters Reportagen eingespielt, die Fans lachen noch einmal herzlich mit, es ist immer wieder göttlich! Gegen 16.45 ist es endlich soweit, die Musik zum "Weissen Hai" erklingt, dann natürlich "Highway to Hell" und Mirko Lüdemann stemmt den Cup auf dem Balkon in die Höhe. Die Spieler haben sich der Play Off Bärte entledigt und tragen Anzüge, einige von ihnen haben Sonnenbrillen aufgesetzt. War wohl ´ne lange Nacht. Play Off MVP Dwayne Norris erzählt, er habe erst so richtig realisiert was geschehen sei, als man mit dem Bus aus Mannheim zurück kam und an der Kölnarena von 8.000 Fans empfangen wurde. Incredible, unglaublich! Manche Spieler filmen die Menschenmenge, andere stehen nur daneben und schauen zu, die Stars stehen in der Mitte, zeigen den Cup und singen mit den Fans. Markus Jocher entpuppt sich als Party Löwe, sein "Anton aus Tirol" klingt etwas haiser, aber kann DJ Ötzi etwa singen? Wie immer bescheiden im Hintergrund steht Thomas Schinko mit Frau und Kindern. Wie viele Jahre musste er auf diesen Titel warten! Zuerst Jahr für Jahr im Halbfinale gescheitert, dann vier Jahre gar nicht in den Play Offs. Nun spielte er eine Saison in Köln und steht oben auf dem Balkon. Wer hätte den Titel mehr verdient als er? Die Fans feiern derweil Jörg Mayr, der nach 13 Jahren die Haie verlässt. Einen schöneren Abschied hätte er sich sicher nicht wünschen können. Nach einer guten Stunde beginnen die ersten Fans, hinüber auf die andere Rheinseite zu wandern, zur Kölnarena. Denn dort folgt....

.....Teil 3

Das Foyer der Arena hat seine Pforten geöffnet, draussen auf dem Vorplatz hat man eine Bühne aufgebaut. Tausende von Menschen sind bereits dort, gegen 18.30 ist die Menge fast schon erdrückend. Einigermaßen bequem steht man erst, als man so weit weg ist, dass man die Spieler auf der Bühne kaum noch erkennen kann. Viele Fans klettern auf die Kassenhäuschen oder stellen sich in der Kölnarena auf die Treppen, um die Feier durch die Glasfassade hindurch zu verfolgen. Die Spieler werden einzeln vorgestellt, singen, tanzen, werfen T Shirts in die Menge. Dann gehen sie zur Autogrammstunde ins Foyer der Arena und Mirko Lüdemann verkündet: "Drinnen gibt´s jetzt Freibier!" Daraufhin setzt eine Völkerwanderung ein, die jedem Vertreter eines Vertriebenenverbandes Tränen der Rührung in die Augen schießen lassen könnte. Nun ist drinnen und draussen die Hölle los. Noch stundenlang wird gesungen und getanzt, es ist längst dunkel geworden. Unter Einfluss des Alkohols entwickeln sich interessante Tanzstile, man kann sich an den vielen Menschen gar nicht satt sehen, überall gibt es etwas zu beobachten. Irgendwann ist die Kondition mal zu Ende, gegen 22.00 Uhr gehen wir noch was essen, in den Kneipen unterwegs sind - logisch- fast nur Fans. Kurz vor Mitternacht geht es ab nach Hause, schließlich ist Dienstag ein Arbeitstag und Abends ist ja Länderspiel! "Prima, dann machen wir doch gleich durch", werden sich manche Fans gesagt haben, denn immer noch schallen die Gesänge von der Arena herüber. Nach wenigen Stunden Schlaf geht der Radiowecker an und - wie könnte es anders sein - Fangesänge erschallen über die Lautsprecher. "Das geht jetzt schon seit Sonntag so", stöhnt der Moderator. "Köln ist im Ausnahmezustand!" Recht hat der Mann, das sind schon lettische Verhältnisse, Köln ist Deutschers Meisters! Es ist wieder hell draußen, ob sie noch feiern....?

Alexander Brandt

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